Becoming „Free to Shine“

Auf dem englischsprachigen Blog „Becoming Free to Shine“ berichtet eine Ex – Scientologin, die in der zweiten Generation in Scientology hineingeboren wurde, über ihre Kindheit in dieser. Ihre Zeit als junge Mutter in der Sea Org, damals waren noch Kinder in der Sea Org erlaubt, ihre Zweifel und ihren Weg aus Scientology… eben, wie sie „Free to Shine“ wurde. Eine wirklich wunderbare, hilfsbereite und mitfühlende Frau…

Einfach von unten nach oben scrollen, dann stimmt die chronologische Reihenfolge. Ich belasse es bei dem englischen Text. Ich bin nicht gut genug im schriftlichen Übersetzen um alles genauso wiederzugeben, wie sie es wirklich meint.

http://becomingfreetoshine.wordpress.com/category/becoming-free-to-shine-my-story/

http://becomingfreetoshine.wordpress.com/category/scientology-children/

gerbera

Jenna Miscavige Hill veröffentlichte ein Buch und was dies alles mit Suri Cruise zu tun hat…

Die Nichte von David Miscavige veröffentlichte in den vergangenen Wochen ein Buch über ihre Kindheit in Scientology und ihrer gelungenen Flucht. Sie ist zZt ein großes Gesprächsthema in den US – amerikanischen Medien.

Jenna Miscavive Hill verbrachte ihre Kindheit in der Sea Org und schuftete dort als Arbeitssklavin im Jahre 2005 gelang ihr letztenendlich die Flucht aus der verbrecherischen Organisation.

Zwei ihrer vielen Interviews, ich finde sie ist eine wirklich sympathische und mutige Frau. Das erste Interview kann man sich auch komplett auf der Seite von abc anschauen…

…und was hat dies alles mit Suri Cruise zu tun. Dank ihrer Mutter bleibt Suri Cruise eine Kindheit in der Scientologyorganisation erspart. Näheres beschrieb Blicke.at: http://www.seitenblicke.at/top-stories/scientology-insiderin-suri-hatte-grosses-glueck …über eine Kindheit in Scientology gibt es auch genug Informationen auf meinem Blog.

Nebenbei bemerkt hat sich Katie Holmes dazu entschlossen Jura zu studieren, um den Müttern zu helfen, die von ihren Kindern durch den Trennungsbefehl der Scientologyorganisation getrennt wurden. http://my.news.yahoo.com/katie-holmes-career-plans-worry-cruise-063000400.html

Glückliche Kindheit?

Ich bemängel ja immer wieder, dass Scientology – Kinder völlig gefühlskalt aufwachsen. Die scientologischen Eltern haben keine Zeit für ihre Kinder, entweder weil sie Kurse besuchen oder anderen „Service“, wie z.B. Auditings „nutzen“  und dies neben der regulären Arbeit oder aber sie arbeiten als „Staff“ (Mitarbeiter) in den Orgs oder Missionen (scientologische Niederlassungen) und dies ist mehr als eine 38,5 Stunden Woche bei lausiger menschenunwürdiger Bezahlung. Ihnen bleibt noch weniger Zeit für ihre Kinder. Oftmals werden hier in Deutschland dann die Kinder an scientologische „Tagesmütter“ abgegeben, wenn die Kinder Glück haben und noch Kontakt besteht (was oftmals nicht der Fall ist) kümmert sich ein nichtscientologischer Verwandter um die Kinder. In der Sea Org ist es ganz verboten Kinder zu haben, sie werden abgetrieben, oftmals zwangsweise. Denn Scientologen habe nunmal den Auftrag die Welt zu retten.

Letztendlich fehlt es diesen Kindern an Liebe und an Fürsorge durch die Eltern und zu dem kommt der scientologische Drill, der auch an Kindern angewendet wird, denn diese sind für die Scientologen kleine Erwachsene. Auch geht es darum, dass bei der scientologischen „Technik“ angewendet an Kindern, oftmals das gleiche, wie bei den Eltern, manchmal ist es etwas leicht abgewandelt, diese zu gefühlsunfähigen Robotern gemacht werden.

Heute sah ich im Internet ein Video von einem Vater, der intensiv mit seinem Kind spielt, sich damit beschäftigt und ich dachte mir, jetzt kann ich endlich mal den Scientologen zeigen, was ich meine. Wie eine „normale“ Zeit mit einem Kind aussehen könnte und wie glücklich dieses Kind ist. 🙂 Scientologen habt ihr Zeit dazu, wenn nicht, dann versucht sie euch immer zu nehmen. Eure Kinder werden es euch danken. Scientology dankt euch nichts, sie beuten euch nur aus.

Wer schreibt hier?

Ich freue mich, dass Sie den Weg auf meinen Blog gefunden haben. Dies bedeutet, dass Sie das Thema Scientology, Kindheit in Scientology oder aber das Thema Kulte/Sekten generell interessiert. Vielleicht sind Sie ja auch selber von der Thematik in irgendeiner Weise betroffen.

Dieser Blog beschäftigt sich in erster Linie mit der Kindheit in Scientology. Ich möchte auch über weitere Verbrechen der Scientologyorganisation aufklären. Auch beschäftige ich mich ab und an mit den Auswirkungen anderer Kulte auf Kinder oder Erwachsene.

Ich bin Nicole Scheffler, verheiratet, Mutter von 2 Kindern, Diplom Sozialarbeiterin (Fh), lebe im Sauerland/Westfalen und ich bin mittlerweile seit fast 2 Jahrzehnten in der Kinder- und Jugendhilfe bzw. Kinder- und Jugendarbeit tätig. Ich schreibe diesen Blog auf Grund meiner persönlichen Erfahrung mit der Scientologyorganisation.

Ich hoffe, ihre Fragen bezüglich Kindheit in Scientology mit meinem Blog beantworten zu können, aber dennoch stehe ich immer für Rückfragen unter meiner Mailadresse kindseininscientology@gmx.de zur Verfügung.  Auch generelle Fragen zu Scientology, Sekten und Kulte beantworte ich gerne.

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Keine Zeit für die Familie

Die Eltern haben ebenfalls einen sehr vollen Tagesablauf, in dem Buch „Die Sekten-Kinder“ von Kurt-Helmuth Eimuth wird von einem Ex-Scientologen beschrieben, wie wenig Zeit er für seine Familie und somit auch für seine Kinder hatte.

„Er (Daniel, ein Mann der mit sieben Jahren selbst durch seine Mutter zu Scientology gekommen ist; Anmerkung der Verfasserin) lebte später als Staff-Mitarbeiter in Kopenhagen. Um seine einjährige Tochter konnte er sich aufgrund der Arbeitsanforderungen nicht kümmern… Daniel Fumagalli erzählt: `Es gibt Kinderkrippen, da bringt man sie morgens hin und holt sie nachts wieder ab. Da hatten Eltern nach dem Nachtessen eine Stunde sogenannte Parents oder Familiy time.´ Später kam die Anweisung, die diesen wenigen, aber doch regelmäßigen Kontakt der Eltern zu ihren Kindern weiter einschränkte. Fumagalli: `Es gab da mal eine Anweisung, die besagte, dass für die family time eine Stunde am Tag nicht genug sei. Deshalb solle man besser in dieser Stunde viel produzieren und jeden zweiten Samstag einen Tag frei nehmen, welchen man dann in Ganzheit mit dem Kind verbringen kann. Also in anderen Worten: man sieht das Kind jede zweite Woche für einen Tag und halt nachts, wenn das Kind eh schläft.´“(Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S. 86)

Somit obliegt die Erziehung des Kindes der Organisation und nicht mehr den Eltern, so dass es sich daraus zwangsläufig ergibt, dass Scientology den ganzen Tag lang die Kinder manipulieren kann. Gehen die Kinder nicht mehr zu einer normalen Regelschule, sondern zu einer scientologisch geführten Schule im nahen Ausland, lebt das Kind nur noch in der Scientology-Welt und hat keine Chance mehr, etwas anderes kennenzulernen. Scientology-Kinder müssen für die Organisation arbeiten, damit die Welt gerettet werden kann. Somit stehen diese Kinder unter einem starken Leistungsdruck. In einer scientologisch geführten Schule bzw. auch schon in der Nachhilfeschule unterliegt ein Kind diesem Druck, indem es ständig seine Statistik erfüllen muss.

Eine junge Frau, die sich um die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in einem scientologischen Zentrum kümmerte, wurde die Anwendung der Statistik folgendermaßen erklärt.

„Die Ethik-Statistik bewertet das Verhalten des Kindes über den ganzen Tag verteilt… Sie wird geführt, um dem Kind zu helfen, das eine bestimmte Schwierigkeit hat. Wenn es seine Sache sehr gut gemacht hat, ist es im Zustand `Power´ und bekommt fünf Punkte, die Höchstzahl. Um auf Power eingestuft zu werden, darf es sich nicht out-ethisch verhalten haben und muß aktiv daran teilgenommen haben, das Überleben von einer oder mehreren Dynamiken zu verbessern. War es nicht ganz so aktiv, hat sich aber trotzdem gut verhalten, ist sein Zustand `Überfluß´, der vier Punkte bringt. Drei Punkte sind `Normal´ und bedeuten nur, daß das Kind nichts Out-Ethisches gemacht hat. Ein bis zwei out-ethische Handlungen bedeuten `Notzustand´, zwei Punkte. Hat das Kind die Gruppe einmal richtig enturbuliert, ist `Gefahr´ angesagt, ein Punkt. Und wenn’s schlimm war, gibt es gar keinen Punkt, weil das Kind den ganzen Tag unvernünftig aufgetreten ist und permanent die Gruppe enturbuliert hat. Der Zustand heißt dann `Nichtexistent´.“(Anonymus, Entkommen-Eine Ex Scientologin erzählt, Reinbeck bei Hamburg, 1993, S.108f.;zitiert nach: Kurt-Helmuth Eimuth, 1997; s.o. S. 90f.

Eine kurze Eklärung am Rande, enturbulieren ist eines von vielen scientologischen Kunstwörtern und bedeutet

„Enturbulieren: Etwas `turbulent´ (wirbelnd ´, stürmisch, aufrührerisch) machen, verwirren, aufregen oder durcheinanderbringen“ Hubbard, Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen, Kopenhagen 1980, S. 754; zitiert nach Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o., S. 91

Kindern wird auch der Umgang mit ihren Eltern verboten bzw. den Eltern wird der Umgang mit ihren Kindern verboten, da die Kinder der Grund für die Probleme des Erwachsenen sind. Diese Kinder sind eine „unterdrückerische Person“ für ihre Eltern und behindern das Fortkommen ihrer Eltern in Scientology.(Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S. 83) U.S. Sonntag, der gesagt wurde, dass ihr Sohn eine unterdrückerische Person sei, wurde das von Seiten der Org an einem Beispiel gezeigt.

Unten „…in dem italienischen Restaurant einen Stockwerk tiefer als die Org saß ein kleiner Junge an einem Tisch allein und aß, seine Mutter saß getrennt von ihm an einem anderen Tisch, man sagte mir, der Junge wäre der `Unterdrücker´ seiner Mutter, und die Mutter muß ihn handhaben und sich von ihm trennen, um weiter zu kommen.“(Sonntag-Kuntze, U.S.; a.a.O. Anhang; zitiert nach: Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o. S. 83)

Kurt-Helmuth Eimuth sieht den Begriff „handhaben“, als ein Kontrollieren und Bestrafen des Kindes.(Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o. S. 84) Die Interministerielle Arbeitsgruppe für Fragen sog. Jugendsekten und Psychogruppen berichtet, dass Scientology Kritiker ausführten, daß Kinder bei `Kontaktsperren´ sogar von ihren Müttern getrennt werden, dabei muß sich die Familie den Anordnungen der Scientology unterordnen.(Vgl.: Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sog. Jugendsekten und Psychogruppen vom 30.6.9, Drucksache 11/4643, S. 33; verglichen nach : Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o. S. 84)

Kurt Helmuth Eimuth schlussfolgert weiter, dass die hohe Beanspruchung der Eltern und das Menschenbild Scientologys, das keine Kindheit beinhaltet, zu einer Entfremdung zwischen Eltern und Kindern führt.

Desweiteren wird in dem Buch „Im Labyrinth von Scientology“ von Norbert Potthoff beschrieben, wie ein behinderter Junge von seinen Eltern emotionell vernachlässigt wurde, da er aufgrund seiner Behinderung in einem früheren Leben unethisch gewesen sein muß bzw. er zugelassen hat, daß ihn sein Zwillingsbruder während der Schwangerschaft „behindert gemacht hat“.

„Christian ist Jens´ Sohn aus erster Ehe. Viel weiß ich (Norbert Potthoff; Anmerkung der Verfasserin) nicht über ihn. Ab und zu sehe ich ihn mal auf dem Flur der obersten Etage, aber meist ist er in seinem Zimmer versteckt. Er ist gehbehindert, macht aber einen netten Eindruck. `Also es gibt da einiges was du wissen solltest´ erklärt Beate (die „Stiefmutter“; Anmerkungen der Verfasserin)`Christian und Hilmar sind Zwillinge und das, was Ron als Black beeings, als schwarze Wesen bezeichnet. Hilmar ist absolut herrisch und autoritär, er hat seinen Zwillingsbruder bereits während der Schwangerschaft so getreten, daß dieser mit einem Hüftschaden zur Welt kam. Aber Christian ist ebenso dafür verantwortlich, denn er hat damit übereingestimmt, hat zugelassen, diesen Schaden zu erhalten. Hilmar haben wir nach Portugal geschickt. Er ist nicht zu handhaben, begeht ständig neue Verbrechen. Christian steckt überwiegend fest in seinem reaktiven Verstand, und nur durch Dauerlauf kann er ab und zu ausrasten. Damit uns seine reaktiven Strömung nicht beeinträchtigen kann, lebt er allein in seinem Zimmer. Nur sein Vater darf mit ihm Kontakt haben.´“(Potthoff, Norbert, Im Labyrinth der Scientology, Bergisch Gladbach, 1997; S. 136)

Dieses zeigt, wie Scientology die Vernachlässigung der Kinder, durch die Ideologie und Zielsetzung mit Hilfe der „abhängigen“ Eltern propagiert. Durch das Anstreben der Weltherrschaft, das „Clearen“ der Welt bleiben schwache Glieder, das sind ohne weiteres Kinder und Jugendliche, Behinderte, besonders behinderte und kranke Kinder, alleine und werden ohne Gefühlsregungen seitens der Erwachsenen und Starken ihr Leben meistern müssen.

Kleine Erwachsene oder aber auch Kinder sind keine Hunde

Scientology kennt keine spezielle Kindererziehung. Im scientologischem Sinne sind Kinder kleine Erwachsene. Dies kann zu einer geistigen und psychischen Überforderung der Kinder und Jugendlichen führen. In einer scientologischen Broschüre über die Methoden und Ziele der scientologischen Kinderziehung werden diese in einem Vorwort näher dargestellt.

„Kinder zu erziehen soll eine Freude sein. Und es kann eine Freude sein. Es kann tatsächlich eine der befriedigsten aller menschlichen Erfahrungen sein. Mit der Anwendung von Scientology-Prinzipien auf das Großziehen von Kindern kann sichergestellt werden, dass sie glücklich, liebevoll und produktiv sind und daß sie zu geschätzten Mitgliedern dieser Gesellschaft werden, in der sie leben.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S. 2)

Scientology will einen liebevollen, glücklichen und produktiven Menschen schaffen. Nach meiner Meinung erreicht Scientology genau das Gegenteil, einen kritiklosen, emotionslosen, manipulierbaren und nicht selbständig denkenden Menschen.

Die scientologische Definition von Kindern befindet sich ebenfalls in der oben beschriebenen Broschüre. Sie lautet:

„Kinder sind nicht Hunde. Sie können nicht wie Hunde dressiert werden. Sie sind nicht kontrollierbare Dinge. Sie sind, lassen Sie uns diesen Punkt nicht übersehen, Männer und Frauen. Ein Kind ist nicht eine spezielle Tierart, die sich vom Menschen unterscheidet. Ein Kind ist ein Mann oder eine Frau, der bzw. die nicht voll ausgewachsen ist. Jedes Gesetz, das auf das Verhalten von Männern und Frauen zutrifft gilt auch für Kinder.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S. )

Eine ähnliche Definition befindet sich in dem Buch „Kinder-Dianetik“, das die Inhalte des Buches Dianetik auf Kinder überträgt.(Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S. 71)

Die Hauptziele der Kinder-Dianetik sind, Engramme (negative Informationen auf der „Zeitspur“, die einen Menschen in der jetzigen Zeit hemmen) zu löschen und dafür zu sorgen, dass sie gar nicht erst entstehen können. Deswegen soll die Dianetik im Alltag im täglichen Umgang mit dem „kleinen Erwachsenen“ angewendet werden.

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Kinder in Scientology, die 2. und 3. Generation

Sekten sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern und machen auch vor unseren Kindern nicht halt. Kinder sind für Sekten ein lukratives Geschäft, denn auf diesem Wege erreichen sie auch die Eltern. Scientology ist u.a. im Nachhilfebereich aktiv tätig.

Am allerschlimmsten ist es für die Kinder, die in Kulte und totalitäre Gruppen hineingeboren wurden. Die früheren „Jugendsekten“ befinden sich in der zweiten bzw. dritten Generation. Sektenkinder aus der Elterngeneration der 70er Jahre sind Erwachsen und vielleicht schon selber Eltern. Die Sekten, auch Scientology sind immer mehr mit dem Problem der wachsenden Kinderschar konfrontiert, dies ist zum Teil auch so gewollt, denn diese Kinder sind von klein auf an die scientologischen Denkweisen und Techniken, wie z.B. das Auditing gewöhnt. Auch sind sie mit der Sekten eigenen Sprache und Regeln aufgewachsen. Jedoch schreibt der Sektenexperte Hugo Stamm in seinem Buch „Sekten – im Bann von Schutz und Macht“, „trotz Bewußtseinskontrolle springen Sektenanhänger, die in einem Kult aufgewachsen sind, als Erwachsene häufiger ab, als man auf Grund der umfassenden Indoktrination erwarten würde.“ Dies bedeutet für unsere Gesellschaft ein Problem, denn diese ausgestiegenen Menschen brauchen ganz besondere Hilfe um ein „normales“ Leben führen zu können. Falls diese Menschen einen Ausstieg schaffen, Scientology wird alles mögliche tun um dies zu verhindern; laufen sie Gefahr sozial und psychisch auffällig zu werden. Jahrzehntelang lebten sie in einem geschlossenen sozialen System. Nun sind sie auf sich selbst gestellt. Sie füllen sich einsam und verlassen. Äußern sie sich öffentlich gegen Scientology werden ihre engsten Verwandten, ihre Eltern und Geschwister jeglichen Kontakt abbrechen. Sie werden zu SP’s zu Unterdrückerischen Personen erklärt.

Scientology bot in der Vergangenheit den Aussteigern ein Gefühl der Geborgenheit, sie fühlten sich vermutlich aber auch erhaben, sie gehörten einer elitären Gruppe an, deren Sinn und Zweck es ist „die Welt zu klären“ bzw. zu retten. Durch diese Rettung blieb ihnen nicht mal mehr viel Zeit für sich selbst. Der Preis den die Sektenmitglieder zahlen müssen ist die Verdrängung der eigenen Identität. Dies macht sich z.B. auch an den den Uniformen bemerkbar, die die Mitglieder der scientologischen Eliteorganisation Sea Org tragen müssen. In der Sea Org wird ein Arbeitsvertrag nicht nur für dieses Leben geschlossen, sondern für die nächsten Milliarden Jahre.

Die Techniken, die Scientology zur Bewußtseinskontrolle seiner Mitglieder anwendet erinnert an „Gehirnwäsche bei Kriegsgefangenen“ (Hugo Stamm, „Sekten – Im Bann von Sucht und Macht). Auch Professor Hans Kind, hat in einem Gutachten Ähnlichkeiten aufgezeigt und dokumentiert. Dabei bezog er sich auf Sekten eigene Literatur und auf eigene Untersuchungen der psychischen Reaktionen von ehemaligen Scientologen. Seine Erkenntnis: Die Therapietechnik des Auditings versetzt die Scientologen in hypnoseähnliche Zustände. Kinder, die in Scientology hineingeboren sind, werden schon seit ihrer Geburt und sogar schon vor der Geburt auf die Gehirnwäsche durch das Auditing und durch die anderen scientologischen Techniken vorbereitet.

Um die scientologische Ausbildung der Kinder zu gewährleisten, werden diese schon in jungen Jahren auf scientolgisch geführte Schulen geschickt. Diese sind in Deutschland nicht gestattet, aber die Kinder werden z.B. auf Scientology Schulen in Dänemark geschickt. Besondere Eliteschulen für scientologische Kinder gibt es u.a. in Saint Hill, Großbritanien und in den USA. Sie werden Cadet Orgs genannt.

Weil geschulte Sektenmitglieder hohes Ansehen genießen, stufen die Eltern die Sektenerziehung höher ein als die Familienbande. Scientology lockert mit der Trennung von Kind und Eltern die emotionalen Bindungen. Familiäre Gefühle können der Sekte gefährlich werden, weil sie ein Gemeinschaftsgefühl außerhalb von Scientology vermitteln können. Außerdem können die Eltern durch die Fremd – Erziehung ihrer Kinder ihre Zeit voll und ganz der scientologischen Rettung der Welt und ihrer eigenen scientologischen Kariere widmen. Dies kann bei Scientology bis zu 70 Wochenstunden sein.

Die enormen Bemühungen der Sektenfänger um Kinder und Jugendliche zeigen: Die Indoktrination in den Cadet Orgs und in den scientologisch geführten Schulen und Internaten ist die effektivste Art Menschen in Scientology zu beheimaten.

L. Ron Hubbard wird aus der Sicht der jungen Scientologen als „göttlicher Übervater“ angesehen, in jeder Org gibt es für den verstorbenen Sektengründer ein Büro. Die Kinder und Jugendlichen folgen Hubbard als sog. Homo Novis (Übermenschen). Sie können eine Beziehung zu ihrem „göttlichen Übervater“ aufbauen, die rein ist und nie von Konflikten ihm gegenüber getrübt sein wird. Hugo Stamm erklärt hierzu:“Dieser Übervater dient auch als Mutterersatz, erlaubt eine symbiotische Beziehung und befriedigt den Wunsch nach mystischer Verschmelzung.“ Die Gruppe erscheint als ideale Gesellschaft von Brüdern und Schwestern, die alle von der gleichen Idee beseelt sind und die alle das gleiche Ziel haben, die Welt zu retten. Scientology bietet, aus der Sicht eines Scientologen betrachtet, die perfekte Familie.

In dieser „Scheinwelt“ können Eltern selbst die grausamsten Anordnungen noch als spirituelle Notwendigkeit schmackhaft gemacht werden. Die scientologischen Kinder sollen ja in einer „reinen“ bzw. “geklärten” Umwelt aufwachsen. Sind die Eltern sehr in der scientologischen Gruppe und Gedankenwelt eingebunden, dann scheint es so, als könnten Eltern ihre „Elterngefühle“ problemlos ohne Schuldgefühle unterdrücken. Hierzu ein Beispiel: “Kindern wird auch der Umgang mit ihren Eltern verboten bzw. den Eltern wird der Umgang mit ihren Kindern verboten, da die Kinder der Grund für Probleme des Erwachsenen sind. Diese Kinder sind eine „unterdrückerische Person“ für ihre Eltern und behindern das Fortkommen ihrer Mütter in Scientology. U.S. Sonntag, der gesagt wurde, daß ihr Sohn eine unterdrückerische Person sei, wurde das von Seiten der Org an einem Beispiel gezeigt. Unten „…in dem italienischen Restaurant einen Stockwerk tiefer als die Org saß ein kleiner Junge an einem Tisch allein und aß, seine Mutter saß getrennt von ihm an einem anderen Tisch, man sagte mir, der Junge wäre der `Unterdrücker´ seiner Mutter, und die Mutter muß ihn handhaben und sich von ihm trennen, um weiter zu kommen.“

Scientology versteht es Ängste und seelische Defizite auszunutzen. Mit ihren Indoktrinationsmethoden legt Scientology den Finger auf die seelischen und sozialen Wunden ihrer Mitglieder und erschwert einen Ausstieg, da die Scientologen glauben nur Scientology bietet ihnen ein zu Hause, eine Familie oder einen geschützten Raum. Gerade für die Scientologen in der 2. oder 3. Generation muss die Außenwelt (genannt WOG – Welt) fremd und andersartig vorkommen.

Wies sieht die Zukunft der „Scientology Kinder“ aus? Wenn ihnen der Ausstieg wirklich gelingt, dann sind sie auf Hilfeeinrichtungen, Sektenberatungsstellen und spezielle Rehabilitationseinrichtungen angewiesen. Sollte es den „Scientology Kindern“ nicht gelingen auszusteigen, werden sie wahrscheinlich Führungspostionen übernehmen, weitere Indoktrination und Leid bringen und durch sie wird eine weitere Generation von Scientologen heranwachsen.

In jedem Fall ist der Ausstieg aus Scientology für diese Menschen ein sinnvoller und richtiger Weg, denn nur so können sie ein Leben in wirklicher Unabhängigkeit und Freiheit genießen. Dies wird von Aussteigern immer wieder betont. Das ist der einzig wahre Weg zum Glücklichsein und die Brücke zur wirklichen Freiheit.

Die Folgen der scientologischen Disconnection Policy für Kinder und deren Eltern


Der Trennungsbefehl
Einer der wichtigsten Vorwürfe gegen die Scientology-Organisation ist die
Zerstörung persönlicher und familiärer Bindungen und letztlich der Persönlichkeit selbst.
Die Zerstörung von Bindungen führt zu Abhängigkeit von der Scientology-Organisation.
Der Rückweg wird versperrt. Der Ausstieg erschwert.“

http://www.ingo-heinemann.de/Trennungsbefehl.htm

Die Scientology Organisation verlangt von ihren Mitgliedern sich von anderen Menschen u.a. Familienangehörigen zu trennen, wenn sich diese zum Beispiel öffentlich gegen Scientology aussprechen.

„Ein Scientologe kann, infolge einer Verbindung zu jemandem der Scientology grundsätzlich feindlich gegenübersteht, ein PTS werden. Um die Gegebenheiten des PTS zu lösen muss er entweder dessen Feindschaft HANDHABEN (wie in den Materialien über PTS Handling) oder, als letzter Ausweg, wenn alle versuche des Handhabens versagen, er trennt sich von dieser Person. Er übt einfach sein Recht aus, mit einer besonderen Person zu kommunizieren oder nicht zu kommunizieren.“ L. Ron Hubbard (10.September 1983, „PTSness and Disconnection“, Hubbard Communication Office)

Diese Disconnection Policy schließt unter anderem auch den Umgang von Kindern und ihren Eltern mit ein.

„Disconnection ist eine Methode in Scientology bei denen Scientologen die Beziehung zu Freunden, Kollegen oder Familienmitgliedern aufgeben müssen, die in den Augen der Scientology Organisation unterdrückerisch sind.

Viele Ehen und Familien zerbrachen an dieser von L. Ron Hubbard verfassten Doktrin. Darin heißt es dass, wenn ein Scientologe mit einer Suppressive Person (unterdrückerische Person, kurz SP) verkehrt, er zu einer Potential Trouble Source (Quelle potentieller Schwierigkeiten, kurz PTS) werden kann.“

http://chanology-wiki.info/scientology/gefahren/mittel-der-unterdrueckung

Während einer normalen Scheidung leiden Kinder schon immens an der Trennung der Eltern. Viele Kinder sehen in sich den Grund für die Scheidung der Eltern. Gehen die Eltern hier nicht sensibel und einfühlsam mit ihren Kindern um können psychische Schäden und Bindungsängste entstehen. Deswegen wird heutzutage von Psychologen und anderen Fachleuten empfohlen, dass Eltern „Eltern“ bleiben sollen, auch wenn sie sich in ihrer Rolle als Ehepartner nicht mehr genügen ist es dennoch wichtig für die Kinder in ihnen ein „Eltern-Team“ zu sehen.

„Wie man in der vorliegenden Studienarbeit erfahren konnte, bedeutet eine Scheidung für Kinder immer ein schmerzliches und sehr einschneidendes Erlebnis, welches an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit geht. Die Änderung der Lebenssituation, ist gleichzusetzen mit einem Zusammenbruch der Grundlage auf dem das kindliche Leben aufgebaut hat, nämlich dem Zusammenleben mit Mama und Papa. Das Wechselbad der Gefühle der Eltern verunsichert die Kinder. Sie fühlen sich ohnmächtig und spüren, dass sie kaum Einfluss auf das haben, was rund um sie geschieht. Da die Eltern im kindlichen Denken einfach zusammengehören, wirkt die bevorstehende Trennung wie ein Schock.
Scheidungskinder haben direkt nach der Scheidung besondere Bedürfnisse und Gefühle. Vergessen dürfen wir nie, dass viele Scheidungskinder sich mitverantwortlich fühlen für die Scheidung. Darum plädieren Therapeuten dafür, Kinder rechtzeitig in den Trennungsprozess einzubeziehen und ihnen auf ihre Fragen zu den Folgen altersgerechte Antworten zu geben. So können sie begreifen, dass das Paar sich trennt, die Eltern aber erhalten bleiben. Abzuraten ist in jedem Falle, Sohn oder Tochter als Gesprächspartner für die eigene Wut und Verzweiflung zu missbrauchen. Häufig tragen die Geschiedenen noch Jahre nach der Trennung ihren Streit und ihre Konflikte zu Lasten der Kinder aus. „

http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/108541.html

Betrachtet man nun die spezielle Situation der Scientology Kinder, die auf Grund der Disconnection Policy Anordnung sich von einem oder sogar zwei Elternteilen oder Geschwistern trennen müssen erkennt man welche schwerwiegenden Folgen dies für die Kinder bzw. Jugendlichen haben muss.

Sie haben ihren fundamentalistischen Glauben, dem sie unbedingt folgen müssen. Sie leben in einer Welt mit starkem Schwarz – Weiß denken. Es gibt für sie nur Gut und Böse, aber ihre innersten Gefühle sind zwiespältig, denn sie lieben ihre Eltern, wie es jedes andere Kind auch tut. Schwere psychische Störungen sind nach meiner Auffassung unabdingbar. Die Kinder leiden unter Trennungsängste, Beziehungsprobleme, sowie Bindungsstörungen.

„Kinder werden traurig, fühlen sich einsam. Diese kindliche Erfahrung verunsichert früher oder später das Vertrauen in die Zuverlässigkeit menschlicher Beziehungen. Eltern kann man nur immer wieder raten, in der Trennungsphase unbedingt ihre Kraft und Aufmerksamkeit auf die Kinder und weniger sich auf die Umstände und Konditionen der Trennung zu konzentrieren.
Die langfristigen Auswirkungen von Scheidungen auf Kinder haben erstmals die amerikanischen Wissenschaftler Judith S. Wallerstein und Dr. Julia Lewis in einer auf 25 Jahre ausgelegten Langzeitstudie untersucht. Die Untersuchungsergebnisse belegen einen langlebigen Einfluss der Trennung. In der Zeit der Partnerwahl spielen die Erfahrungen mit der Scheidung der Eltern sogar eine zentrale Rolle. Die erwachsenen Scheidungskinder geraten in den Zwiespalt zwischen Sehnsucht nach Liebe und Bindung einerseits sowie der Angst vor dem Scheitern der Beziehung andererseits. Zum anderen spielen Ängste, verletzt, verlassen oder betrogen zu werden, eine zentrale Rolle im Persönlichkeitsbild. Trennungskinder weisen wiederum eine höhere Scheidungsrate als Heranwachsende aus intakten Familien auf. Es fehlt diesen Kindern offenkundig an guten Vorbildern und nützlichen Modellen, wie Mann und Frau in liebender Beziehung zusammenleben können.“

http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/108541.html

Man beachte das hier in diesen Untersuchungen von regulären Scheidungskindern geschrieben wird und nicht von scientologischen Kindern und jungen Erwachsenen, die sich von einem oder beiden geliebten Elternteil(en) trennen müssen.

„Im HCOPL 20.10.81 (enthalten im PTS-Kurs Seite 279) heißt es zu „Das Warum“:

„In der ursprünglichen (jetzt wieder eingesetzten) Richtlinie wurde von der PTS-Person verlangt, die Situation in Ordnung zu bringen oder die Verbindung abzubrechen ….“

„Situation in Ordnung bringen“ bedeutet, denjenigen, von dem die tatsächliche oder vermeintliche Bedrohung für Scientology (das ist die SP, die suppressive Person) ausgeht, zu „handhaben“.
Eine PTS-Person ist eine „Potential Trouble Source“, also eine mögliche Ursache von Problemen für Scientology.

Das betrifft insbesondere Familien:

„Jede PTS-Person sollte sich als ein Schritt ihrer Handhabung bei der Ethiksektion melden und mit Hilfe des Ethik-Officers ein WARUM für den Antagonismus in ihrer Familie finden und dann beginnen, die Situation wirklich zu bereinigen. …““

http://www.ingo-heinemann.de/Trennungsbefehl.htm

Dies bedeutet für die betreffenden Kinder, dass sie in eine starke emotionale Falle geraten. Im Fall einer Trennung bzw. Scheidung, wenn das Kind bei dem scientologischem Elternteil bleibt. Wird sich das Kind zwangsläufig gegen den von der Organisation als „unterdrückerische Person“ (SP) abgestempelten Elternteil entscheiden. Das Kind hat schriftliche Wissensberichte (KRs) über diese Person zu verfassen, die es eigentlich liebt. Es gibt sogar einen sog. PTS/SP Kurs, in dem ein Scientologe lernen soll mit dieser Situation umzugehen.

„Der Titel des entsprechenden Kursmaterials sagt schon aus, was darin zu finden ist: „Wie man Unterdrückung konfrontiert und zerschlägt“. … Mit diesem Kurs soll also herausgefunden werden, wer speziell dem Weg zum funktionierenden Wesen in der Organisation entgegensteht. Und wenn dieser dann gefunden ist, muss etwas passieren.“ Ursula Caberta „Kindheit bei Scientology verboten“, 2008, S. 112

Das Kind bzw. der Jugendliche meint nach diesem „Kurs“, dass sein geliebtes Elternteil die Ursache dafür ist, dass z.B. seine scientologische Karierre nicht mehr funktioniert, dass diese ins Stocken gerät. Dem Kind ist die scientologische Karriere, bedingt durch die manipulative Gedankenkontrolle der Organsation sehr wichtig, wenn nicht sogar das wichtigste im Leben. Wichtig ist hier zu verstehen, dass Kinder im Verständnis der Scientology Organisation nach den Lehren des Gründers L. Ron Hubbard gleich zu behandeln sind wie Erwachsene, dies bedeutet dass sie ebenfalls die gleichen Kurse, Auditingsitzungen etc. wie die Erwachsenen absolvieren müssen. Auch Kinderarbeit ist in der Scientology – Organisation an der Tagesordnung.Vgl. https://kindseininscientology.wordpress.com/2010/09/06/hello-world/

„Damit auch kein Zweifel besteht, dass die entsprechende Person den Kontaktabbruch wirklich zu vollziehen hat, wird im Kursmaterial noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass die Person aufgrund ihrer Schwierigkeiten mit „Unterdückern“ selbst als eine potentielle Schwierigkeitsquelle (potential trouble source, PTS) gilt. Hiermit erschwert sie zusätzlich den Weg in Scientology, und nicht nur das, die Gegenkräfte die unterdrückerischen Personen, werden gar gefördert, wenn die Trennung nicht vollzogen wird.“ Ursula Caberta „Kindheit bei Scientology verboten“ 2008 S. 112, 113

Das Kind bekommt schwerwiegende Gewissenskonflikte. Es ist dafür verantwortlich, dass viele Dinge in der Organisation und in seinem Umfeld falsch laufen. Dies möchte es nicht, es wird sich höchstwahrscheinlich dafür entscheiden sich gegen seinen geliebten Elternteil zu stellen. Denn es ist ja zusammen mit den anderen Scientologen dafür verantwortlich die Welt zu retten. Dies ist neben der scientologischen Karriere das wichtigste für dieses Kind. Das Kind möchte nicht selber zum Unterdrücker werden. Was zwangsläufig bedeuten würde, dass sich das Kind auch gegen andere Familienmitglieder und den anderen geliebten Elternteil entscheiden müsste.

„Wer also den Richtlinien gemäß die Trennung von der geliebten Person nicht einsehen will, der wird schnell selbst zum Gegner, zum „Unterdrücker“, was dann von anderen Mitgliedern der Organisation die Trennung wiederum von dieser Person zur Folge hat.“ Ursula Caberta „Kindheit bei Scientology verboten“ 2008 S. 113

Betrachtet man nun die Folgen bei einer normalen Trennung der Eltern und die zusätzliche Belastung der Kinder und Jugendlichen in einer scientologischen Trennungsfamilie sind die psychischen Folgen der Kinder kaum vorstellbar. Für sie wird das andere Elternteil zum schlechtesten Menschen auf der Welt deklariert, den es zu vernichten gilt.