Womens Day berichtete über Disconnection

Die australische Zeitschrift „Womens Day“ interviewte Adrian Kelsey. Dieser wurde nach seinem Ausstieg aus der Scientologyorganisation von seinen Kinder auf Grund des Trennungsbefehles (Disconnection Policy) getrennt. Seine Kinder durften nach Anweisung keinen Kontakt mehr zu ihm haben. Dieser „Vorgang“ ist üblich, wenn sich zum Beispiel der ausgestiegene Elternteil, dazu entschließt sich öffentlich und kritisch gegenüber Scientology zu äußern. Eine ganz besondere Form des psychischen Drucks und der Einschüchterung durch diese kriminelle Organisation.

Hier geht es zum Artikel aus der „Womens Day“

Seinem Sohn Shane gelang vor einiger Zeit der Ausstieg, mit der Hilfe seines Vaters, aus der Sea Org und der Scientologyorganisation.

Ex – Scientology Kid Daniel Montalvo verklagt Scientology wegen Kinderarbeit

http://blogs.villagevoice.com/runninscared/2011/03/daniel_montalvo_1.php

Last October we told you the dramatic story of young Daniel Montalvo, a 19-year-old who had been brought up in Scientology but had made a dramatic break for freedom — only to be thrown in jail by the LA Sheriff’s Office on behalf of revenge-minded Scientologists.

Since that time, we’ve kept in touch with Daniel and the actor Jason Beghe, whose Malibu ranch has been Montalvo’s protective sanctuary as Scientology continued to send private eyes and process servers at him.

Today, Daniel turns 20 years old. Yesterday, he filed two stunning lawsuits against Scientology with the help of attorney S. Christopher „Kit“ Winter.

Winter helped Montalvo avoid the grand reaching that tends to characterize lawsuits against Scientology, and instead kept his complaints laser-focused on damning charges about how children are used by the church in troubling ways.

Specifically, Montalvo’s lawsuits paint a picture of a child who was essentially abandoned by his two Scientologist parents to the organization, was signed to a billion-year contract at only 6 years of age, and through his teens was forced to work up to 100 hours a week with only the barest schooling, and for wretched pay (about $35 a week).

In the past, when Scientology has been confronted with the low pay and miserable conditions of its „Sea Org“ workers, the church has responded that such workers are analogous to the monks of other religions who choose a life of asceticism and contemplation.

But Montalvo’s lawsuit anticipates that excuse: not only was the youngster denied an adequate education, he was also not trained in Scientology itself. He was simply a miserably-treated, underpaid, and underage drone who was asked to operate dangerous machines without adult supervision.

„Yes, the ‚monk’s life‘ shtick doesn’t ring so true when it’s kids who are involved — especially kids who couldn’t care less about L. Ron Hubbard,“ says Winter.

Working at Bridge Publications in the City of Commerce, where some of Scientology’s books are produced, in January 2008 Montalvo lost a finger operating a „notching“ machine. Two days later, the Sea Org insisted that he return to work, the lawsuits allege.

The St. Petersburg Times, always great on all things Scientology, has an excellent rundown of the lawsuit specifics this morning:

The lawsuits filed in state court in L.A. include allegations that Montalvo:• Was permitted to attend school about one day a week because working for Sea Org took priority.

• Spent his childhood working at least 40 hours a week, and often more than 100 hours a week for pay that ranged from $35 to $50 a week.

• Had no work permits required of minors.

• Was made to work back-to-back 12-hour days in the fall of 2007, when the church was pushing its staff to produce and sell a new book release.

• From 2008 to 2010, was punished along with other workers for lack of production. He was made to run laps wearing a jacket and tie, clean grease traps and do push ups.

• Worked past midnight for two months in 2009 after rising at 6 a.m. each day, and was made to do push ups and dig ditches for lack of production.

• Suffered an accident at age 16 while cleaning a „notching“ machine at the church’s printing unit, Bridge Publications. Half of his right index finger was cut off and no ambulance was called, the lawsuit asserts. It says Montalvo was taken to the hospital but told by the Sea Org to tell doctors he was a volunteer. He was not to mention Scientology.

We were especially encouraged to see that Scientology attorney Kendrick Moxon was named as a defendant in Montalvo’s lawsuit. As we pointed out in our previous story about Montalvo, it was Moxon who lured the young man back to Los Angeles with promises of seeing his mother, only to double-cross him by having him sit through interrogations with Scientology attorneys and a short stint in jail, the lawsuit alleges.

Moxon we know very well. Eleven years ago, we showed in great detail what sort of skeezy behavior Moxon was capable of on behalf of Scientology.

As the St. Pete Times points out, a similar lawsuit against Scientology was brought by Marc Headley, another defector we’ve written about. That lawsuit was dismissed by a federal judge. But we’ve rarely seen a lawsuit like Montalvo’s — one aimed at Scientology in such a narrow, focused way, leaving out Scientology’s beliefs and focusing only on how it treats its Sea Org wretches. It’s early days, but this case should be spectacular to watch unfold.


FBI ermittelt gegen die Scientology – Organisation wegen Menschenhandel und Kinderarbeit

Das Hamburger Abendblatt schreibt am 09. Februar 2011 hierzu:

„FBI ermittelt wegen Kinderarbeit für Scientologen Tom Cruise

Miami. Scientology ist erneut ins Zwielicht geraten. Die amerikanische Bundespolizei FBI ermittelt in Kalifornien wegen Menschenhandels und Sklavenarbeit von Kindern gegen die selbst ernannte Kirche.

Hollywood-Regisseur und Oscar-Gewinner Paul Haggis, 57, („Crash“, „Million Dollar Baby“) hat im Magazin „New Yorker“ schwere Vorwürfe gegen Sektenführer David Miscavige, 51, und Schauspieler Tom Cruise, 48, erhoben. Auf 26 Seiten berichtet das ehemalige Scientology-Mitglied über die Machenschaften der Sekte. Miscavige, der Trauzeuge von Cruise und Katie Holmes, 32, war, soll junge Mitglieder geschlagen, eingesperrt und sogar zehn Jahre alte Kinder wie Sklaven unbezahlt zur Arbeit eingesetzt haben.

Einer der Profiteure: Tom Cruise. Er ließ sich angeblich Motorräder, Autos und ein Büro umbauen – für einen Lohn von 50 Dollar (37 Euro) pro Woche, berichtet der „New Yorker“. Der Hollywoodstar und Scientology streiten die Vorwürfe ab, schalteten ihre Anwälte ein. Das FBI wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, die Ermittlungen dauerten an, sagte ein Sprecher.“

Hintergrundinformation zu diesem Artikel in Englisch:

http://www.newyorker.com/reporting/2011/02/14/110214fa_fact_wright

Kinder müssen einen Beitrag leisten = Kinderarbeit

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Scientology Kind bei der Arbeit

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der scientologischen Kindererziehung ist, dass Kinder einen „Beitrag“ leisten müssen. Diesen Beitrag leisten zu wollen, nach scientologischer Lehre, fängt schon im Säuglingsalter an.

„Ein Baby leistet seinen Beitrag, indem es versucht, Sie zum Lächeln zu bringen. Das Baby wird sich zur Schau stellen. Wenn der Kleine ein bißchen älter ist, wird er für Sie tanzen, er bringt Ihnen Zweige und versucht, Ihre Arbeitsbewegungen nachzuahmen, um Ihnen zu helfen. Wenn Sie dieses Lächeln, diese Tänze, diese Zweige oder diese Arbeitsbewegungen nicht in dem Sinn annehmen, wie sie gegeben werden, haben Sie begonnen, den Beitrag des Kindes zu verweigern. Jetzt wird es anfangen, ängstlich zu werden. Es wird gedankenlose und seltsame Sachen mit ihrem Eigentum anstellen, in der Bemühung, es `besser´ für Sie zu machen. Sie schelten das Kind. Damit ist es aus mit ihm…. Sie können nicht mehr tun, als das Lächeln, die Tänze und die Zweige des sehr kleinen Kindes anzunehmen. Aber sobald das Kind es verstehen kann, sollte man ihm ausführlich erzählen, wie die Familie funktioniert.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.8f)

Die Probleme, die ein Kind macht, liegen in dieser Betrachtungsweise ausnahmslos darin, dass das Kind in der Familie und somit in der Gesellschaft keinen Beitrag leisten durfte.

Scientology geht sogar soweit, dass sie die grundlegende Schwierigkeit der Jugendkriminalität in dem Verbot der Kinderarbeit begründet sieht.(Vgl. New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S. 14). Nach Scientology muss ein Kind in der Lage sein (Scientology formuliert es als die Pflicht des Kindes gegenüber den Eltern), für die Eltern zu sorgen.(Vgl.: New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.14f)

„Indem man die Kinderarbeit verbietet und insbesondere indem man Jugendliche daran hindert, ihren eigenen Weg zu gehen und eigenes Geld zu verdienen, schafft man Schwierigkeiten in der Familie, so dass es fast unmöglich wird, eine Familie zu unterhalten. Und man erschafft beim Jugendlichen die Ansicht, dass ihn die Welt nicht will und dass er sein Spiel verloren hat, bevor es überhaupt begonnen hat… Das Kind jedoch, das mit drei oder vier Jahren gerne in dieser modernen Gesellschaft arbeiten würde, wird entmutigt und tatsächlich davon abgehalten. Es wird untätig gehalten bis zum siebten, achten oder neunten Lebensjahr und erhält dann plötzlich gewisse Pflichten… Als Teenager wird es später auf aktive Weise daran gehindert, irgendeine Art Job zu bekommen, der es ihm ermöglichen würde, Kleidung zu kaufen und die Zeche für seine Freunde zu bezahlen. Und so empfindet er allmählich, dass er nicht zur Gesellschaft gehört. Da er nicht Teil von der Gesellschaft ist, ist er nun gegen sie und wünscht sich nichts als destruktive Tätigkeiten.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.14f)

Scientology geht sogar so weit, dass ein Kind, was einen Beitrag leistet, aber die Rechte seiner Eltern verletzt, körperlich gemaßregelt werden kann. Dies soll keinen Schaden bei dem Kind hinterlassen, da das Kind trotzdem seinen Beitrag leisten kann.

„Sie können bei einem Kind tatsächlich körperliche Maßnahmen ergreifen, um Ihre eigenen Rechte zu verteidigen, so lange es das besitzt, was es besitzt, und für Sie einen Beitrag leisten und für Sie arbeiten kann.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.10)

Das Fazit, was sich daraus ergibt ist, dass Kinder nur glücklich sein können, wenn sie einen Beitrag leisten, also arbeiten können bzw. dürfen. Wie diese Arbeit in der Praxis Scientologys aussieht wird im folgenden näher beschrieben. U.S. Sonntag berichtet über den Alltag von Kindern in Scientology-Zentren in Kopenhagen, München und England. Dort müssen die Kinder ein ähnliches Programm wie die Erwachsenen absolvieren.

„Die Kinder dort hatten wie ihre Eltern einen festumrissenen Tagesablauf mit einem Punkteprogramm und einer Statistik, die jede Woche, donnerstags, vorgetragen wurde. Neben der Schule vollzogen die Kinder Dienstleistungen in der Organisation. Sie bekleideten Posten, vergleichbar der Registratur, stellten Akten für die Sitzungen bereit und leiteten sie weiter mit den dazugehörigen verwaltenden Schreibarbeiten. Sie waren Meldungsträger von einem Posten zum nächsten, brachten die Leute in die Sitzungen und `routeten´ sie weiter. Sie belegten speziell für diese Arbeiten dieselben Kurse wie die Erwachsenen, die ebenfalls darin u.U. ausgebildet wurden. Ebenfalls belegten sie auch schon Kurse, um Auditor zu werden, manch Zwölfjähriger konnte schon einen Erwachsenen auditieren und dabei u.U. mit allen möglichen Intimitäten, die dieser erzählte, konfrontiert werden. Freizeit gab es nicht.“(Sonntag -Kuntze, U.S.; Ausarbeitung über die Gefahren, die bei dem Kontakt zwischen Scientologen und Kindern entstehen können, Schriftsatz o.J., S:11 zitiert nach: Eimuth, Kurt-Helmuth, die Sekten Kinder, 1997, S. 83)

Dies bedeutet, dass die Kinder neben der Schule, falls sie noch auf eine Regelschule gehen, und der Arbeit für Scientology keine Zeit mehr für kindgerechte Unternehmungen haben.