Analyse des Pressetextes der Scientology Kirche Bayern e.V.

Anonymous hat die letzte Presseerklärung der Scientologen unter die Lupe genommen und für Nicht – Scientologen übersetzt.

Hier folgt nun die Analyse des Pressetextes der Scientology Kirche Bayern e.V. Der scientologische Pressetext ist in grün dargestellt.

Ausarbeitung zum Text

Die Scientology Kirche und deren Einstellung zur Beachtung von Recht und Gesetz

Der Pressedienst des Scientology Kirche Bayern e.V. hat am 11.02.2012 einen Text zum Thema „Die Scientology Kirche und deren Einstellung zur Beachtung von Recht und Gesetz“ veröffentlicht. Da wir der Meinung sind, dass dieser Text für sich nicht sprechen kann, sonder einer ausführlichen Ergänzung bedarf, um von Außenstehenden wirklich verstanden zu werden, legen wir eine kritische Ausarbeitung zum Text des eingetragenen Vereins vor.

Grundlage unserer Ausarbeitung sind die aktuellen Urteile gegen Scientology, laufende Prozesse, die Richtlinien, Weisungen und Schriften des Gründers L.R. Hubbard, sowie die Einschätzungen durch Sektenexperten, Verfassungsschutz und Aussteiger.

Die Scientology Kirche und deren Einstellung zur Beachtung von Recht und Gesetz

Der Pressedienst des eingetragenen Vereins Scientology Kirche Bayern e.V., Ansprechpartner Frau Uta Eilzer, hat sich berufen gefühlt, angesichts der immer stärker in die Öffentlichkeit drängenden Vergehen der Scientology Organisation, wie z.b. in Frankreich, wo es zu einer Verurteilung wegen organisierten Betruges kam, ein Schreiben aufzusetzen, in dem sie der Öffentlichkeit vermitteln möchte, dass Scientologen dazu angehalten sind, die Gesetze des Landes, in dem sie leben, zu respektieren.

Welches Ziel verfolgt aber dieses Schreiben? Dafür muss man verstehen, dass Scientologen angehalten sind, alles für KSW zu tun. KSW bedeutet Keep Scientology Working. Jeder Scientologe ist dazu angehalten, persönlich Verantwortung dafür zu tragen, dass Scientology am Leben erhalten wird. Debbie Cook hat in ihrer eMail, die kürzlich an die Öffentlichkeit gelangte, ebenfalls noch einmal die Notwendigkeit von KSW für Scientology betont. (1)

Grundlage von KSW ist das scientologische Denken, das im Überleben das „Prinzip des Daseins“ sieht.(2) Diese Überlebensdynamik spiegelt sich im „Drang des Einzelnen zum optimalen Überleben der Gruppe.“ (3) Deshalb ist für Scientology jede „wissentlich begangene Handlung oder Unterlassung, um Scientology oder Scientologen zu unterdrücken, einzuschränken oder zu behindern“ ein Schwerverbrechen (4).

So verwundert es auch nicht, dass die ranghohe Scientologin und Leiterin von Scientologys Menschenrechtsorganisation CCHR Jan Eastgate wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch vor Gericht stand (bzw zur Zeit wegen Justizbehinderung angeklagt ist), da es sich bei dem Täter um einen Scientologen handelte.

Innerhalb der Scientology Organisation gibt es eine Sektion, die Scientology interessanterweise Ethik nennt. Die Funktion dieser Sektion besteht darin, „Gegenabsichten aus der Umgebung zu entfernen.“ Ist das erreicht, wird der Zweck der Ethik, „Fremdabsicht aus der Umgebung zu entfernen.“ (5) Im Einklang mit KSW und dem Glauben an die Überlebensdynamik ist das Ziel, die Absichten zu entfernen die andere sind als „jene Ziele, die (…)als die Ziele der Gruppe bekannt sind.“ (6)

Es ist naheliegend, dass Ziel dieser Erklärung des Pressedienstes KSW ist – das Überleben von Scientology zu sichern – und höchstwahrscheinlich ebenso die Beseitigung aller Zweifel an der Scientology Organisation, die sich gegen das Überleben der Organisation richten könnten.

Es wäre dennoch zu einfach anzunehmen, im Schreiben des Pressedienstes würde einfach gelogen. Wie alle Sekten benutzt Scientology ein eigenes Sprachsystem. Das von Scientology ist unseres Kenntnisstandes nach sogar das komplizierteste. Es werden Begriffe umgedeutet und völlig neu besetzt. Durch diese Sprachmanipulationen wird das Denken der Person systematisch verändert und an die Zielsetzung der Gruppe angeglichen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Begriff der Ethik. Zwar wird er innerhalb von Scientology auch im üblichen Sinne gebraucht, gleichzeitig aber auch im bereits geschilderten Sinne. Dadurch wird das Denken des Scientologen dahingehend geprägt, dass ethisch korrektes Handeln darin besteht, im Einklang mit der Gruppe zu agieren und individuelle Interessen („Fremdabsichten“) auszuschließen. Die individuelle Verantwortlichkeit für eigene Entscheidungen, die einen selbständigen Menschen auszeichnet, wird ausgeschaltet und sämtlichen Handeln und Denken darauf ausgerichtet, dass es dem Überleben von Scientology dient (KSW). So sind Scientologen permanent dazu angehalten, zu produzieren und entweder Kurse zu belegen oder Arbeiten für die Organisation zu verrichten, so schreibt Hubbard in „Einführung in die Ethik der Scientology“ über die „produzierenden und anständigen Leute“ (7), womit sich der Kreis zum Verständnis von Ethik schließt.

Der Text des Pressedienstes des eingetragenen Vereins Scientology Kirche Bayerns e.V. ist daher unter dem Gesichtspunkt zu lesen, dass ihm eine eigene Sprache zugrunde liegt. Scientologen verstehen den Text daher ganz anders als der Außenstehende, der sich mit dem Sprachsystem von Scientology nicht auseinandergesetzt hat. Beginnen wir also mit dem Text.

Ron Hubbard hat als Gründer der Scientology-Religion und als Autor der maßgeblichen Schriften der Scientology-Kirche immer die Befolgung staatlicher Gesetze eingefordert. Entsprechendes ist seit Jahrzehnten in den Satzungen der Kirche vermerkt. Das staatliche Recht wird damit ganz sicher nicht abgelehnt.

Man muss dazu wissen, dass es erklärte Methode von Scientology ist, „ständigen Druck auf Regierungen ausüben, um Gesetzgebung pro Scientology zu schaffen und um anti-Scientology Gesetzgebung von Gruppen zu verhindern, die der Scientology entgegenstehen.“ (8)

Scientologen sollen also die Gesetzgebung des Landes respektieren, gleichzeitig aber darauf hinarbeiten, die Gesetzgebung in Richtung pro-Scientology zu verändern. Das staatliche Recht wird damit – vom Grundsatz her – nicht abgelehnt, vielmehr wird es als Autorität bestätigt, um sich dieser Autorität bemächtigen und sie im Sinne von KSW verändern zu können.

Ingo Heinemann schreibt auf seiner Homepage diesbezüglich: „Die Aktion, eine pro-Scientology-Regierung hervorzubrignen, besteht darin, sich die am höchsten plazierte Person im Regierungsapparat, die man erreichen kann, zum Freund zu machen, und im privaten Haushalt und in Büropositionen in ihrer Nähe Scientologen zu postieren und dafür zu sorgen, daß Scientology ihre Schwierigkeiten und ihren Fall löst.“ (9)

Der Scientology-Aussteiger Larry Brannan sagte: „Also wenn sie ein Gebiet „gecleart“ haben, werden sie erstens zur Regierung und zweitens machen sie die einzige Politik, der man folgen darf. Das bedeutet das Ende der deutschen Verfassung, das Ende der amerikanischen Verfassung, das Ende aller Gesetze, die nicht Teil von Scientology sind. Ihre Ziele, wenn sie sagen, dass sie nicht politisch sind, sind komplett politisch. Sie haben Richtlinien von Hubbard persönlich, die Regierung zu werden und alle Gesetze loszuwerden, die nicht Teil von Scientology sind.“ (10)

Hubbard formulierte es in einem Vortrag folgendermaßen: „unsere Zentrale Organisation wird dann einen Polit-Offizier haben und wenn Ihr dann die Umgebung gesäubert habt, ist der einzige Zweck Eures Zentrums, ein politisches Zentrum zu sein und dann seid ihr die Regierung und keiner kann das bestreiten.“ (11)

Alle Kirchen und Mitglieder sind aufgefordert, die Gesetze des Landes in dem sie leben und ihre Religion ausüben, zu befolgen.

Unter Berücksichtigung der bisherigen Ausführungen besagt diese Passage, dass Scientology die Gesetzgebung zu ihren Gunsten durch Nutzung der bestehenden Gesetze verändern will. Also keinen gewaltsamen Bruch mit den hiesigen Gesetzen anstrebt, sondern sich der geltendenGesetze bemächtigen will, um die Veränderung der Gesetze herbeizuführen. Das ist bei totalitären Systemen kein außergewöhnlicher Ansatz, in der deutschen Geschichte gab es diesen Ansatz ebenfalls. Hier wird also die Methode beschrieben.

L. Ron Hubbard legte deshalb in einer innerkirchlichen Richtlinie fest, dass alle innerkirchlichen Handlungen und Bestimmungen, auch im Bereich des eigenen Disziplinarrechts, KEINE Gesetze eines Landes verletzen dürfen.

Im Anbetracht der Tatsache, dass Scientology die Anpassung der geltenden Gesetzgebung an ihre innerkirchlichen Vorgaben anstrebt, ist die Aussage, dass alle innerkirchlichen Regelungen im Einklang mit der geltenden Gesetzgebung stehen müssen, eine Aussage ohne jeden Wert.

Tatsächlich wird hier gesagt, dass jede innerkirchliche Handlung jeden gesetzlichen Spielraum nutzen soll, der ihr – durch an der Veränderung arbeitenden Scientologen – gewährt wird. Und angezeigt, dass eine Identität zwischen innerkirchlichen und staatlichen Regelungen geschaffen werden soll.

In dem von L. Ron Hubbard verfassten „Der Weg zum Glücklichsein“ schreibt er unter der Regel Tun Sie nichts Illegales: „Wenn Sie merken, dass jemand in Ihrer Umgebung illegale Handlungen begeht, sollten Sie alles tun, was Ihnen nur möglich ist, um ihn davon abzubringen.“

Was sind illegale bzw. kriminelle Handlungen ? Dafür müssen wir etwas näher in die Ideologie von Scientology eindringen.

„Wenn ein Mensch darin versagt, Ethik auf sich selbst anzuwenden und die Moralgesetze seiner Gruppe zu befolgen, tritt das Recht auf den Plan.“ (12)

Hier wird noch einmal verdeutlicht, was wir bereits zum Thema Umdeutung von Begriffen am Beispiel der Ethik erläutert hatten. Unethisches Verhalten ist also jenes, das nicht mit den Gesetzen der Scientology übereinstimmt.

„Ein Mensch, der unethisch ist, (…) ist insofern ein potentieller oder aktiver Verbrecher“ (13)

„Verstöße, die in Scientology als Verbrechen behandelt werden, sind die folgenden: (…) Scientology oder Scientologen einer Gefahr auszusetzen. (…) Anstiftung zum Ungehorsam (…) Die Aufrechterhaltung der Disziplin zu verweigern. (…) Materialien oder Richtlinien der Scientology lächerlich zu machen oder sie Verachtung oder Hohn preiszugeben (…) Schwerverbrechen: Diese bestehen daraus, dass man sich öffentlich von der Scientology abkehrt oder unterdrückerische Handlungen begeht.“ (14)

„Unterdrückerische Handlungen sind definiert als Handlungen oder Unterlassungen, die unternommen werden, um Scientology oder Scientologen wissentlich zu unterdrücken, einzuschränken oder zu behindern.“ (15)

Natürlich sind in den Scientology Materialen auch sehr viele Handlungen als kriminell eingestuft, die von jedem Menschen als kriminell eingestuft werden. Diese Ausführungen sollen aufzeigen, dass der Begriff kriminell dennoch nicht deckungsgleich mit dem Verständnis der meisten Menschen in Scientology verwendet wird. Er wird benutzt, um unethisches Verhalten, also Verhalten, das nicht mit der Ausrichtung von Scientology konform geht oder gegen die Machenschaften von Scientology gerichtet ist, zu bezeichnen. Die Aussage „sollte Sie alles tun, was Ihnen nur möglich ist, um ihn davon abzubringen“ weist auf eine andere Policy hin, die unter dem Namen „Fair Game Policy“ bekannt ist.

„Fair game: Eine “Suppressive Person” (Unterdrückerische Person – Anm. d. Verf.) darf von jedem Scientologen mit allen Mitteln verletzt und ihrer Besitztümer beraubt werden, ohne daß der Scientologe Konsequenzen zu befürchten hat. Die “Suppressive Person” darf betrogen, belogen, verklagt oder vernichtet werden.“ (16)
„Eine wahrhaft unterdrückerische Person oder Gruppe hat keinerlei Rechte eines Scientologen.“ (17)

Übereinstimmend mit den bisherigen Ausführungen deutet es darauf hin, dass Scientology eine Gesetzgebung anstrebt, die Scientologen ermöglicht, Kritiker zu schädigen und zu beseitigen, ohne dass sie dafür juristische Sanktionen befürchten müssen.

Für das innerkirchliche Disziplinarrecht steht am Ende der Aufzählung innerkirchlicher Vergehen der Satz: „Nichts in diesem Kapitel soll je oder unter irgendwelchen Umständen irgendeineVerletzung der Gesetze des jeweiligen Landes oder irgendeinen absichtlichen Rechtsbruch rechtfertigen.“

Einige „innerkirchliche Vergehen“, wie sie Hubbard definiert hat:

„Nichtbefolgung: das Versäumnis, einer Anordnung Folge zu leisten.“ (18)

„Wissentliche oder wiederholte Abweichungen von der Standard-Technologie, von den Verfahrensweisen der Ausbildung oder von Richtlinien.“ (19)

„Sich zu weigern, einen E-Meter-Check zu erhalten.“ (20)

„Sich zu weigern, auditiert zu werden, wenn es von einer höheren Stelle angeordnet wird.“ (21)

„Den Empfang einer direkten und rechtmäßigen Anordnung eines leitenden Mitarbeiters nicht zu bestätigen, sie nicht weiterzuleiten oder sie nicht zu befolgen.“ (22)

Interessant ist, dass Scientology offensichtlich für diese und andere Vergehen „direkte Bestrafung“ (23) vorsieht. Diese Bestrafung besteht in der „Zuweisung eines persönlichen Zustandes von Notlage“ (24).

Die einzige positive Aktion, um das Überleben im Zustand der Notlage zu garantieren, ist nach Hubbard Expansion. Eine Formel für diesen Zustand ist die Straffung der Disziplin, „denn wenn nicht Disziplin durchgesetzt wird, so wird das Leben selbst die Person disziplinieren.“ (25)

Interessant ist also, dass es innerhalb von Scientology notwendig zu sein scheint darauf hinzuweisen, dass „nichts in diesem Kapitel (…) irgendeine Verletzung der Gesetze des jeweiligen Landes oder irgendeinen absichtlichen Rechtsbruch rechtfertigen“ soll. Zumindest erweckt es doch den Eindruck, dass bisweilen innerhalb von Scientology dazu geneigt wird, Vergehen wie Ungehorsam – was man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen muss – drastisch zu sanktionieren.

Norbert Pothoff, ein deutscher Aussteiger schreibt in seinem Buch „Wieder dieses RPF, diesmal ist Sabine in Gefahr. Das kann ich nicht zulassen. Susans Schilderungen vom Straflager sind mir noch zu lebhaft in Erinnerung, auch wenn Beate es später verharmloste. Meine Frau würde ich nicht ausliefern, niemals.“ (26)

Das hinterlässt doch einen bestimmten Eindruck vom innerlichen Disziplinar- und Strafsystem.
„Jeder solcher Verstöße soll den Schuldigen sowohl den gesetzlich vorgeschriebenen Strafen, also auch (innerkirchlichen) Ethik- und Rechtsmaßnahmen aussetzen“.

Nun möchte uns doch die Pressesprecherin des eingetragenen Vereins Scientology Kirche Bayern e.V. erklären, welche gesetzlichen Strafen denn für z.b. Ungehorsam oder Weigerungen, sich auditieren zu lassen, vorgesehen sind. Sicher wäre an dieser Stelle die Antwort, dass von den gesetzlich vorgeschriebenen Strafen gesprochen wurde und in diesen Fällen keine gesetzlichen Strafen zu erwarten sind.

Somit dürften auch keine innerkirchlichen Ethik- und Rechtsmaßnahmen erfolgen, da uns die Scientology Kirche Bayern vermitteln wollte, dass die innerkirchlichen Maßnahmen niemals andere sind als jene der geltenden Rechtssprechung.

Die angebliche Identität zwischen dem innerkirchlichen und staatlichen Rechtssystem, die hier angedeutet wird, lässt sich nicht nur durch Primärliteratur von L.R.Hubbard widerlegen, auch Aussteigerberichte und aktuelle Verurteilungen der Scientology-Organisation wie z.b. in Frankreich wegen organisierten Betruges sprechen eine ganz klare Sprache und bestätigen die Ausführung in diesem Schreiben von Frau Eilzer als P.R. / KSW.

Deutlicher kann die Oberhoheit des staatlichen Rechts im Verhältnis zum innerkirchlichen Recht wohl kaum zum Ausdruck gebracht werden.

Auf Seite 3 dieser Ausarbeitung wurde ausführlich das Verhältnis von Scientology zur „Oberhoheit des staatlichen Rechts“ beschrieben.

Das hinderte trotzdem einzelne, voreingenommene Mitglieder der früheren Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages nicht, die „Abkehr von Recht und Gesetz“ und – als notwendige Begründung von Überwachungsforderungen – die angebliche „Aushöhlung des unabhängigen Gerichtswesens“ ohne irgendwelche Belege künstlich zu konstruieren.

Wir hoffen, durch dieses Schriftstück einige Belege geliefert zu haben, dass es sich nicht um künstliche Konstruktionen handelt, sondern die Annahme, Scientology habe ein eigenes, vom staatlichen Recht unabhängiges Rechtssystem, das zudem nur vereinzelt Gemeinsamkeiten mit dem staatlichen Recht aufweist, sowohl durch die Praxis der Scientology Organisation als auch durch die Schriften des Gründers L.R. Hubbard, bestätigt wird.

Scientology ist ein totalitäres System, das auf absoluter Kontrolle seiner Mitglieder basiert, sich verschiedener Methoden der Verhaltensmanipulation bedient und „hierarchisch aufgebaut und straff militärisch organisiert“ (27) ist. Aussteiger berichten von Freiheitsberaubung, Folter und Nötigung. (28)

Allein die bloße Tatsache der Existenz einer innerkirchlichen, disziplinarischen Rechtsordnung wurde als „Beweis“ dafür bemüht, dass Scientology mit der staatlichen Gerichtsbarkeit und Rechtsordnung nichts am Hut habe.

Die Existenz eigener Straflager (29) sowie einer eigenen Abteilung, die sich mit der Beseitigung von Gegenabsichten aus der Umgebung befasst, und die Installation eines eigenen Geheimdienstes (30) dürfte deutlich aufzeigen, dass sich Scientology einer eigenen Gerichtsbarkeit bedient.

Das faktisch alle gesellschaftlichen Verbände und natürlich auch Religionsgemeinschaften – vom Sportverein (Beispiel DFB), den Gewerkschaften, den Parteien bis zu den Amtskirchen – über eine interne disziplinarische Rechtsordnung verfügen, genügt offenbar nicht, um den Betreibern dieser Argumentation die Absurdität ihrer Logik aufzuzeigen.

Es ist eine übliche Praxis bei Scientology, in der ersten Hälfte eines Rechtfertigungsschreibens Vorwürfe komplett zu leugnen und argumentativ auszuhöhlen, um im 2. Teil mit anerkannten, staatlichen Autoritäten zu „arbeiten“. Zum einen möchte man erreichen, dass der Leser denkt:

„Wieso wirft man Scientology etwas vor, was doch bei anderen Institutionen Gang und Gebe ist?“

Hierbei ist aber anzumerken, dass nicht die Frage, ob es ein internes Disziplinarrecht bei Scientology gibt, Grundlage der Überwachung ist, sondern „dass Scientology nach wie vor Bestrebungen verfolge, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet seien.“ (31)

Es ist nicht unüblich, dass Scientology in Schreiben, nachdem man versucht hat, die Vorwürfe zu bestreiten, dann, die Vorwürfe zu relativieren, zu einem direkten Angriff auf staatliche Stellen oder andere Institutionen und Feindbilder, wie z.b. die Psychiatrie, übergeht. Grundlage ist das Gesetz der Dritten Partei, d.h. Scientology geht davon aus, dass in in einem Konflikt immer eine dritte Partei existieren muss, die Ursache dieses Konfliktes ist bzw. versucht, einen Konflikt herzustellen. (32)

„Die verborgene dritte Partei, die manchmal nur die eine Seite zu unterstützen scheint, kann als Anstifter entlarvt werden.“ (33)

Ein „Gutachter“ der besagten Enquete, der selbst früher gegen die Scientology Kirche meist vergeblich prozessiert hatte und damit alles andere als in der Sache neutral und objektiv „gutachten“ konnte, ging – aufgrund eines aus dem Zusammenhang gerissenen Zitats – sogar so weit zu behaupten, es gäbe einen Beleg, dass Scientology die bestehende Rechtsordnung „pauschal ablehnt“ und im Falle von „politischer Macht“ nur noch ihr eigenes, innerkirchliches Rechtssystem zulassen würde.

Der Gutachter der Enquete-Kommission wird an dieser Stelle als verborgene dritte Partei dargestellt, die danach strebt, Scientology in ein falsches Licht zu rücken.

Häufig wird diese Dritte Partei, sofern es sich um einzelne Personen handelt, auch mit kritischen Personen, die zugleich als anti-soziale und anti-scientologische Persönlichkeiten dargestellt werden, gleichgesetzt. So verbreite eine „solche Person (…) hauptsächlich schlechte Nachrichten, kritische oder feindselige Bemerkungen, Abwertungen oder allgemeine Unterdrückung.“ (34)

Selbstverständlich unterstütze die „antisoziale Persönlichkeit (…) ausschließlich destruktive Gruppen“ und wüte „gegen jede Gruppe, die konstruktiv ist oder verbessern will, und greift sie an.“ (35)

Völlig abgesehen von der Tatsache, dass die Scientology-Kirche keinerlei politische Ziele verfolgt und erst recht keine Beteiligung an „politischer Macht“ anstrebt, sondern für die Trennung von Kirche und Staat eintritt.

Hier wird noch einmal versucht, sich selbst von jedem Machtstreben loszusagen, um dann eine gesellschaftliche Position zu beanspruchen, die von vielen Menschen als richtig empfunden wird.

Es handelt sich um den Versuch, Vorwürfe zu neutralisieren, um sich dann aus dieser Neutralität heraus positiv darzustellen. Gerade die Trennung von Kirche und Staat ist etwas, das viele Menschen unterstützen. An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die ersten Seiten dieser Analyse verweisen, die klar belegen, dass Scientology eher das Gegenteil anstrebt, nämlich den Staat nach den Vorgaben von L.R. Hubbard zu formen.

Das probiert Scientology nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft. Hierfür benutzt Scientology Verbände wie WISE (World Institute of Scientology Enterprises). Ziel von WISE ist „die übernahme der Wirtschaft auf der gesamten Welt durch die Scientology, indem die LRH- Verwaltungstechnologie in jeder Firma der Welt vollständig eingeführt wird, ob es sich um Scientologen handelt oder nicht.“ (36)

Davon abgesehen kann man nicht häufig genug erwähnen, dass Scientology in Deutschland aus gutem Grunde nicht als Kirche anerkannt ist und auch in den Vereinigten Staaten von Amerika jeder Mensch eine Kirche eintragen lassen kann. Kirche ist also dort nicht vergleichbar mit dem Begriff, wie er in Deutschland verwendet wird, vor allem ist er dort nicht gebunden an eine Jahrhunderte alte Tradition.

Das Gegenteil von politischer Macht bzw. politischen Zielen ist ihr aufgrund innerkirchlicher Richtlinien (von L. Ron Hubbard) nachweisbar untersagt.

Manchmal passieren eben auch führenden Scientologen freudsche Versprecher. Wir möchten diese Passage, nämlich dass der Scientology das „Gegenteil von politischer Macht bzw. politischen Zielen (…) nachweisbar untersagt“ wäre, einfach für sich stehen lassen und nicht weiter kommentieren.

Zur Bekräftigung dieser Tatsache haben die deutschen Scientology-Kirchen eine „Grundsatzerklärung für Menschenrechte und Demokratie“ (siehe scientology- fakten.de/scientology-kirche-deutschland-resolution-der-kirchenratsversammlung.html) im Jahre 2008 verbindlich in ihre Satzungen aufgenommen und sich von entgegen gesetzten Ansichten distanziert.

Mit dem Begriff „deutsche Scientology Kirchen“ sind die verschiedenen eingetragenen Vereine in Deutschland gemeint, die zu Scientology gehören.

Nachdem die Vorsitzende der Menschenrechtskommission Jan Eastgate nicht nur wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch vor Gericht stand, sondern auch aktuelle Informationen aus Australien belegen, dass die dortige Scientology Organisation Kinder und Jugendliche über Jahre systematisch ausgebeutet hat, sowie aktuelle Aussagen von Debbie Cook über die Spezialbehandlungen auf Flag (Freiheitsentzug, Schlafen auf Böden, die von Armeisenstraßen überzogen waren, körperliche Misshandlungen), wird deutlich, wie weit es mit dem Begriff der Menschenrechte bei Scientology her ist. Oder es ist ein Indiz dafür, dass Scientologen, wie schon in der Einleitung ausgeführt, oft Begriffe anders verstehen als Menschen, die nicht das scientologische System durchlaufen haben. Interessant ist an dieser Stelle auch, was Scientology Gründer L.R.Hubbard zu Bürgerrechten schreibt.

„Eines Tages wird es vielleicht ein viel vernunftgemäßeres Gesetz geben, das nur Nichtaberiierten erlaubt, zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen.“ (37)

„Vielleicht werden in ferner Zukunft nur dem Nichtaberrierten die Bürgerrechte vor dem Gesetz verliehen. Vielleicht ist das Ziel irgendwann in der Zukunft erreicht, wenn nur der Nichtaberrierte die Staatsbürgerschaft erlangen und davon profitieren kann. Das sind erstrebenswerte Ziele.“ (38)

Während andere Weltreligionen zum Teil heute noch ein Problem mit den Menschenrechten haben oder sie zum Teil erst in den 1960er Jahren für sich als verbindlich anerkannt haben (so z.B. das Vaticanum II der kath. Kirche), geht das Glaubensbekenntnis der Scientology-Kirche mit Gründung der ersten Scientology-Kirche im Jahre 1954 sofort von der Gott gegebenen Gleichberechtigung aller Menschen und ihrer Seelen aus.

Mit dem Ausdruck „andere Weltreligionen“ versucht sich Scientology, selbst als Religion darzustellen. Scientology ist aber keine Religion, schon gar keine Weltreligion, sondern eine totalitäre Sekte, der es darum geht, möglichst viel Geld zu machen und die sinkende Mitgliederzahlen zu beklagen hat.

„Mach Geld. Mach mehr Geld. Mach daß andere Leute produzieren um mehr Geld zu machen.“ (39)

Zu dem Verständnis von Gleichberechtigung verweisen wir auf die zuvor genannten Zitate und die Ausführungen zu den „zwei Arten von Menschen“ (40), die sich in Einführung in die Ethik der Scientology finden.

Gleichzeitig verlangte die Scientology-Kirche hierin implizit und in späteren hierauf aufbauenden internen Kodizes entsprechend, verbindlich und ausdrücklich spätestens seit 1969, von den Mitgliedern die Beachtung und Förderung der Menschenrechte und die Befolgung des Grundsatzes „des gleichen Rechts für alle“.

„Eine wahrhaft unterdrückerische Person oder Gruppe hat keinerlei Rechte eines Scientologen.“ (41)

„Der Anti-Scientologe (…) Der Zustand von Anstaltinsassen lässt sich gewöhnlich auf den Kontakt mit solchen Persönlichkeiten zurückführen. Wir sehen also, dass es für Regierungen, für polizeiliche Tätigkeiten (…) wichtig ist, diesen Persönlichkeitstyp erkennen und herausisolieren zu können, um die Gesellschaft und das Individuum vor den destruktiven Folgen zu schützen, die entstehen, wenn man solchen Personen freies Spiel gewährt (…)“ (42)

„Nur der geistig gesunde, wohlausgeglichene Mensch versucht, sein Verhalten zu verbessern.“ (43)

„Ebenso könnte sowohl soziale als auch wirtschaftliche Erholung eintreten, wenn die Gesellschaft diesen Persönlichkeitstyp als ein krankes Wesen erkennen und ihnen isolieren würde, so wie man jetzt Leute mit Pocken in Quarantäne steckt.“ (44)

Das innerkirchliche Disziplinarsystem ist, wie bei vielen anderen Vereinen oder Religionsgemeinschaften auch, nur für interne disziplinarische Angelegenheiten zuständig oder als Schlichtungsstelle für zivilrechtliche Angelegenheiten unter Mitgliedern und – das Einverständnis der Streitparteien eines derartigen Verfahrens vorausgesetzt – auch zwischen einem Mitglied und einem Nicht-Mitglied.

Ein Strafsystem wie das von Scientology ist bei anderen Vereinen oder Religionsgemeinschaften nicht bekannt, allenfalls einige andere Sekten verfügen über ähnliche Ansätze, haben sie aber nicht so entschieden ausgearbeitet wie Scientology dies getan hat.

Wie man sich ein solches Schlichtungsverfahren mit Nicht-Mitgliedern vorzustellen hat, könnte der Fall LisaMcPhearson andeuten. Nach dem Tod der jungen Frau in der Obhut von Scientology kam es 2004 zur Einstellung des Zivilverfahrens, das durch die Familie von Lisa McPhearson angestrebt wurde, durch einen vertraulichen Vergleich.

Die Familie von LisaMcPhearson bemüht sich bis heute um Aufklärung. Das Strafverfahren gegen die zuständige Scientology Abteilung (FSO) wurde eingestellt, nachdem man den Betreuern von Lisa McPhearson Straffreiheit zusicherte, um die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. (45)Man hat letztlich nur vage Andeutungen, welche Funktion die sogenannte Schlichtungsstelle wirklich erfüllt.

Diese Schlichtungsstelle dient letztlich auch der Entlastung der Zivilgerichte. Alle solchen zivilrechtlichen Angelegenheiten werden – dem Charakter der Schlichtungsstelle entsprechend – von einem Kaplan der Scientology-Kirche geleitet.

Scientology versucht an dieser Stelle, der eigenen Schlichtungsstelle noch eine positive Note zu verleihen. Wenn die Schlichtung nach scientologischer Art allerdings dazu führt, dass wie im Fall Lisa McPhearson eine Aufklärung verhindert wird, stellt sich die Frage, ob Scientology mit dieser Aussage nicht eher die Annahme bestätigt, dass sie ein Rechtssystem unabhängig von den staatlichen Instanzen installiert haben.

Rechtsanwälte sind in solchen Verfahren grundsätzlich zugelassen, auch wenn so genannte „Experten“ anderer Meinung sind.

Es stimmt auch mit unseren Recherchen überein, dass Experten, die sich mit Scientology seit Jahren befassen und in vielen solcher Verfahren ermittelt haben, die Meinung vertreten, dass die Aussage von Scientology, es wären Rechtsanwälte (die nicht Scientologen sind) zu den Verfahren zugelassen, nicht richtig ist,

Zum Vergleich müssten eher die existierenden innerkirchlichen Rechtssysteme aller Weltreligionen, hinsichtlich ihrer tatsächlichen Schnittstellen mit dem jeweiligen staatlichen Rechtssystem, weit mehr Anlass zur Besorgnis geben, als die innerkirchlichen Disziplinarverfahren der Scientology-Kirche.

Hier wendet Scientology wieder die Strategie an, von sich selbst abzulenken und die Situation relativieren zu wollen. Auch stellt sich Scientology erneut auf eine Stufe mit den Weltreligionen, was schon per Definition verkehrt ist, da Scientology nur in einigen Staaten als Religion anerkannt wurde (neben der Spagetti-Monster-Religion, Church of Satan und anderen Merkwürdigkeiten).

Der restliche Brief ist im groben nur eine Wiederholung schon genannter Ansätze. Gerade bei Scientology ist es üblich – und wird im Rahmen der Trainingsroutinen, die Teil aller Scientology Programme sind – mit der Wiederholung von Mustern oder Worten Menschen zu konditionieren und bestimmte Überzeugungen zu suggerieren. Uns fiel während der Analyse der Erklärung des eingetragenen Vereins auf, dass auch hier mit der Wiederholung von Statements gearbeitet wurde. Wir nehmen an, dass sich die Scientology Kirche Bayern e.V. darüber sehr wohl im Klaren war und mit dieser Methode bewusst gearbeitet hat.

Wir hoffen, mit unserer Analyse etwas zur Aufklärung beigetragen zu haben. Wir nehmen an, bald wird es eine neue Stellungnahme geben, wir werden auch diese wieder im Keim ersticken und sie als Grundlage nutzen, um den Menschen die Rhetorik und Manipulationsstrategien von Scientology zu erklären und die Machenschaften und Denkweise dieses totalitären, demokratie- und menschenfeindlichen Systems zu vermitteln.

Wenn Du Scientologe und durch diesen Text zum Nachdenken gekommen bist, wende Dich ruhig an die Behörden in Deiner Gegend oder nimm Kontakt zu einer Anonymous Gruppe auf, die Dir helfen können, aus der Sekte auszusteigen. Wir wissen, dass Du ein guter Mensch bist und Dich verbessern wolltest. Die Brücke zur Freiheit liegt jenseits von Scientology.

  1. Email von Debbie Cook, die sie an 12000 OTs schrieb
  2. Dianetik, L.R. Hubbard, S. 26
  3. Dianetik, L.R. Hubbard, S. 43
  4. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S.159
  5. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S.153
  6. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S.153
  7. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S.177
  8. HCOPL, 13.03.1961 in OEC Band 7 Seite 487, ingo-heinemann.de
  9. HCOPL, 13.03.1961 in OEC Band 7 Seite 487, ingo-heinemann.de
  10. „Der gesäuberte Planet – die Reise ins Innere der Scientology“, http://www.ilsehruby.at/thetan.html
  11. „Creating a new Civilization“, L.R.Hubbard, Vortrag, http://www.ilsehruby.at/hrubybookgerman.html
  12. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R.Hubbard, S.25
  13. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R.Hubbard, S.25
  14. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S. 201 – 208
  15. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S. 209
  16. HCOPL, Penalties for lower conditions, L.R.Hubbard
  17. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S.236
  18. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R.Hubbard, S.196
  19. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R.Hubbard, S.197
  20. Ebd.
  21. Ebd.
  22. Ebd., S.198
  23. Ebd., S.200
  24. Ebd., S.200
  25. Ebd., S.78
  26. Im Labyrinth der Scientology, Norbert Pothoff, S. 223
  27. Relilex online, Joachim Happel, Referenz: Bayerisches Staatsministerium des Inneren
  28. Scientology ist eine kriminelle Organisation, Hendrik Ternieden, Spiegel Online 20.11.2009
  29. Gehirnwäsche im Rehabilitation Project Force, Behörde für Inneres,
    http://www.hamburg.de/contentblob/109284/data/gehirnwaesche.pdf
  30. http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=82&Itemid=125
  31. „Verfassungsschutz darf Scientology weiter überwachen“, RP online, 12.2.2008
  32. Scientology Handbuch, Das Gesetz der Dritten Partei, http://german.scientologyhandbook.org/sh8_1.htm
  33. Scientology Handbuch, Das Gesetz der Dritten Partei, http://german.scientologyhandbook.org/sh8_1.htm
  34. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R.Hubbard, S.115
  35. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R.Hubbard, S.118
  36. WISE-Richtlinie Nr. 2 vom 5. 5. 1986 / und http://www.anti-scientology.ch/wise-firmen.htm
  37. Dianetik, L.R. Hubbard, S. 373
  38. Dianetik, L.R. Hubbard, S. 483
  39. HCOPL Issue I, L.R. Hubbard, 09.03.1972
  40. Einführung in die Ethik der Scientology, L.R. Hubbard, S. 109
  41. Ebd., S. 236
  42. Ebd., S. 113 – 114
  43. Ebd., S. 118
  44. Ebd., S. 120
  45. „Wo ist das Lächeln von Lisa McPhearson?“, http://www.ilsehruby.at/LisaMcPherson.html

Scientology betreibt Arbeitslager für Kinder

Seit ein paar Jahren beobachte ich schon die Scientology Lebensgeschichte des Adrian Kelsey, ein Ex-Scientologe, der im damaligen Glauben das Richtige für seine Kinder zu tun, diese in recht jungen Jahren der Organisation, genauer gesagt der scientologischen paramilitärischen Organisation (Sea Org) überließ. Im Jahre 2010 suchte Adrian Hilfe bei Brian Seymour einem australischen Journalisten. Mit seiner Unterstützung und der Unterstützung australischer Ex-Scientologen gelang es Adrian seinen Sohn Shane aus der Sea Org zu befreien.

Shane berichtete nun erstmals im australischen Fernsehen über die Torturen, de psychische Folter, die er seit seinem 6. Lebensjahr durchleben musste. Er wurde zu einem Arbeitssklaven. Mit 8 Jahren unterschrieb er den Vertrag der Sea Org und verpflichtete sich eine Milliarde Jahre für die Organisation zu arbeiten. Mit 18 Jahren kam Shane in das RPF, ein Straflager, besser gesagt Umerziehungslager…

Hier das Script des ersten Videos entnommen aus der Village Voice.

Scientology Labour Camps

Reporter Bryan Seymour
Broadcast February 14, 2012

It is Australia’s secret compound where men, women and children are kept virtual prisoners.

It’s right in the middle of a quiet suburb.

It’s also a place where children are separated from their parents, forced to work full time for no pay and live in squalid conditions.

Those who’ve survived this place say they were brainwashed into believing they could not leave and that they deserved the shocking treatment dished out.

Tonight you’ll meet a young man who escaped this place with the help of his father.

„I lived in that garage for about a year and a half, maybe two years,“ said Shane Kelsey, a former Scientologist.

„Shane’s story is one of shocking abuse, child abuse, it’s one of a child being enslaved,“ said Senator Nick Xenophon.

„I was there for 10 years all up in the Church of Scientology as a staff member, and how could I inflict that on my children which I’ll forever feel like I have to make up,“ said another former Scientologist, Peta O’Brien.

Shane Kelsey is now 21 years old. Until just over a year ago he had never used the Internet, watched television or followed the media.

„You’re not allowed to read any books other than Scientology books, you can’t read newspapers, no radio, no movies, nothing,“ Shane said.

Shane says he was held captive and groomed to see all of us on the outside as pathetic, useless and stupid.

„So I lived in a garage until that got flooded by a storm and my mum got really pissed off and said ‚what the hell‘ and so I got moved into a closet. It is a closet under the stairs… maybe two meters long and a meter wide,“ Shane said.

This is the true Australian headquarters of the Church of Scientology. In the Sydney suburb of Dundas lays the RPF base — it stands for Rehabilitation Project Force. It’s
where Scientologists are sent for punishment and training… For crimes that most of us would regard as trivial.

Reporter Bryan Seymour at the Base: „Scientology promised us someone would come and talk to us, that hasn’t happened. I couldn’t get through on the phone. More than 50 requests for interviews on camera have been flatly refused. The bottom line is they don’t want people to know what’s going on inside there, those who’ve lived in there like Shane, say it’s like a gulag, a prison and yet it’s in the middle of a suburb, it could be any suburb in Australia. People here would he horrified to know what has been going on in there for so many years and continues to this day.“

Shane Kelsey’s mother and father were dedicated Scientologists in Sydney, so they put their son Shane into its highest corps at the age of six — little Shane moved into a tiny room with 11 other children.

By the age of seven…

Shane: „We’d go down the streets and there’d be eight of us, ten of us, young as and we’d go down and pledge people up to drug free lives.“

Seymour: „How old were you when you first started doing that?“

Shane: „I first started doing that when I was seven.“

At the age of eight…

Shane: „I signed my contract when I was eight years old.“

Seymour: „And what was the contract for?

Shane: „It was a billion year contract.“

Seymour: „Billion year contract?“

Shane: „Hmm, hmm.“ (nods)

Seymour: „And what does that mean?“

Shane: „It means you’re volunteering or servicing the Church for the next billion years….We used to do marching, close order drilling, things like that.“

Seymour: „What for, were you preparing for battle?“

Shane: „No, just because it was a form of discipline.“

Seymour: „How often were you able to see your parents?“

Shane: „I saw them once a week.“

Shane’s mother and father would soon separate and his dad Adrian moved overseas then left Scientology.

Meanwhile, the work schedule for children was full time, hard and without reward.

Seymour: „You were working 35 hours a week when you were eight years old. How many hours a week did that grow by the time you were, say, 14?“

Shane: „Ahh, by the time I was 14 I was working in the kitchen.“

A military muster every morning required marching and saluting to the cause of saving mankind from the intergalactic ravages described by its science fiction founder L. Ron Hubbard.

They wore all black uniforms and were required to run always, never walk.

So-called home schooling was provided in fits and starts, taking a back seat to hard labor and brainwashing.

Shane: „As soon as you turn 15, anyone, you’re straight out of school. It doesn’t matter what grade you’re in, what level of maths, what level of anything, you’re straight out.“

The mess hall served food priced at 30 cents per meal, mostly beans and rice. The adults ate first.

Shane: „Yeah, that’s right… they would all come in and eat whatever they wanted and then we went after them to take what’s there… sometimes there wouldn’t be much so you’d get little bits of food and it wasn’t really sufficient.“

Those who dared question the brutality of this place were dealt with swiftly and severely.

Shane: „They used to live under our squash courts…it’s a mud, dirt floor…We put people in there and they live in there, when they’re on the RPF’s RPF they’d sleep down there and they’d study down there.“

Seymour: „Why would you put people in a dank, mouldy, sinking foundation underneath a squash court?“

Shane: „Because you’re a bad person, you have to be segregated from everyone,“ Shane said.

By the age of 15 Shane was living a nightmare even he now struggles to believe.

Shane: „As soon as i turned 15 I was seven days a week, 14 hour days.“

Seymour: „That’s 100 hours a week?“

Shane: „Yeah.“

In a commercial kitchen, Shane and other children slaved away — cooking meals all day every day… studying and snatching what little sleep they could.

Shane: „We’d get anywhere between $4 pay to $35 ($35 a day?) $35 a week.“

„That’s completely unacceptable, but there’s not a law in New South Wales that makes it illegal to work a child for those hours… that’s extraordinary, but that’s the case,“ said lawyer Grainne O’Donovan.

Among those who needed to be fed was billionaire James Packer. For several years beginning in 2002, Mr Packer came to the Church of Scientology in the early mornings to receive auditing and instruction.

Seymour: „How much did you get paid for cooking meals for James Packer?“

Shane: „I didn’t get paid anything, there was no bonus or anything, it was just the meal you cooked.“

There is no suggestion Mr Packer had any idea who was preparing his meals or their work conditions.

Seymour: „What did you cook for him, do you remember?“

Shane: „Oh, just steak and chips or a nice salad or omelets those kinds of things, it had to be nice, like it wouldn’t just be sloppy, it had to be nice.“

Mr Packer left Scientology around 2008. It would be more than two years until Shane made his break for freedom.

In late 2010, Adrian Kelsey decided to rescue his son.

He invited us to document his attempt. He informed police of his plans to go to the compound and demand his son’s release. He had protest signs ready if they refuse to let him come out. Then Shane came out to meet his father… the first they’d seen each other in four years.

Shane and Adrian were followed by Scientology „enforcers,“ so Shane reluctantly returned to the compound to avoid trouble. One week later he was sent to work near the compound’s boundary and he made a break for it.

„Scientology have no right to mess with family,“ said Adrian Kelsey.

It took Shane 14 months to shake off Scientology, discover the truth, learn about the real world and tell his story.

„One thing that would be good is if they actually just stood up and said ‚Sorry, it wasn’t right, we’re going to change it‘ — but that is just not going to happen,“ Adrian said.

„Shocking! There were also children at the house,“ said Peta Obrien, who lived at the RPF base between 1997 and 2000. She confirms Shane’s account of the appalling conditions.

„You do two hours of work, then you go and study for two and a half hours in the RPF it was five hours and then you go to work again, hard labor, picking with a rock pick, chipping away at rocks till they erode,“ O’Brien said.

Now a successful architectural designer, Peta believes Scientology has nothing of value to offer the community.

„Close it down, doors shut and all the staff members going back to their families and living their lives,“ O’Brien said.

„This is degrading and inhumane treatment,‘ said lawyer Grainne O’Donovan. Based in Perth, O’Donovan has devoted her time and expertise to helping survivors of the cult seeking justice. O’Donovan has also campaigned with the Internet-based activist group Anonymous that has raised awareness about Scientology.

„At some level they (Scientology) have become convinced, I suppose, that it’s appropriate and that the group is more important than the individual,“ O’Donovan said.

RPF bases like the Sydney compound exist in other countries. Those who’ve escaped from them tell similar stories – Having fingers broken on the orders of the leader of Scientology, screamed at and slapped for 20 hours straight whilst having cold water poured over their head and much more… much worse.

„The authorities need to investigate this urgently. This is something that requires police investigation,“ said Independent Federal Senator Nick Xenophon, who has championed a campaign to shed light on the darkness at the heart of this group.

„What makes this worse is that this organization is being subsidized by Australian taxpayers because it doesn’t pay any tax,“ Senator Xenophon said.

Shane has his father back, yet his mother Lesley remains inside Scientology.

„I hope she hears word of this and sums up the courage to actually find it and watch it,“ Shane said.

„She will, she will have to escape… yeah, they won’t let her go… leaving’s not an option, she will have to escape,“ Shane said.

The Church of Scientology refused to be interviewed for this story. In a written response Scientology denied any mistreatment of its members.

The response also declared:

„Anyone on the program is there because they want to be there…“

„They are completely free to withdraw at any time during induction or later.“

„When Shane left the church in late 2010, he simply got his bag and walked out the door…“

„It is very sad that Shane has changed his story…“

The celebrities used to advertise Scientology likely have little idea that people like Shane Kelsey even exist.

Now they do.

Adrian and Shane hope they do something about it for the sake of other families.

„I regained a son.“

„I got my dad.“

Ranghohe Scientologin in Australien erneut angeklagt

Die ranghohe Scientologin Jan Eastgate (auch bekannt als Janice Meyer und Präsidentin von der scientologischen Organisation „Citizens Commission of Human Rights“, KVPM) wurde erneut in Australien angeklagt, diesmal wegen Justizbehinderung. Der australische Fernsehsender abc berichtete hierüber. http://www.abc.net.au/lateline/content/2012/s3425397.htm

Im Jahre 2011 wurde sie bereits wegen der Verschleierung eines Kindesmissbrauchs an einem scientologischen Kind verhaftet, angeklagt und vor Gericht gestellt. Dieses Verfahren dauert bis heute an.

Hier die beiden Fernsehberichte aus dem Mai letzten Jahres.

Debbie Cook und eine Verurteilung in Frankreich

In diesem Blog werde ich mich mal nicht mit den Kindern beschäftigen, die in Scientology leben und aufwachsen müssen, aber dennoch sind diese Informationen auch positiv für sie.

Viel ist passiert in der letzten Zeit, zum einen hat sich eine hochrangige Scientologin, Debbie Cook, die der Sekte und Hubbard noch treu ergeben ist, sich mit einer Mail an 12 000 OTs (Operierende Thetane) gewandt. In dieser Mail hat sie die „Führungsspitze“ kritisiert. Sehr ungewöhnlich und mutig für eine noch in der Sekte praktizierende Scientologin. Die deutsche Übersetzung der Mail gibt es hier zu lesen.

Die Sekte verklagte nun Debbie Cook, der scientologische Geheimdienst (OSA)wurde auch aktiv, sie versuchten der scientologischen Welt glaubhaft zu machen, dass die Mail nicht von Debbie Cook kam, dann versuchten sie Debbie Cook als eine PTS darstehen zu lassen, in dem sie ihr vorwarfen sie hätte Kontakt zu Kritikern etc. Debbie Cook nahm sich jetzt einen Anwalt mal sehen, wie die ganze Sache ausgehen wird. Zumindest fängt in der Sekte kritisches Denken an, dies ist imo ein kleiner Lichtblick auch für die scientologischen Kinder.

Gestern freute ich mich riesig, dass ein Pariser Berufungsgericht die Verurteilung der Scientology Organisation wegen bandenmäßigen Betrugs bestätigt hat.  Die Frankfurter Rundschau schrieb hierzu:

Urteil gegen Scientology gefallen

Die umstrittene Scientology-Organisation ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu insgesamt 600.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung aus erster Instanz.

Paris –

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten. Sie sollen unter anderem in den 90er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, in kurzer Zeit mehr als 21.000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung auszugeben.

Neben der Scientology-Organisation bestrafte das Gericht auch die Drahtzieher der Taten. Zwei Führungspersonen bekamen je eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung und müssen 30.000 Euro Geldstrafe zahlen.

„Das ist eine historische Entscheidung“, kommentierte Olivier Morice, der Anwalt der Anti-Sekten-Organisation Unadfi. Seiner Meinung nach ist das Urteil nur der Beginn eines Weges, der zum Verbot von Scientology führen könnte. Es ist das erste Mal, dass die Organisation in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt wird.

Scientology-Verbot gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Ursprungsverfahren zunächst ein Verbot von Scientology gefordert. Wenig später wurde allerdings bekannt, dass eine solche Strafe in einem Betrugsfall gar nicht mehr möglich ist. Ein entsprechendes Gesetz war kurz vor Beginn des ersten Prozesses im Jahr 2009 geändert worden.

Scientology wurde 1954 von dem Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard in den USA gegründet. Die Organisation hat ihre Zentrale in Los Angeles und bezeichnet sich selbst als Kirche.Die Bundesregierung sieht Scientology dagegen nicht als Religionsgemeinschaft an. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes enthält die scientologische Programmatik „zahlreiche tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen und für das Ziel der Errichtung einer totalitären Staatsordnung und einer Willkürherrschaft.“ (dpa)

Viel ist passiert in der letzten Zeit und ich finde es schön dabei zuzuschauen, wie dieser Kult langsam aber beständig in seine Schranken verwiesen wird und vielleicht wird er irgendwann ganz verschwinden.

Demos im Februar 2012

Anonymous „kämpft“ nun seit 4 Jahren gegen Scientology, hier  nun die gesammelten Geburtstags Raids im Februar 2012.

Berlin, Samstag 11. Februar 2012 von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Treffpunkt ist um 12:00 Uhr beim McDonalds am S-Bahnhof Zoologischer Garten, dann geht es gemeinsam zur Org…

Stuttgart, Samstag, 11. Februar 2012 von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Hohenheimer Straße 9 gegenüber der Scientologyorganisation …

Düsseldorf, Samstag 18. Februar 2012 von 14.00 Uhr – 16.00 Uhr

Treffpunkt ist wie immer um 14 Uhr vor dem Vorderausgang des Düsseldorfer Hauptbahnhofs – wir sammeln uns bis ca. 14 Uhr, dann wird gemeinsam zur Org gelaufen.

Hamburg, Samstag 11. Februar 2012 von 12.00 Uhr – 15.00 Uhr

Treffpunkt ist wie immer ab 12:00 Uhr in der Hbf-Wandelhalle, Ausgang Spitalerstrasse …

Wien, Samstag, 18. Februar 2012 von 14.00 Uhr – 18.00 Uhr

1060 Wien, Ecke Mariahilfer Straße/Neubaugasse/Amerlingstraße

Video: Die dunkle Seite Scientologys

Im Jahre 1997 sendete die ARD einen sehr guten Bericht über die Scientology Organisation. Ich habe ihn lange gesucht und nun in einer englischen Version gefunden. Leider kann ich die deutsche Version nicht mehr finden, aber sollte ein Leser wissen, wo sie sich befindet, wäre ich um eine kurze Mail oder einen kleinen Kommentar dankbar.

Nun das Video in 6 Teilen und im Anschluss poste ich noch das deutsche Transcript.

 

Transcript

Garry Scarff und die Mordaufträge II

 

Die dunkle Seite von Scientology, ein Film aus der Reportagenserie Gesucht wird …, gesendet im 1. Programm der ARD am 2. April 1997, gedreht von den TV – Journalisten Botros und Koch aus Bremen:

February 1997, Los Angeles. Wir haben die Polizei zu Hilfe gerufen. Unser Kronzeuge, Garry Scarff, ehemaliger Scientology – Agent hat einen Nervensusammenbruch erlitten.

Garry Scarff: Sie werden mich umbringen und sie wissen wo meine Eltern leben.

5 Tage zuvor, Clearwater, Florida. Dreharbeiten vor dem Hotel Fort Harrison, dem geistigen Zentrum von Scientology. Sofort werden wir von einem Sicherheitsmann der Organisation fotografiert. Garry Scarff kennt das Spiel. Bis 1992 stand Scarff auf der anderen Seite, war Scientology – Agent, dann stieg er aus und wurde zum erbitterten Gegner. Wochen zuvor hat er uns von Straflagern, mysteriösen Todesfällen, ja sogar von, im Jahre 1991, geplanten Mordanschlägen erzählt. Diesen schweren Vorwürfen gegen die Organisation wollen wir nachgehen. Scarff hier rechts, will uns dabei unterstützen. In userer Begleitung ist auch Martin Ottmann aus Stuttgart, links, er arbeitete bus 1992 als Mitglied der paramilitärisch ausgerichteten Sea Org, der Eliteeinheit von Scientology hier in Florida

Die Anwesenheit von Scarff und Ottmann, versetzt die Scientology – Mitarbeiter in große Nervosität. Nie zuvor sind Aussteiger, die so intime Kenntnisse besitzen, mit so massiven Vorwürfen im Fernsehen aufgetreten.

1. Scientologe: Wieviel kriegt ihr dafür bezahlt?

2. Scientologe: Also was hier abgeht das ist ein Witz.

Garry Scarff: Ich war Mitarbeiter, des „Office of Special Affairs“ OSA, das ist so etwas wie der Geheimdienst von Scientology. Da gibt es die Schaltzentrale, den berüchtigten „Ware – Room“ im Hauptquartier in Los Angeles. Die Organisation verfügt dort über ein ausgeprägtes Computer – und Kommunikationsnetz, das Informationen über die Aktivitäten von Scientology – Kritikern weltweit zusammenträgt und auswertet, rund um die Uhr.

Über sein Tätigkeit für das „Office of Special Affairs“, hat Scarff umfassende Aussagen unter Eid gemacht.

Reporter: Warst Du an irgendwelchen kriminellen Aktivitäten beteiligt?

Garry Scarff: Es gab mal einen Auftrag, über den ich später unter Eid aussagen sollte. Ich habe damals mein Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch genommen und würde es heute wieder tun, weil ich sonst für sehr lange Zeit ins Gefängnis wandern würde. Die Einnahmen aus diesem Einsatz sind direkt an den Geheimdienst OSA geflossen.

Vorbesprechung für die Dreharbeiten am nächsten Tag. Wir wollen versuchen, angebliche Häftlinge der Organisation aufzuspüren. Das sogenannte Rehabilitationsprojekt „RPF“ sei in Wirklichkeit ein Arbeitslager der Sea Org, sagt Garry, für Mitglieder die auf ihrem Posten versagt hätten. Auch wer nicht genügend Umsatz mache, müsse in Arbeitslager. Martin Ottmann hat regelmäßig in einem Wohnkomplex von Scientology, der sogenannten „Hazienda“, schwarz gekleidete Strafarbeiter beobachtet.

Früh am nächsten Morgen auf dem Weg zur „Hazienda“. Wir rufen uns noch einmal die Anweisungen der Organisation für das sogenannte Rehabilitationsprojekt in Erinnerung:

Persönliche Einschränkungen und Bestrafungen:

darf nur sprechen, wenn er selbst angesprochen wird,

schläft und ißt in einem getrennten Bereich,

hat keine Freiheiten.

Garry Scarff: Da ist ein Strafarbeiter. Da findet ein Treffen statt. Die sitzen da im Kreis zusammen. Da ist er, da ist er, er macht eine Sicherheitsüberpüfung. Er läuft, seht ihr, er läuft.

Martin Ottmannsagt, die Häftlinge müßten ständig in Bewegung sein. Mitunter zur Strafe, tagelang um einen Baum laufen.

Reporter: Was verbirgt sich hinter dem Begriff Rehabilitationsprojekt?

Ottman: Also es ist ein Straflager sozusagen, also so stelle ich mir ungefähr ein Gulag im stalinistischen Rußland vor.

Reporter: Wie hat man sich als Laie so ein Straflager vorzustellen?

Ottmann: Man bekommt zürt schwarze Kleidung, die man tagtäglich tragen muß. Man muß am Tag mindestens 16 Stunden arbeiten. Man muß sich 5 Stunden mit dem eigenen Fall auseinandersetzen. Und man hat dann keinerlei Kontakt mehr zur Außenwelt.

Reporter: Aber die Leute fliehen doch nicht, sie könnten doch fliehen und fliehen nicht.

Ottman: Ja, aber sie sind abhängig davon. Sie sind abhängig gemacht worden und sie haben sich abhängig gemacht von Scientology. Ihr Leben hängt nach ihrer Ansicht nach völlig von Scientology ab und sie lassen sich lieber derartig erniedrigen, als daß sie sich von Scientology abwenden.

Auf dem Weg nach Cape Corell. Martin hat uns empfohlen mit Hana Whitfield zu sprechen. Wir lesen noch enmal, was sie unter Eid ausgesagt hat: „Sea Org – Mitglieder wurden oft gefangengehalten, in einem dunklen, schmutzigen und stinkenen Loch, in dem die Ratten zu Hause waren.“ Garry und Hana Whitfield waren Jahre lang Mitglieder der Eliteeinheit Sea Org. Hana brachte es sogar zum Deputy Commodore, zur Stellvertreterin des Scientology – Gründers Hubbard.

Hana Whitfield: Diese Fotos wurden Anfang der 70er Jahre aufgenommen. Das bin ich in der Mitte. Das ist Diana die älteste Tochter von Ron Hubbard und seiner dritten Frau Mary Sü. Hier bin ich wieder. Das ist Hubbards Tochter und das sein Sohn Qüntin. Meine Loyalität zu Scientology galt ohne jede Einschränkung, dennoch wurde ich beschuldigt schlechte Gedanken über Hubbard zu haben. Das war mein angebliches Verbrechen. Ich wurde von zwei kräftigen Männern zu einem Bereich im Fort Harrison geschleppt, der an die Garage grenzt. Das Straflager war auf der 2. und 3. Etage untergebracht. Ich wurde etwa 2 Tage lang in einem fensterlosen Raum eingesperrt, ganz allein. Ich hatte kein Bett gar nichts. Nur eine Matraze auf dem Boden. Die Lichter waren manchmal an, manchmal aus. Wir mußten viele Reparaturarbeiten leisten. Wir haben die Drecksarbeit gemacht. Die Badezimmer und Klos gereinigt. Und als sie Bauarbeiten im Fort Harrison durchführten mußten wir den Bauschutt aus den obersten Etagen in Eimern runtertragen und dann den Mörtel hochschleppen. Wir durften die Fahrstühle nicht benutzen.

Hier die dreigeschossige Garage des Fort Harrison, und eine schwarz gekleidete Scientologin, offenbar eine Strafarbeiterin. Hanas Mitgefangene Linn wurde im Keller sogar angekettet.

Hana Whitfield: Sie arbeitete für das Guardian Office, heite heißt das „Office of Special Affairs“, OSA, und ist so etwas wie die CIA in Scientology. Die Undercover – Spionage – Abteilung der Organisation. Linn hatte den Auftrag, gewisse Ermittlungen in Washington durchzuführen. Dabei hatte sie Unregelmäßigkeiten festgestellt und wollte, daß: der Fall untersucht wird. Ihre Vorgesetzten waren aber entschieden dagegen, wollten das ganze vertuschen. Also wurde Linn ins Straflager im Fort Harrison geschickt. Da haben sie Linn an ein Rohr gekettet. Sie war etwar 2 – 3 Wochen im Keller eingesperrt. Sie schlief da unten, sie aß da unten, sie wurde gezwungen die Rohre zu putzen. Manchmal überlegte ich, die Polizei um Hilfe zu rufen. Aber sofort darauf kam der Gedanke, das wäre das größte Verbrechen gegen Hubbard und die Organisation. Das kannst du auf gar keinen Fall machen.

Wir sind mit Sergeant Greg Tita verabredet, dem stellvertretenden Sheriff von Pinellas County, in der die Scientology – Hochburg Clearwater liegt. Wir haben erfahren, daß es in der Organisation sogar Straflager für Kinder geben soll. In einem internen Bericht ist von Kadetten, die Rede, die zu fliehen versuchten.

Tita: Ich habe hier Kadetten die abgehaün sind, die ins Kinderstraflager kommen müßten. Auch in Pinellas County hat man Erfahrungen mit Scientology – Kindern. Meine Kollegen stellten bei einem Besuch der Kadettenschule Anzeichen von Verwahrlosung und Mißhandlungen der Kinder fest. Sie verfaßten einen Bericht und der Fall wurde an das Jugendamt weitergeleitet. Doch Scientology klagte gegen die Veröffentlichung des Berichts in der Presse und hatte Erfolgt. Er ist bis heute unter Verschluß. Ich glaube nicht, daß es bei dem Streit um die Ermittlung an sich ging, es sollten einfach keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Ariane Jackson kann einschätzen, was mit Scientology – Kindern passiert. Sie wurde gezwungen sich von drei ihrer vier Kinder zu trennen.

Ariane Jackson: Da waren sie zwei, vier und sechs Jahre alt. Scientology steckte sie in eine Kinderanstalt, machte später Kadetten aus ihnen. Das war vor etwa 10 Jahren.

Später hatte sie nur noch sporadisch mit ihnen Kontakt. Seit Ariane Scientology den Rücken kehrte, darf sie ihre Kinder gar nicht mehr sehen.

Reporter: Können Sie sich noch an den Abschied erinnern?

Ariane Jackson: Ich hasse es daran zu denken. Sie stiegen in einen besonderen Bus. Ein alter Mann der Sea Org riß mich weg und schob mich ins Auto. Ich konnte ihnen gerade noch zuwinken und dann fuhren wir zum Flughafen.

Reporter: Passiert so etwas öfters, daß Kinder von ihren Eltern getrennt werden?

Ariane Jackson: Ja.

Reporter: Kennen Sie andere Fälle?

Ariane Jackson: Ja, wenn sich die Partner trennen bei einer Scheidung und einer von ihnen in der Sea Org ist, dann ist das die bessere Person. Also werden ihr die Kinder von der Organisation zugesprochen. Denn was gibt es besseres für seine Kinder als Scientology – Erziehung, Scientology – Schulen, einfach Scientology alles.

In Sichtweite des Hotels Fort Harrison, dem Zentrums von Scientology in Florida, residiert die Polizei von Clearwater. Hier treffen wir am nächsten Tag Ariane Jackson wieder. Martin Ottmann hat sie überredet im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens auszusagen, das die Polizei z. Zt. gegen die Organisation führt. Es geht um den mysteriösen Tod einer jungen Scientologin, die zuletzt im Fort Harrison lebte. Auch Garry Scarff will die Untersuchungen unterstützen und hat den Ermittlungsbehörden seine Hilfe angeboten.

Lisa McPherson hier mit ihrer Mutter, starb im Dezember 1995 unter mysteriösen Umständen kurze Zeit nachdem sie einen Scientology – Kurs erfolgreich absolviert hatte. Lisa habe aussteigen wollen, sagt der Anwalt der Familie. Nach einem Nervenzusammenbruch, 17 Tage vor ihrem Tod, habe die Organisation sie im Fort Harrison völlig isoliert.

Kennan G. Dandar (Rechsanwalt): Aus unseren Nachforschung geht hervor, daß sie bewuszlig;tlos war. Sie erhielt keine Nahrung, kein Wasser. Sie war extrem ausgetrocknet. Bevor sie das Bewußtsein verlor, trommelte sie gegen die Wände.

Reporter: Woher wissen Sie das?

Anwalt: Die Scientologen selbst haben zugegeben, daß sie gegen die Wände trommelte.

Laut Autopsiebericht muß Lisa vor ihrem Tod starke Medikamente erhalten haben.

Reporter: Um sie ruhigzustellen?

Anwalt: Ob sie aufgrund des Beruhigungsmittels ins Koma fiel oder, ob sie einen psychischen Zusammenbruch erlitt, der zum Koma führte, auf jeden Fall haben sie erst sehr spät beschlossen, sie in die Klinik zu bringen. Und anstatt sie zum nächstgelegenen Krankenhaus zu fahren, was nur ein paar Straßen entfernt liegt, wurde sie 20 Meilen zum „Columbia New Port Ritchie Hospital“ gebracht. Dort arbeitet ein Scientology – Artzt. Den haben sie vorab angerufen. Der sagte ja bringt sie zu mir.

War Lisa schon tot, als sie im Krankenhaus ankam? Nach Angaben des Scientology – Artztes in der Klinik, starb Lisa in der Notaufaufnahme an den Folgen einer bakteriellen Infektion. Ist der Bericht manipuliert? Dort steht jedenfalls ein falsches Geburtsdatum. Außdem sagen die Pathologen die Lisa McPherson obduzierten, sie hätten keine Anzeichen einer Infektion gefunden. Sie sei vielmehr an schwerem Flüssigkeitsverlust verstorben. Scientology klagt gegenwärtig vor dem Gericht in Clearwater auf die Herausgabe der bei der Autopsie gewonnenen Proben. Der Fall hat erheblichen Staub aufgewirbelt. Starb Lisa McPherson, weil sie eingesperrt wurde und weil man ihr jegliche medizinische Hilfe verwehrte? Genau dieser Frage geht Sergeant Wayne Andrews nach, der die polizeilichen Ermittlungen im Fall McPherson leitet. Zu einem Interview ist er nicht bereit. Er läßt uns aber im Polizeiarchiv zu anderen Fällen recherchieren. Wir stoßen auf eine Reihe von seltsamen Todesfällen, die es in den letzen 20 Jahren unter den Gästen von Fort Harrison gegeben hat. Darunter waren auch deutsche Scientologen.

Südlich von Clearwater. An dieser Stelle entdeckte Sergeant Greg Tita, der damals noch bei der Wasserschutzpolizei arbeitete, am 2. November 1985 die Leiche eines Mannes im Wasser. Es handelte sich, wie sich später herausstellte, um den 38jährigen Deutschen Andreas O., Chef der Stuttgarter Scientology-Mission. Der weilte offenbar schon seit Monaten in Florida. Scientology war mit ihm und seinen Umsätzen unzufrieden, hatte ihm Spezialkurse verordnet. Trotz Schwimmverbots und aufkommenden Sturms, war der Deutsche zwei Tage zuvor ins Wasser gegangen. Er glaubte, so erfahren wir später, als Scientologe übernatürliche Kräfte zu besitzen. Laut Polizeibericht hatten sich die Scientologen vor dem Fund der Leiche gemeldet und einen falschen Namen des vermißten Deutschen durchgegeben. Um die Polizei in die Irre zu leiten? Tita fand das etwas merkwürdig.

Es gibt noch andere Todefälle unter den Gästen des Scientology – Hotels Fort Harrison, die z. T. ungeklärt, zu den Akten gelegt wurden:

1980 Selbstmord: Die Frau litt unter Depressionen, durfte keine Medikamente dagegen nehmen.

1980 Rätselhafter Tod in der Badewanne in kochend heißem Wasser. Wahrscheinlich ertrunken.

1988 Tod durch Ertrinken. Umstände ungeklart, Unfall, Mord oder Selbstmord.

1989 Tod im Keller neben den Heizungskesseln, Kohlenmonoxydvergiftung.

1988 Tod in Zimmer 758, das Opfer, ein 31jähriger Deutscher.

Laut Ermittlungsakten starb Heribert P. in der Nacht auf den 28. August 1988 an einem schweren epileptischen Anfall, schlug dabei mit dem Kopf auf dem Nachttisch auf. Er war bis Anfang 1988 von dem Münchner Arzt Dr. Klaus Ballin behandlet worden. Der weilte zufällig zur gleichen Zeit als Scientology – Anhänger im Fort Harrison. Das Hotel verfügt auf der Rückseite über einen Swimming Pool, an dem man zwischen den teuren Kursen entspannen kann. Auch Heribert P., Sohn eines wohlhabenden Bauunternehmers, genoß offenbar bis zu seinem Tod das Leben im Scientology – Refugium.

Zurück in Deutschland, in Friedrichshafen am Bodensee. Hier lebte der Deutsche. Wir wollen dem Fall nachgehen, denn die Polizeiunterlagen haben uns stutzig gemacht. Dort gibt der Scientology – Arzt an, er habe seinem Patienten, trotz regelmäßiger Anfälle, Vitamine verschrieben, statt ihn mit anfallhemmenden Medikamenten zu behandeln. Die wurden bei der Obduktion auch nicht im Blut entdeckt. Die Scientologen hätten ihrem Sohn die Heilung auch ohne Medikamente versprochen, sagt die Mutter, mit teuren Kursen in Florida. Heribert sei gleich nach der Hochzeit, auf Empfehlung seiner Ehefrau, von dem damaligen Scientology – Arzt Ballin behandelt worden. Die Mutter ist außer sich. Auch heute noch.

Mutter: Bei dieser Organisation spielt ein Menschenleben keine Rolle. Man kann doch nicht so leichtfertig jemandem etwas versprechen, was nicht eingehalten werden kann.

Reporter: Glauben Sie, daß der Tod ihres Sohnes Heribert zu verhindern gewesen wäre, wenn er weiterhin Medimakente genommen hätte?

Mutter: Unbedingt.

Die Mutter glaubt, Heribert wollte Riesensummen an Scientology spenden.

Mutter: Erst nach dem Tod erfuhren wir, er hat von Florida aus eine Bank angerufen und einen Kredit gefordert von einer halben Million, mit der Begründung, er möchte sich Immobilen zulegen in Florida.

Reporter: Und was glauben Sie, wofür das Geld wirklich sein sollte?

Mutter: Das wäre nur Scientology zugeflossen.

München: Wir suchen das Gespräch mit dem Internisten Dr. Klaus Ballin. Wie konnte er verantworten, seinem epilepsiekranken Patienten die Medikamente zu entziehen? Ballin will sich nicht vor der Kamera äußern. Er nimmt lieber schriftlich Stellung:

Er habe damals Vitamine und Scientology – Konzentrationsübungen für eine alternative Behandlung gehalten. Obwohl er sich inzwischen von der Organisation getrennt haben will, weiß er jede Mitschuld am Tod des Epileptikers Heribert P. von sich.

Wir zeigen Professor Günther Schwendemann die Dokumente über den Fall. Er leitet die Neurologie am Krankenhaus Bremen-Ost. Vitamine sagt Schwendemann, seien bei Epilepsie völlig unwirksam.

Schwendemann: Es verstößt gegen die Grundsätze der Therapie, bei einem Patienten, der jede Nacht Anfälle bekommt, dann das Medikament abzusetzen, anstatt nachzuschauen, welches richtige Medikament für ihn geeignet ist. Und nochmals Vitamine und Mineralien haben keine Wirksamkeit gegen Anfälle, so daß man sagen kann, mit aller größter Wahrscheinlichkeit wäre der Patient bei einer adequaten Behandlung heute noch am Leben.

Flughafen Los Angeles: Wiedersehen mit Garry Scarff. Er is nicht überrascht als wir ihm vom Fall des Epileptikers aus Friedrichshafen erzählen. Garry hat sich bereit erklärt, uns zu helfen, bei der Suche nach einer Abtreibungsklinik, sowie Strafarbeitern und Kinderlagern, von denen Aussteiger berichten. Er kehrt damit erstmals an seine alten Wirkungsstätten zurück, muß also damit rechnen, seinen Ex – Bossen über den Weg zu laufen.

Am nächsten Morgen. Besichtigungstour des Scientology – Hauptquartiers.

Scarff: Hier im mittleren Gebäude hatten sie zu meiner Zeit Sträflinge eingesperrt.

Einige Wochen zuvor, hatten wir an dieser Stelle tatsächlich Scientology-Häftlinge bei der Arbeit beobachtet.

In den Büros des „Office of Special Affairs“, dort oben, sei 1991 ein Mordkomplott ausgeheckt worden, gegen eine Sektengegnerin. Das habe ihn dann zum Ausstieg bewogen, sagt Scarff.

Scarff: Es war die schlimmste Tat, die ich ausführen sollte, die jemals von einem verlangt werden kann, nämlich das Leben eines anderen Menschen auszulöschen. Es ist ungeheürlich, in einer Sektengegnerin einen Feind solchen Ausmäßes zu sehen, daß mir so etwas befohlen wurde, es war ein Befehl, keine Bitte. Ich wurde unter Druck gesetzt. Diesen Mord auszuführen. Der Plan war, daß sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren sollte, nachdem von mir die Bremskabel durchtrennt worden waren. Falls dies nicht funktionierte, sollte ich ihren Wagen von hinten rammen, um einen Unfall zu verursachen. Ich sollte alles tun, um sicherzustellen, daß sie tot ist. Falls sie den Unfall doch überleben sollte, hatte ich den Auftrag sie mit einem Kissen zu ersticken.

Auch diese ungeheürlichen Beschuldigungen, die von Scientology bestritten werden, hat Scarff unter Eid bezeugt.

Scarff: Als wir über den Mord über die Sektengegnerin sprachen, war die Stimmung sehr ausgelassen. Es wurde viel gelacht. Das ganze schien ein großer Spaß zu sein. Es war ein Gefühl von Macht. Macht, die wir über dieses Individuum haben würden. Und dann sprachen wir darüber, was zu tun wäre, falls die Ermittlungsbehörden so schnell reagieren sollten, daß ich nicht mehr fliehen könnte. In diesem Fall sollte ich TKO machen. TKO = „Total Knock Out“, also Selbstmord. Und man zeigte mir genau wie ich das machen muß. Einer nahm seinen Finger, als wäre er ein Revolver und drückte ihn in seinen Mund. Er müsse nach oben zeigen, damit die Kugel den Gehirnstamm durchschlage. Und dann sagte er mir, falls du nicht sofort stirbst, dann ist wenigstens dein Gehirn Zerstört und du kannst nicht reden und bist nur noch eine leblose Hülle.

Scientology bestreitet auch dies.

Wenig später, mitten in Los Angeles. Hochrangige Leute aus Garrys ehemaliger Abteilung überfallen uns mit Kameras. Sie müssen uns verfolgt haben.

Reporter: Was das soll?

Scientologen: Wir machen einen Film über euren Film.

Elliot Abelson ist Rechtsberater von Scientology International, Mike Rinder ist Chef des Geheimdienstes und Lisa Goodman seine Mitarbeiterin, offiziell Pressesprecherin. Dann kommt es zur Konfrontation zwischen Garry Scarff und Mike Rinder. Sie beschimpfen sich gegenseitig als Lügner.

Rinder: Garry, you are a liar!

Scarff: No, Mike you are the liar!

Rinder: No, you are, Garry, Garry!

Scarff: Mike!

Rinder: Garry! …

Rinder beschuldigt Garry, Jahre zuvor als Mitarbeiter einer Anti- Sekten – Organisation öffentlich gelogen zu haben.

Scarff: Ja, alles was ich im Auftrag von OSA gemacht habe, war eine Lüge.

Im Büro des Rechtsanwaltes Graham Berry in Los Angeles. Garry zeigt uns Fotos aus seiner Zeit bei Scientology. Der Anhang seiner „Eidesstattlichen Versicherung“ umfaßt schätzungsweise als 1000 Seiten Dokumente.

Graham Berry vertritt eine Reihe von Scientology – Gegnern, hat Garry im Rahmen eines der Verfahren, um eine sogenannte „Deposition“, eine Vernehmung unter Eid gebeten. Sor wurde der ehemalige Scientology – Agent zum Kronzeugen für die angeblich kriminellen Machenschaften der Organisation.

Graham Berry: Die Vernehmung von Scarff daürte sehr lange. Es gab zahlreiche Versuche seitens der Scientology – Anwälte seine Aussagen zu unterbinden. Sie behaupteten immer wieder, Scarff sei nicht glaubwürdig. Die Beweise seien nicht relevant. Wir würden die Kirche belästigen usw.. Trotz all dieser Einwendungen verfügte der zuständige Richter, mit der Zeugenvernehmung fortzufahren.

Es war ein Kreuzverhör. Graham Berry auf der einen, die Scientology Anwälte auf der anderen Seite. Die Vernehmung daürte 17 Tage, wurde vom Gerichtsstenographen complett auf Video aufgezeichnet. Garry Scarff hatte von den Anwälten höchste Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Er fürchtete um sein Leben. Und er begründete seine Angst dann auch in seiner Vernehmung. Nach seinem Ausstieg hätte versucht ihn zu entführen.

Garry Scarff: Ich sah eine Hand an der Seitentür eines Lieferwagens. Und ein Gesicht das in meine Richtung schaute. Ich sagte, ich würde sofort die Polizei alarmieren und hörte im selben Moment den Lieferwagen davonpreschen. Ich sah dann, daß ihm ein zweites Fahrzeug folgte.

Reporter: Was glaubst Du, was sie vorhatten?

Garry Scarff: Ich weiß was sie vorhatten. Sie wollten mich entführen. Ich glaube sie hätten mich nach Hemet gebracht.

[Er weint.]

Reporter: Was ist Hemet?

Garry Scarff: Hemet, Gilman Hot Springs, also da liegt das Zentrum für die Strafgefangenen. Und ich glaube, ich wäre da nicht wieder rausgekommen. Mein Leben wäre zu Ende gewesen.

[Er weint heftig.]

Nach dem Besuch beim Anwalt. Draußen wartet schon der Kameramann von Scientology. Auch Geheimdienstchef Rinder und Anwalt Abelson eilen zu ihren Fahrzeugen. Zwei, drei Wagen nehmen sofort die Verfolgung auf. Es beginnt eine Beschattungsaktion mit ungeheurem Aufwand. Sie gilt vor allem unserem Begleiter Garry Scarff. Wir informieren die Polizei von Los Angeles. Garry hat darum gebeten. Er fühlt sich zunehmend unwohl in seiner Haut.

Reporterin: Ein Fernsehteam in Begleitung eines Mannes, der von Scientology bedroht wird. Und das sind diejenigen, die uns verfolgen.

Doch die Polizei zeigt wenig Interesse. Auf dem Highway versuchen wir die Verfolger abzuhängen, ohne Erfolg. Wir sind auf dem Weg zu jenem Zentrum in dem Fraün der Sea Org Abtreibungen vornehmen ließen, weil sie dazu genötigt wurden, wie es in dieser beeidigten Erklärung heißt. Je stärker der Wunsch einer Frau war, das Kind auszutragen desto größer war der Druck abzutreiben.

X: Ich selbst wurde zu einem Abbruch getrieben. Die Schwangeren wurden für die Abtreibungen routinemäßig in eine Klinik nach Riverside gefahren.

Kennen die Verfolger unser Ziel? Versuchen sie wohlmöglich schon über ihre Handys die Leitung des Abtreibungszentrums unter Druck zu setzen?

„Planned Parenthood-Center“, eine Art „Pro Familia“. Die stellvertretende Leiterin erwartet uns schon. Auf dem Parkplatz nebenan provoziert einer der Verfolger von Scientology einen Unfall. Offenbar ein Versuch, das geplante Interview zu verhindern, ohne Erfolg.

Janet Honn-Alex: Uns kam es tatsächlich sehr merkwürdig vor, daß alle Fraün dieselbe Entscheidung trafen. Unabhängig von den Umständen der einzelnen Fraün, hatten all den Entschluß gefaßt abzutreiben. Ganz egal, wie alt sie waren oder wieviele Kinder sie schon hatten. Wir fanden das sehr seltsam. Und als wir anfingen genaür nachzufragen, um mit Nachdruck die individüllen Beweggründe zu erforschen, weil uns das ganze verdächtig vorkam, dann hörten sie ganz und gar auf, zu uns zu kommen.

Draußen ist inzwischen die Polizei angekommen, nimmt den Unfall auf. Unterdessen berichten wir Janet über die Scientology – Anweisung Nr. 3905: Falls verheiratete Sea Org – Mitglieder ein Kind bekommen, würden sie aus der Sea Org versetzt.

Reporter: Ist es nicht, als müßten sie ihre Familie verlassen? Also ein massiver Druck.

Janet Honn-Alex: Davon habe ich nichts gewußt. Und wir haben die Fraün gefragt, können Sie ein Kind bekommen und trotzdem in Scientology bleiben? Sie sagten immer ja. Ich finde das alarmierend, daß es eine Regelung gibt, wonach eine Frau, die ein Kind bekommen möchte, aus der Gruppe ausgeschlossen werden soll. Ich finde das schrecklich.

Nach dem Interview, auf dem Weg zu unserem Motel. Inzwischen haben wir 4 Scientology – Fahrzeuge in unserem Schlepptau. Darunter dieser grüne Van, der, wie wir später erfahren, möglicherweise mit elektronischer Abhörtechnik ausgerüstet ist.

Garry Scarff: Während wir reden, stehen 4 Fahrzeuge vor underem Motel. Sie werden uns die ganze Nacht überwachen, falls wir auf die Idee kommen sollten abzuhaün. Sie werden rund um die Uhr in Bereitschaft sein. Natürlich sitzen die Leute nicht nur in ihrem Wagen rum. Alle sind über Mobiltelefon in ständigem Kontakt mit der Geheimdienstzentrale in Los Angeles. Die Rechtsanwälte, die OSA – Leute, alle, die mit eurer Überwachung beauftragt sind, arbeiten in diesem Moment.

Am nächsten Morgen – Hollywood, Los Angeles:

Noch in der Nacht haben wir Bodyguards engagiert, die für Garrys Sicherheit sorgen sollen, während wir mit Scientology reden. Denn jetzt steht ein Interview mit Mike Rinder, dem Chef des Geheimdienstes OSA und dem Anwalt Elliot Abelson an. Mit denen möchte Garry nichts mehr zu tun haben. Einem der angeheürten Privatdetektive, den wir als zusätzlichen Augenzeugen mitnehmen wollen, wird der Zutritt von Abelson und Rinder verwehrt. Das Interview findet im „Celebrity Center“ statt, in dem sonst die Hollywood – Stars von Scientology verkehren.

Mike Rinder: Scientology ist nicht gefährlich. Weltweit gibt es 8 Millionen Scientologen. Die finden das total gut. Sie haben 3, 4, 5 oder 6 Leute, eine kleine Handvoll, die sagen, bei uns stimmt etwas nicht. Wir hören und lesen sogar, daß es bei uns Gulags geben soll. Diese Behauptung ist unerhört. Sie ist besonders unerhört, wenn jemand aus Deutschland sie aufstellt. Wenn ein Land besonders sensibel gegenüber den Rechten reliiöser Minderheiten sein sollte, dann ist das Deutschland.

Elliot Abelson (Scientology Anwalt): Sie sind Agenten der deutschen Regierung. Es geht Ihnen nicht um die Realität sondern darum, Vorurteile zu bestätigen.

Nach der Beschimpfung lenken wir das Gespräch auf den Fall der Scientologin Lisa McPherson, die in Clearwater, Florida, unter merkwürdigen Umständen ums Leben kam. Fragen dazu sind offensichtlich unwillkommen.

Reporter: Hat Scientology ihr alle medizinische Hilfe gegeben, die sie benötigte?

Mike Rinder: Wenn Sie in Ihrer Sendung behaupten, daß jemand etwas getan hat, um sie umzubringen, dann werde ich sie bis ans Ende aller Tage verfolgen. Das ist eine unverschämte Lüge.

Doch dann verraten sich Rinder und Abelson unbeabsichtigt. Sie geben zu, daß Lisa schon tot in der Klinik ankam. Denn Rinder räumt ein, sie sei in einem Hotelzimmer verstorben.

Reporter: In einem Hotelzimmer?

Also, doch, Lisa McPherson starb in Obhut der Scientologen.

Der Golfplatz von „Gold“. Das ist die grö&szligte Scientology – Basis, das eigentliche Machtzentrum. Mike Rinder ist mit uns rausgefahren. Besonders hier will er unsere Dreharbeiten unter Kontrolle behalten. Direkt am Golfplatz, so behauptet der ehemalige Sicherheitschef von „Gold“, André Tabayoyon, nach seinem Ausstieg, gäbe es ein Appartement für den Hollywood – Star Tom Cruise…

Reporter: Tom Cruise profitierte von der Sklavenarbeit der Scientologyhäftlinge.

Mike Rinder: Das ist noch eine von André Tabayoyons Lügen.

Reporter: Das stimmt also nicht?

Mike Rinder: Absolut nicht. Nein, er kommt nicht hierher. Sie wollten herkommen und ein paar Aufnahmen machen, nicht mich befragen. Wir haben doch schon das lange Interview gemacht.

Rinder überläßt uns Luftaufnahmen des Areals, die technisch nicht einwandfrei sind. Nichts Verdächtiges ist zu sehen, dafür dürfte Rinder gesorgt haben. In Tabayoyons beeidigter Erklärung heißt es auch: „Die Scientology – Basis ist bewaffnet. Es gibt halbautomatische Maschinengewehre, Pistolen, alles unregistriert. „Ich bildete die Sicherheitskräfte an diesen Waffen aus, und ich brachte ihnen verschiedene Methoden bei, Menschen zu erschießen.“

Abends planen wir mit Garry den nächsten Tag. Wir wollen einen Hubschrauber mieten und über das angebliche Kinderlager fliegen. Es liegt einige Meilen von der Basis „Gold“ entfernt.

Am nächsten Morgen. Rinder hat angerufen und behauptet Garry hätte unsere Pläne verraten.

Garry Scarff: Ich habe nicht angerufen letzte Nacht. Ich meine, ich weiß wirklich nicht was hier los ist. Ich habe einen Vorschlag: Ich fliege nach Hause. Ihr macht weiter, aber ihr sagt mir nichts mehr. Diese Leute haben eine Operation laufen gegen Euch und gegen mich.

Reporter: Hat Garry angerufen oder haben die Scientologen unser abendliches Gespräch aus einem der Fahrzeuge abgehört? Wir fahren nach Los Angeles zurück – sind verunsichert.

Bei einem Parkplatz in Los Angeles spitzt sich die Situation drastisch zu. Wir rufen die Polizei und unsere Bodyguards zu Hilfe. Garry hat einen Nervenzusammenbruch erlitten. Die Verfolger von Scientology beobachten das Geschehen zur gleichen Zeit aus ihren Fahrzeugen.

Reporter: Hast Du Rinder in der Nacht angerufen und ihm gesagt was wir vorhaben?

Garry Scarff (weinend): Ja! Sie sagen nichts aus Spaß. Wenn sie sagen, daß sie jemanden umbringen werden dann tun sie es. Man darf mit Mr. Rinder nicht rumspielen. Er versteht keine Scherze. Ich werde ihnen geben was sie wollen, damit sie mich in Ruhe lassen. Diese Leute haben mir gesagt, ich solle nicht nach Los Angeles kommen, sonse würde ich Ärger kriegen. Und ich habe nicht auf sie gehört. Sie sind wütend, weil ich sie Mörder genannt habe vor der Kamera.

Reporter: Aber das is doch die Wahrheit.

Garry Scarff: Sie werden mich umbringen. Und sie wissen wo meine Eltern leben.

[Er bricht weinend das Gespräch ab.]

Er würde die Dreharbeiten abbrechen rät unser Privatdetektiv, Roger Johnson.

Roger Johnson: Sie wissen, daß Ihr da drauß Aufnahmen machen wollt und sie halten einen Hubschrauber startbereit, das weiß ich.

Reporter: Was könnten Sie machen?

Roger Johnson: Sie würden Euch in der Luft den Weg abschneiden. Zwei Helikpter das könnte spannend aussehen, aber gefährlich sein. Sie werden alles tun, um Eure Dreharbeiten zu stören.

Wir begleiten Garry zum Flughafen, bleiben bei ihm bis zum Start der Maschine. Und wir beschließen die Dreharbeiten abzubrechen.

Drei Wochen später. Clearwater, Florida. Scientology-Gegner demonstrieren vor dem Fort Harrison. Sie geben der Organisation die Schuld am Tod von Lisa McPherson. Auch Garry ist gekommen. Wir sind mit ihm in engem Kontakt geblieben, in der Zeit nach den Dreharbeiten in Los Angles. Er hofft, daß öffentliche Auftritte wie dieser, ihn vor weiterem Psychoterror oder gar Racheakten bewahren können.

Anwalt Elliot Abelson organisiert eine Gegendemonstration von Scientology – Anhängern. Und auch Mike Rinder, Chef des Scientology – Geheimdienstes OSA ist aus Los Angeles eingeflogen. Er will den Auftritt der Scientology – Gegner persönlich beobachten.

Unterdessen in Kalifornien. Vorbereitungen für einen Hubschrauberflug. Unser Ziel ist schwer zu finden, liegt am Rande eines Indianerreservates. Das Kinderlager der Organisation, die Scientologen sagen Kadettenschule, liegt unzugänglich in den San Bernadino – Bergen.

In einer Scientology – Anordnung heißt es: Daß Sea Org – Mitglieder ihre Kinder nur sporadisch sehen dürften. Eine Stunde pro Tag sei in jedem Fall zuviel. Und wir lesen noch einmal das interne Schreiben über das sogenannte Kinder Rehabilitations – Projekt. Dort ist von einem Jungen Gavin die Rede, er habe sich mit Rasierklingen beide Arme aufgeschnitten heißt es, er sei ein Problem und müßte deshalb ins Kinderstraflager. Die Baracken wirken verwaist, verlassene Arbeitsplätze. Keine Menschenseele ist zu sehen.

Es macht den Eindruck, als seien die Kinder beim ersten Geräusch des anfliegenden Hubschraubers, in die Gebäude geschickt worden. „Happy Valley“ heißt das Areal unter den Scientologen „Fröhliches Tal“. Wer die internen Anordnungen der Organisation kennt, wer die Berichte über verwahrloste Scientology-Kadetten gelesen hat, der kann sich nur schwer vorstellen, daß hier fröhlichen Kinder leben.

Ein Film von Mona Botros und Egmont R. Koch.

Ein erschütterndes Dokument, mit einem tragischen Helden, Garry Scarff.

http://www.lermanet.com/cisar/vidds01g.htm

 

Wie man sich schützen kann!

Der Tagesspiegel schreibt heute in seiner Ausgabe in mehreren Artikeln über Scientology.

In einem Artikel schreibt er darüber, wie man eine Sekte und somit auch Scientology erkennt.

WIE MAN SICH SCHÜTZEN KANN Vorsicht vor allzu einfachen Lösungen

CHECKLISTE

Diese Merkmale können auf Sekten wie Scientology hinweisen:

1. Das Weltbild ist einfach und erklärt jedes Problem.

2. Die Welt treibt auf eine Katastrophe zu und nur die Gruppe weiß, wie man sie retten kann.

3. Die Gruppe ist die Elite, die übrige Menschheit ist krank und verloren, solange sie nicht mitmacht.

4. Man soll sofort Mitglied werden.

5. Man soll alle „alten“ Beziehungen abbrechen, weil sie die Entwicklung behindern.

6. Es ist schwer allein zu sein, jemand aus der Gruppe ist immer dabei.

TARNORGANISATIONEN

Ron Hubbards Lernmethoden werden auf dem Nachhilfemarkt unter dem Label „Applied Scholastics“ angeboten.

Scientologen sind auch verstärkt in der Unternehmensberatung und im Personalmanagement tätig. Diese Copyrights lassen auf Scientology schließen: WISE (World Institute of Scientology Enterprises), Hubbard College of Administration International (HCAI), Model of Admin Know How (MAKH), Author Services International (ASI), Oxford Capacity Analysis (OCA-Test), Foundation of Brilliance, Effective Training Solutions (ETS); auch die Kampagnen „Weg zum Glücklichsein“, „Sag nein zu Drogen, sag ja zum Leben“ oder „Jugend für Menschenrechte“ gehören dazu.

UNVEREINBARKEITSKLAUSEL

Die Parteien CDU, CSU, SPD und FDP haben eine Klausel in ihrer Satzung, die es verbietet, zugleich Mitglied in der Partei und bei Scientology zu sein. Auch manche privaten Schulträger lassen Mitarbeiter unterschreiben, dass sie nicht zu Scientology gehören. Wenn man sichergehen will, ob man es mit einem Scientologen zu tun hat, empfehlen Sektenexperten, danach zu fragen, ob derjenige „mit den Techniken von Ron Hubbard arbeitet“. Ein interner Ehrenkodex verbietet es Scientologen, auf diese Frage zu lügen.

INFOS

Leitstelle für Sektenfragen Berlin, Tel: 030-90227 5574

leitstelle@senbwf.berlin.de. http://www.berlin.de/sen/familie/sekten-psychogruppen

Sekteninfo NRW

Tel: 0201-23 46 46

kontakt@sekten-info-nrw.de

http://www.sekten-info-nrw.de

Scientology-Krisenberatung, Bayerisches Landesjugendamt

Tel: 0180- 1000042

http://www.blja.bayern.de/themen/jugends…index.html

Wobei ich noch eindeutig daraufhinweisen muss, dass ein Scientologe durchaus über seine Mitgliedschaft in Scientology lügen darf bzw. dies verschweigen darf und ein OSA Mitarbeiter, der als Spitzel eingesetzt ist, wird dies auch verschweigen.

Das Bayrische Staatsministerium des Innern hat eine ausführliche Broschüre über Scientology herausgegeben, ab Seite 55 beschreibt sie ebenfalls, wie man sich vor der Scientology Organisation schützen kann. 

Hier die beiden anderen am 15. Januar 2012 erschienenen Artikel im Tagespiegel.

http://www.tagesspiegel.de/politik/gefaehrlich-wie-ist-scientology/6067626.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/es-ist-die-endphase-einer-diktatur-wilfried-handl-war-28-jahre-bei-scientology-/6067628.html

Scientology bedroht Wilfried Handl und Demo in Wien am 21. Januar 2012

Wilfried Handl, ein Ex -Scientologe und Kritiker schrieb am 11. Januar auf seinem Blog folgendes:

Dass Scientology nicht sehr erfreut sein würde, wenn ich die geheimen OT-Stufen und die OSA-Aufmarschpläne in’s Netz stellen werde, war mir schon klar, daher kamen die Internet-DDos-Attacken im Dezember fast erwartungsgemäß. In den letzten Tagen wird der Ton aber rauer und zielt direkt auf meine Person ab – teilweise möchte man mich scheinbar einschüchtern und andererseits nur wüst beschimpfen.
Ein „Tex Ziegler“ versuchte zuerst mich zuerst per Email zu provozieren und nachdem ich den Mailverkehr eingestellt hatte, kam folgendes Mail: „Hallo,da bin ich wieder. Dein Schweigen hat mich ermuntert. Bist Du am 14. in Berlin zur Demo oder am 21. in Wien? Ich würde mich freuen mich mit meinen Anon-Gegner Freunden Dich persönlich zu treffen. Schau, daß Du nicht allzu schwachbrüstige Jungs dabei hast. Es könnte wirklich herb werden. Wie kann man sich nur so viel Gegner schaffen wie Du. Und das sind nicht mal Scientologen. Ganz normale Jungs, die was dagegen haben wenn einer soviel Schwachsinn verzapft wie Du. Also, wir werden uns treffen. Ich werde Dich erkennen. Du mich nicht. Bis bald. Und zeige Dich auch.“

Gestern tauchte dann “Reverend Willi” auf. Seinen vollen Namen gab er mit Wilhelm Hufeisen und seine Emailadresse mit aquapul@…. an. Es gibt in Scientology einen Ober-Scientologen mit dem Namen Wilhelm Mohorn, Besitzer der Aquapol-Mauertrockenlegung und zumindest Geschäftsfreund von Jürgen Fliege – ob er Verfasser dieser Zeilen war, kann ich nicht sagen. Sowohl Tex als auch Reverend Willi verwendeten Gratis-Emailadressen, die sich jeder einrichten kann, und ihre Namen sind wahrscheinlich auch erfunden.
Hier das angesprochenen Posting von Reverend Willi – er hatte es sicherheitshalber gleich neunmal gepostet: “Wiggal, So nannten wir Dich damals,- Du kannst Dich daran erinnern. Kannst Du dich auch erinnern, dass ich mit Dir die komplette Testserie gemacht habe?
Wahrscheinlich wird jetzt Dein Kopf zu glühen beginnen! Das Ergebnis Deines IQ-Tests war ja wirklich NIEDERSCHMETTERND ! = 101
Der Schimpanse hat im Durchschnitt 83. Also vergiss es über andere zu schreiben!
Auf gut wienerisch: “Oida geh scheißn!” (I was jo, Du bist Hoggnstaad)
Gruß und Kuss, Willi”

Zur Erklärung: Wiggerl war mein Spitzname in Jugendtagen, mit „Oida“ ist Alter gemeint, mit „hoggnstaad“ meint der Reverend arbeitslos und seine Postings landeten im Papierkorb.

Heute legte der Reverend nach und postete diesmal nur einmal, dafür knapp und bündig: „Wiggal, Du bist ein Arschloch!“

Was das jetzt bedeutet? Scheinbar liegen die Nerven in der Scientologywelt ziemlich blank, was mich aber nicht davon abhalten wird, weiter gegen diesen „Glauben“ vorzugehen – die Mails und Postings habe ich an die einschlägigen Behörden weitergeleitet.
Dass es nicht ganz ungefährlich ist, mit dem Thema Scientology umzugehen, habe ich von Haus aus gewusst – ich seh’s optimistisch: vielleicht kommt derart Bewegung in die Angelegenheit, an dessen Ende das Gebäude Scientology einstürzt. Wäre doch nett – oder?
Die Attacken der Scientologen lasse ich derweil unter dem Namen Operation Reverend Willi laufen und achte verstärkt, wer mir so auf der Straße begegnet – die nächste Anti-Scientology-Demo in Wien (21. Jänner 2012) wird auf jeden Fall interessant … ;-)

Ich hoffe, dass viele Menschen am 21. Januar auf dem von der OSA so gefürchteten Raid von Anonymous gehen um diese und Wilfried Handl bei ihrem Protest in Wien zu unterstützen.

und zwar in 1060 Wien, Ecke Mariahilferstraße/Neubaugasse/Amerlingstraße

von 14.00 Uhr – 17.00 Uhr.

Um Maskierung des Gesichtes (zum eigenen Schutz) egal in welcher Art wird gebeten.

Wie Scientology neue Mitglieder im Internet einfangen will…

Scientology versucht gezielt das Internet für seine Zwecke zu missbrauchen und über dieses neue Mitglieder zu rekrutieren. Hierzu nutzt Scientology unter anderem Soziale Netzwerke, wie z.B. Facebook. Der Verfassungsschutz Baden – Württemberg schreibt hierzu.

Die SO ist auch verstärkt in sozialen Netzwerken im Internet aktiv. Die Hinweise mehren sich, dass eine wachsende Zahl von Jugendlichen unwissentlich zumindest in einen ersten Kontakt zu Gruppen gerät, bei denen es sich um Unterorganisationen der SO handelt. Dieser Hintergrund wird aus taktischen Gründen anfangs oft verschleiert.

Wie versuchen Scientologen, in sozialen Netzwerken Kontakte zu Anwerbezwecken aufzubauen? Bislang ergibt sich nicht der Eindruck, dass Scientology etwa auf breiter Front Teilnehmer sozialer Netzwerke anschreiben würde. Vielmehr bleibt die Intensität und Art der Aktivität wohl dem einzelnen Scientology-Mitglied überlassen. Hierzu ein fiktives Beispiel, das aufzeigen soll, wie es ablaufen könnte:

Bei Facebook erhält eine ,ganz normale‘ Jugendliche – nennen wir sie Katharina – eine „Freundschaftsanfrage“ eines gleichaltrigen jungen Mannes, Patrick, die sie zunächst bestätigt. Oft sind solche Internetkontakte erst einmal sehr oberflächlich. Aber: Durch bestätigte Freundschaftsanfragen erhält der Anfragende sehr häufig Zugriff auf persönliche Daten des Facebook-Profils der Kontaktperson. In unserem Beispielfall könnte es so weitergehen: Katharina tauscht sich im Facebook-Chat intensiver mit dem neuen Bekannten aus. Sie findet Patrick nett und registriert, dass er wie sie denkt und ganz ähnliche Interessen angibt (was kein Wunder ist, schließlich kennt er ihre Interessen und Wünsche von ihrem Facebook-Profil). Sie sieht wiederum auf seinem Profil, dass er eine Gruppe namens „Jugend für Menschenrechte“ gut findet. Über den dort geschalteten Link kommt sie direkt auf die Website von „Jugend für Menschenrechte“. Dort erwartet das Mädchen ein professionell gestaltetes Medienangebot, das speziell auf ein jugendliches Zielpublikum zugeschnitten ist.
„Jugend für Menschenrechte“ ist eine Hilfsorganisation von Scientology. Aber in unserem Beispielfall ist von Scientology immer noch keine Rede. Der junge Mann findet Katharinas Interesse „super“. Er lädt sie zu einem Treffen einer „Jugend für Menschenrechte Ortsgruppe“ mit anderen Gleichaltrigen ein. Wenn sie zu einem solchen Treffen gehen sollte, wird der bislang virtuelle zum ersten persönlichen Kontakt mit Scientology, ohne dass sich die junge Frau dessen bewusst ist.

Junge Menschen sind oft offen für Neues, sehr idealistisch und wollen sich für eine gute Sache einsetzen. Stets besteht hierbei die Gefahr, dass dieser Idealismus von gefährlichen Organisationen missbraucht wird. Die Zahl der Facebook-Gruppen, die auf die SO zurückgehen, ist in den letzten Jahren ständig gewachsen. Sie tragen Namen wie „Parents against Drugs“ oder „Dianetik Freunde“ und richten sich auch an Erwachsene…

Des weiteren wirbt Scientology gezielt im Internet für ihre Organisation, dies sieht man z.B. sehr gut auf Youtube. Dort hat die Organisation einen eigenen Channel, der Werbevideos für die scientologischen Frontgruppen verbreitet. Hier sieht man noch, das es sich um Scientology handelt, aber durch die Verbreitung der Videos durch scientologische „Jünger“ ist dies nicht mehr ersichtlich.

Bei den folgenden Videos handelt es sich um scientologische Werbevideos, dies möchte ich hier noch einmal ausdrückliche betonen. Sie dienen als exemplarische Darstellung der Internet – „Werbemaschine“ Scientology.

Der Baden-Württembergische Verfassungsschutz schreibt hierzu weiter.

Die letzte Entwicklung hierzu ist, dass die SO nach Eigenangaben ein 4,5 Hektar großes Fernsehstudiogelände in Los Angeles erworben hat, um ihre weltweiten Medienaktivitäten auszuweiten. Unter anderem plant die Organisation, einen eigenen Internet-TV-Kanal zu eröffnen. (auf Youtube gibt es schon einige Kanäle, z.B. Deine Menschenrechte oder ScientologyFernsehen Anmerkung der Verfasserin) Selbstverständlich hat Scientology, wie auch andere politisch-extremistische Organisationen, die wachsende Bedeutung des Internets erkannt. Die klassische Straßenwerbung tritt in ihrer Bedeutung dagegen immer mehr in den Hintergrund. Inwieweit Scientology dadurch ihr Mitgliederpotenzial erhöhen kann, ist noch nicht absehbar. Diese Entwicklung muss allerdings sehr aufmerksam beobachtet werden.

Wie kann man sich schützen? Generell gilt: Aufmerksam sein; Angebote in sozialen Netzwerken (kritisch) hinterfragen; darauf achten, wie die Copyrights lauten; nachfragen, wer etwa ein Anti-Drogen-Konzept, eine Lernhilfe oder ein Managementkonzept entwickelt hat. Bei Scientology ist das stets deren Gründer L. Ron HUBBARD. In Copyrightvermerken wie „L. Ron Hubbard Library“ oder „Hubbard College of Administration“ steckt bereits sein Name. Bei ausweichenden Antworten auf klare Fragen erscheint grundsätzlich Misstrauen angebracht. Im Zweifelsfall genügt oft eine Internetrecherche, um schon nach kurzer Zeit zu erkennen, dass zum Beispiel hinter einer Organisation wie „Applied Scholastics“ (ApS) oder „Association for Better Living and Education“ (A.B.L.E.) Scientology steht….

Zu diesem Thema noch ein Bericht von Westpol.