Woran glauben Scientologen?

Gibt man „Woran glauben Scientologen“ in die Googlesuche ein, erscheinen einem die unterschiedlichsten Antworten. Die Scientologen selber berichten auf ihrer Seite über ihr Glaubensbekenntnis. Dort wird dann über die Errettung der Seele philosophiert und es gibt einen kleinen Exkurs in die Rechte der Menschen und die Rechte der menschlichen „Seele“.

Wir von der Kirche glauben…
…Dass die Seelen der Menschen die Rechte der Menschen haben

Dass das Studium des Verstandes und seine Befreiung von den geistig verursachten Übeln weder der Religion entzogen noch in nichtreligiösen Gebieten geduldet werden sollten;

Und dass keine Instanz außer Gott die Macht hat, diese Rechte vorübergehend außer Kraft zu setzen oder aufzuheben, sei es öffentlich oder verborgen…

…Und wir von der Kirche glauben:

Dass die Seele gerettet werden kann und

Dass allein die Seele den Körper retten oder gesund erhalten kann.

http://sektenberatung.info/text/45.pdf

Letztendlich hört sich dieses von dem Scientologyverein veröffentlichte Glaubensbekenntnis nicht viel anders an, als andere Glaubensbekenntnisse anderer Gemeinschaften.

Aber, was ist denn hier die Seele von der die Rede ist?

Hierzu müssen wir 75 Millionen Jahre in die Zeit zurück gehen, denn mit der Seele sind die unsterblichen Thetane gemeint, die von dem gemeingefährlichen Lord Xenu auf unsere Erde verbannt worden sind, weil es in einem Teil der Galaxis eine Überbevölkerung gab, es herrschte Krieg, eine gefakte Einkommenssteueruntersuchung stand an usw. Alles was halt vor 75 Millionen Jahren in einer Galaxie so wichtig war.

Xenu übernahm mit Hilfe von Abtrünnigen die volle
Kontrolle über die guten Leute und die loyalen Offiziere.
Dann, mit Hilfe von Psychiatern, ließ er Milliarden von
Bürgern für Einkommenssteuer-Untersuchungen
zusammenrufen, wo sie stattdessen Injektionen von einem
Gemisch aus Alkohol und Glykol verabreicht bekamen, um
sie zu lähmen. Diese Leute wurden in Weltraumflugzeuge
verladen, welche wie DC8s aussahen (außer, daß sie
Raketenmotoren anstatt Propellern hatten).
Diese Abtrünnigen wurden dann auf dieser Erde (Teegeeack genannt) in Vulkane gesteckt, Xenu zündete Wasserstoffbomben und tötete sie. Dies gelang jedoch nicht ganz, weil die Seelen überlebten, fing er sie mit irgendwelchen Strahlen ein, steckte sie in Kinos und implantierte ihnen die Menschheitsgeschichte, wie wir sie kennen usw. Man merkt, Hubbard war Science Fiction – Autor, ich bin keine deswegen reicht mir dieser kleine Ausflug. Wer mehr Interesse hat kann z.B. hier weiterlesen googlen oder Hubbard selbst Gehör schenken.
Lange Zeit wurde diese Glaubensgeschichte Scientologys geheimgehalten und nur die obersten Erleuchtugsstufen durften davon erfahren, weil „Untere“ ansonsten an einer schweren Lungenentzündung sterben würden.
Wenn die „Seele“ (der „Thetan“), wie es in dem Glaubensbekenntnis Scientologys heißt durch die scientologischen Techniken gerettet werden kann, dann geht es letztendlich darum, diese damalige intergallaktische kriegerische Geschichte zu klären und die „Seelen“ bzw. „Thetane“ davon zu befreien.
Was ehemals erleuchtete Ex Scientologen von ihren ehemaligen „Glauben“ halten, sieht man hier…
… und was Scientologen, wie Tom Cruise davon halten, sieht man hier.
Tom Cruise mit Scientologyvereinschef David Miscavige

 

 

Ist jeder Scientologe ein Gott?

Diese Frage beschäftigt mich schon seit ein paar Monaten und ist zugegebener Weise etwas provokant.

Schaut man sich andere Sekten und Kulte an, so glauben die Anhänger meist an eine höhere Kraft, ein oder mehrere höhere, übernatürliche Wessen. Nennen wir sie einfach mal Gott.

Aber woran glaubt ein Scientologe, was bestrebt ihn und für wen will er die Welt „klären“, welchen Glaubenshintergrund gibt es? Hierzu stellte ich auch meine Frage im schlechten Englisch auf dem Ex Scientologist Messageboard. Mich interessierte einfach, wie es die anderen Ex Scientologen sehen. http://www.forum.exscn.net/showthread.php?33405-Is-every-Scientologist-a-God

Während meiner langen Überlegungen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ein Scientologe dazu bestrebt ist ein nahezu perfektes Wessen zu werden. Hierfür müht er sich auf der Brücke ab und bezahlt dafür auch noch eine Menge Geld. Ein Scientologe möchte gottgleich werden. Er möchte zum Beispiel unabhängig von Zeit und Raum agieren. Zu einer Art von Superman werden. Hier an diesem Punkt ähnelt Scientology, wieder anderen Kulten, die oftmals auch ein Übermenschglauben haben und somit Anhänger binden. Was verlieren  Anhänger denn, wenn sie ihre Gruppe verlassen einen gottgleichen Status oder den Status seinem Gott, meist nach dem Ableben, ganz nahe sein zu dürfen.

Aber sind Scientologen und somit auch die Operierenden Thetanen, denn nun tatsächlich Götter. Für uns Außenstehende nicht, denn sie sind nicht besser in ihren Fähigkeiten als nicht Scientologen. In ihrer Einbildung, die durch die Abhängigkeit zur Gruppe entsteht, natürlich schon. Scientologen werden gefeiert, wenn sie auf der Brücke weiter fortschreiten. Wenn ein Scientologe einem OT begegnet oder gar einem OT VIII (die im Moment am höchsten zu erreichende Stufe), denn erscheint dieser dem Scientologen gottgleich, eben weil es ihm indoktriniert wurde. Bei einem Ausstieg, fällt dieser imaginäre Gott Status weg. Plöztlich ist dieser ehemalige Gott wieder ein ganz normaler Mensch, wird sogar zum Feind deklariert. Er verliert alles nicht nur den Gottstatus, sondern auch Freunde oder gar Familie. Ich denke auch dies macht einen Ausstieg so schwierig und viele Anhänger der Scientologyorganisation „verlieren“ sich in den Gruppen, die immer noch Scientology betreiben, aber nicht mehr der Organisation angehören.

Hubbard selber sagt hierzu:

You are your own God. It’s so simple. You can’t walk around all over the place trying to „find Christ“ or „put Christ in your heart“ or some such thing as that, because as far as you’re concerned, you’re – when you got to a straight up 7, you’d be it – you’d be Christ. Do you get the idea? — L. Ron Hubbard, Lecture 14 October 1953: Inverted Dynamics

Every man there is, is a universe. You talk about God: The most you will know about God for probably a long time to come is you. If you want to know what God is all about, or if you want to know what you’re all about, you want to know what the fourth dynamic is all about, you consult the essential elements of „you-ness.“

— L. Ron Hubbard, Lecture 10 November 1952: Introduction: The Q List And Beginning of Logics

http://www.forum.exscn.net/showthread.php?33405-Is-every-Scientologist-a-God&p=856882&viewfull=1#post856882

Auch Hubbard spielte mit diesem Gottgedanken und brachte ihn in seinen Kult unter. Hubbard wußte immer, was er tat und er wußte auch ganz genau, wie er Menschen an sich bindet. Nämlich indem er ihnen versprach ihr eigener Gott zu werden. Dies ähnelt schon einer „narzisstischen Störung“, die er seinen Scientologen anerziehen möchte. Die totale Abhängigkeit an sein Kultsystem mit dem Hintergrund Geld für sich zu scheffeln.

Aber letztendlich ist ein Scientologe kein Gott, er ist nur ein armer Mensch, der glaubt das richtige zu tun, der daran arbeitet etwas Besonderes zu sein oder zu werden. Er hat vergessen, dass jeder Mensch für sich schon etwas besonderes ist, jeder auf seine Art und Weise. Er hat vergessen einfach nur zu leben.

Liebe Scientologen, ihr könnt auch ohne diesen ganzen Schmarn an Tech euer eigener Gott werden, denn dies seid ihr schon, ihr seid etwas Besonderes, nämlich ein Mensch. Legt einfach mal die Füße hoch, entspannt euch und genießt den Tag.  🙂

fuss

Reportage „Tod einer Scientologin“

Gestern zeigte der NDR eine Reportage über den mysteriösen Tod der ranghohen Scientologin Biggi Reichert.

Wer die gut recherchierte Reportage von Markus Thöss verpasst hat, kann sie sich auf der Internetseite des NDR ansehen.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/scientology129.html

In der Berliner Zeitung schrieben Frank Nordhausen und Markus Thöss einen Artikel über Biggi Reicherts Tod und ihr trauriges Leben als Scientologin.

http://www.berliner-zeitung.de/panorama/scientology-tod-einer-scientologin,10808334,16884814.html

Xemu oder Xenu?

Dieser Blogartikel von Wilfried Handl versüßte meinen Morgen… Der Gegenspieler von Scientology, von den armen Thetanen, ist ja bekannterweise Weise Lord Xenu, wer die Geschichte nicht kennt, findet sie auf Wikipedia. An die Scientologen gewandt, ihr werdet nicht an einer Lungenentzündung sterben, wenn ihr die Xenu Geschichte unter OTIII lest…. 😉
Nun zu etwas, was auch mir bis heute unbekannt war. In den 60er Jahren vertrieb sich L. Ron Hubbard seine Zeit mit der Lektüre von Science Fiction Comics, dort fand er einen „bösen“ Ministerpräsidenten mit Namen Xemu… In seinem „Scientology“ – Werken erschien nun der „böse“ intergalaktische Lord Xenu….

Hier der link zu Wilfried Handls Blog mit der genaueren Ausführung…

http://bloggegenscientology.wordpress.com/2012/08/05/womit-sich-l-ron-hubbard-in-den-60er-jahren-wirklich-den-tag-vertrieb-er-las-marvel-comics-und

Na, und hier der Videobeweis, dass die Xenu Story tatsächlich existiert… erzählt mit Hubbards eigenen Worten, mit der Hilfe von Southpark und für nichtig erklärt vom Scientology Pressesprecher Tommy Davis. 😉