Becoming „Free to Shine“

Auf dem englischsprachigen Blog „Becoming Free to Shine“ berichtet eine Ex – Scientologin, die in der zweiten Generation in Scientology hineingeboren wurde, über ihre Kindheit in dieser. Ihre Zeit als junge Mutter in der Sea Org, damals waren noch Kinder in der Sea Org erlaubt, ihre Zweifel und ihren Weg aus Scientology… eben, wie sie „Free to Shine“ wurde. Eine wirklich wunderbare, hilfsbereite und mitfühlende Frau…

Einfach von unten nach oben scrollen, dann stimmt die chronologische Reihenfolge. Ich belasse es bei dem englischen Text. Ich bin nicht gut genug im schriftlichen Übersetzen um alles genauso wiederzugeben, wie sie es wirklich meint.

http://becomingfreetoshine.wordpress.com/category/becoming-free-to-shine-my-story/

http://becomingfreetoshine.wordpress.com/category/scientology-children/

gerbera

Glückliche Kindheit?

Ich bemängel ja immer wieder, dass Scientology – Kinder völlig gefühlskalt aufwachsen. Die scientologischen Eltern haben keine Zeit für ihre Kinder, entweder weil sie Kurse besuchen oder anderen „Service“, wie z.B. Auditings „nutzen“  und dies neben der regulären Arbeit oder aber sie arbeiten als „Staff“ (Mitarbeiter) in den Orgs oder Missionen (scientologische Niederlassungen) und dies ist mehr als eine 38,5 Stunden Woche bei lausiger menschenunwürdiger Bezahlung. Ihnen bleibt noch weniger Zeit für ihre Kinder. Oftmals werden hier in Deutschland dann die Kinder an scientologische „Tagesmütter“ abgegeben, wenn die Kinder Glück haben und noch Kontakt besteht (was oftmals nicht der Fall ist) kümmert sich ein nichtscientologischer Verwandter um die Kinder. In der Sea Org ist es ganz verboten Kinder zu haben, sie werden abgetrieben, oftmals zwangsweise. Denn Scientologen habe nunmal den Auftrag die Welt zu retten.

Letztendlich fehlt es diesen Kindern an Liebe und an Fürsorge durch die Eltern und zu dem kommt der scientologische Drill, der auch an Kindern angewendet wird, denn diese sind für die Scientologen kleine Erwachsene. Auch geht es darum, dass bei der scientologischen „Technik“ angewendet an Kindern, oftmals das gleiche, wie bei den Eltern, manchmal ist es etwas leicht abgewandelt, diese zu gefühlsunfähigen Robotern gemacht werden.

Heute sah ich im Internet ein Video von einem Vater, der intensiv mit seinem Kind spielt, sich damit beschäftigt und ich dachte mir, jetzt kann ich endlich mal den Scientologen zeigen, was ich meine. Wie eine „normale“ Zeit mit einem Kind aussehen könnte und wie glücklich dieses Kind ist. 🙂 Scientologen habt ihr Zeit dazu, wenn nicht, dann versucht sie euch immer zu nehmen. Eure Kinder werden es euch danken. Scientology dankt euch nichts, sie beuten euch nur aus.

Reportage: „Die Sektenkinder“

Gestern Abend lief im WDR „Hautnah“ eine Reportage über die Sekte „Weltdiener“. Diese Sekte steckt noch in ihren „Anfangsschuhen“ und hat bedingt erlaubt, dass ein Reporter Team des WDR den Alltag der Sektenkinder filmen durfte. Natürlich nur mit dem Einverständnis und der Kontrolle ihres Gurus.

http://www.wdr.de/tv/menschenhautnah/sendungsbeitraege/2012/1025/sektenkinder.jsp

Erschreckend ist, dass es, wie in jeder Sekte, Parallelen zu der Kindererziehung in Scientology gibt.

Auch für diese Sekte sind „Kinder kleine Erwachsene“, die auch genauso behandelt werden und z.B. das gleiche vom Guru geforderte Arbeitspensum erledigen müssen, wie die Erwachsenen. Der einzige Unterschied, zu den scientologischen „Cadet (Sea) Org Kindern“ besteht in der Art und Weise der Arbeit. Sektenkinder haben keine oder kaum Freizeit, müssen auf vieles Verzichten, was „normale“ Kinder haben, nämlich eine Kindheit. Auch stehen sie häufig unter Stress und Schlafmangel. Nur um ein vermeindliches späteres „Seelenheil“ zu erlangen. Bei Scientology sind es die von Hubbard erfundenen operierenden Thetane, der Guru der „Weltdiener“ hat irgendeinen anderen „Blödsinn“ erfunden.

Die Eltern sind den Lehren ihres Gurus hörig, sie haben kein Verständnis und keine Zeit mehr für ihre Kinder. Nur ihr Seelenheil und die Erweckung der Welt steht im Vordergrund. Alles andere ist nebensächlich.

Bewußt hält der Guru, genauso wie bei Scientology, dass Selbstbewußtsein der Kinder gering und er spielt mit ihrer Angst. Mit der Angst, dass sie, wenn sie nicht so funktionieren, wie es die Sekte oder Guru will von ihren Eltern getrennt werden, als „böse“ abgestempelt werden. Bei Scientology als PTS oder SP. Auch die Außenwelt wird als böse und gefährlich abgestempelt. Kritiker und kritische Famlienangehörigen gehören ebenfalls zur gefährlichen Außenwelt.

Die Kinder müssen ihrem Meister unbedingt und bedingungslos gehorchen, da bleibt kein Raum für kritisches Denken.

Sollten die Kinder die Sekte verlassen würde schlimmes mit ihnen geschehen, wird ihnen erzählt und sie würden tatsächlich komplett von ihrer Familie getrennt, auch dies ist eine Parallele zu Scientology und anderen Sekten.

Sicherlich finden sich noch mehr Gemeinsamkeiten. Die Kontroll- und „Arbeitsfunktionen“ einer Sekte funktionieren überall recht ähnlich. Auch die Manipulationen der Kinder, wie es z.B. Siegfried Hamm (der mir in einer Mail schrieb, dass er aus heutiger Sicht noch drastische Folgen beschreiben würde) oder aber wie Kurt- Helmuth Eimuth beschrieb.

Letztendlich ist die Frage, inwieweit das Recht der Eltern geht. Haben die Eltern das Recht ihre Kinder auf Grund ihres „Glaubens“ psychisch zu missbrauchen oder sogar ihr Leben zu gefährden, haben sie wirklich das Recht hierzu? Haben sie ein Recht dazu, ihre Kinder an eine Sekte  zu verkaufen?

Meine Einschätzung ist, dass Eltern kein Recht dazu haben. Für mich ist dies eindeutig ein psychischer Kindesmmisbrauch und eine Kindeswohlgefährdung liegt vor.

Die Sekteneltern sind genauso abhängig, wie Menschen, die Drogen nehmen. Sie können nicht mehr für sich vernünftig sorgen und erst recht nicht für ihre Kinder. Sie brauchen dringend Unterstützung vom Jugendamt und wenn sie nicht freiwillig mitarbeiten, muss dies halt Zwangsweise von einem Gericht durchgesetzt werden. Dabei muss dem Gericht klar sein, dass es hierbei nicht mehr um Religionsfreiheit geht. Gerade solche Kulte sind keine Religion und Eltern müssen sich hier zwischen der Sekte und dem Wohl ihrer Kinder entscheiden. So wie sich Drogenabhängige ebenfalls entscheiden müssen.

Ich hoffe, dass die Behörden nun bei den „Weltdienern“ tätig werden. Sie haben schon viel zu lange zugesehen und ich denke, dass bei diesen Kindern schon schwere psychische Störungen vorliegen.

Edit: Mittlerweile hat sich eine FB – Gruppe gebildet. http://www.facebook.com/Sektenkinder

Cadet Org

Lange Zeit hat Scientology behauptet, dass es eine „Cadet Org“ nicht mehr gibt. Seit letztem Jahr gibt es  neue Informationen über ein Bestehen der „Cadet Org“ und ein Video, dass die Existenz belegt.

Ursprünglich war die „Cadet Org“ dafür da, die Kinder der Sea Org Mitarbeiter zu „betreuen“. Im Prinzip wurden sie dort scientologisch „erzogen“, sie mußten Arbeit leisten usw. Irgendwann wurde es den Sea Org Mitarbeitern verboten Kinder zu bekommen. Daraufhin wurde von Scientology das Gerücht  gestreut, dass es diese „Cadet Org“ nicht mehr gibt.

Dies war aber immer schon recht unwahrscheinlich, denn wo sollten diese ganzen Kinder, die zu dieser Zeit in der „Cadet Org“ waren überhaupt so schnell hin. Ihre Eltern mußten ja für die Sea Organisation viele Stunden Arbeit leisten.

Also „lief“ diese „Cadet Org“, der Verschleierungsspezialisten Organisation, im geheimen weiter. Ist ja auch wenig verwunderlich, wer mag schon eine Organisation, die Kindern eine reguläre Schulbildung verweigert, die nur lernen nach Hubbards menschenverachtener Ideologie zu leben und die als Arbeitssklaven gehalten werden. Die „Oberen“ der Scientology Organisation, wußten höchstwahrscheinlich, dass so ein Arbeitslager für Kinder bei der „Normalbevölkerung“, von Scientologen „Wogs“ genannt, nicht gut ankommen würde.

Letztes Jahr gab es in den USA ein Verfahren gegen eine Mutter, die ihren 12 Jährigen Sohn in die „Cadet Org“ gegeben hat und voller stolz auf FaceBook darüber berichtet hat, dass Ihr Sohn der „Commander of the Cadet Org“ war. Durch diesen FB post und den wachsamen Augen anderer, ist öffentlich geworden, dass es diese Einrichtung doch noch gibt.

Mittlerweile wurde dieser Junge zurück in die Obhut seiner Mutter gegeben.

Darth Xander, ein Rechtsanwalt aus Chicago, der öfters gegen den Kult prozessiert hat daraufhin ein Video von der bestehenden Cadet Org in Clearwater gedreht.

Man sieht auf dem Video, wie diese Kinder nach Flag, Arbeitszentrale der Scientologen in Clearwater, geschickt wurden um dort die gleiche Arbeit zu machen, wie die Erwachsenen und diese sind dort ebenfalls völlig überarbeitet, bekommen ihren Ausweis abgenommen, kaum Geld zum Leben etc. Lisa McPherson starb z.B. dort.

Wenn man sich den Alltag des kürzlich verstorbenen Alexander Jentzsch in der Sea Org mit 10 Jahren anschaut, der u.a. daraus  bestand 10 Stunden lang täglich die Fußböden in Flag zu reinigen oder Toiletten zu säubern, wie seine Mutter berichtete, wird es mir bei dem folgenden Video recht flau im Magen oder aber, wenn ich mir vorstelle, dass diese Kinder Bürotätigkeiten, wie Erwachsene ausführen müssen. Mir fallen hunderte von Beispiele ein und keins ist wirklich angenehm für Kinder. Auch widerspricht dies  den Menschenrechten für Kinder der Vereinten Nationen.

Ich vermute auch, dass einige deutsche, österreichische oder schweizerische Scientologen ihre Kinder voller Stolz in die „Cadet Org“ geben oder geben werden.

Der Tagesablauf eines „Cadet Org“ Kindes:

We’d wake up around 6:30 AM on Mondays through Fridays. We had exactly half an hour to clean up the room and a higher rank cadet, security guard or Atalia herself would check the rooms up before we could go to breakfast.

We had breakfast for a half an hour until 7:30 when we had to clean up. We’d get assigned places to clean. Some would get kitchen, dinning room, bathrooms, yard, pool cleaning, laundry cleaning, getting the courserooms ready, etc., then we had school from 8 AM till 11 AM. When we had break, we’d go up to the kitchen and snack something for free or otherwise had the canteen where we could buy a snack (all sugarless though, we could only have sugar from Friday night to Saturday night).

11:15 back to school until 13:00 for lunch, which was a half an hour as well, then we had clean up till 14:00, where we’d go into the cadet room (sort of like a empty carpeted enclosed place where we’d do drillng such as naval marching techniques and briefing, kind of like the training you see in army movies). At 14:30 the bus would come and pick us up to go to the base (that’s what we called the area of the FH, CB, Coachman, etc…) and do office work such as stuffing envelopes, organizing pay checks, working at the place where they print the policies (it’s called mimmio and it’s placed right up the street from the CB like a block and a half or so), etc.

In earlier days we were only allowed to go to the base on rare occasions. That’s why you read stories where cadets didn’t see their parents for weeks and even months. We’d get assigned worksheets for jobs at the QI [previous location of Cadet Org; no longer owned by CoS] like painting, cleaning warehouses, cleaning dorms, trimming plants, stuff like that, all gardening and maintainance work. The going to base part started around 2003.

We’d have dinner at 5PM with our parents at the base (this is as i said, applied since 2003, otherwise we’d have dinner at 7PM at the QI). We had school at night again from 7:30 to 9:00 PM. This was different school work because at night we only did Scientology studies, courses from delphi, true school, LRH courses, etc. Also SO courses like etiquete, grooming, cleaning, etc.

We’d then have half an our to get ready for bed and lights off at ten o’clock.

On Saturdays we had a simmilar arrangement as the normal SO staff, we’d have a day off every 2 weeks if we had our stats up, hopefully it was the same day as our parents libs day so we could spend the day with them (it almost never happened though). The kids that didn’t have the day off would stay at the QI, have assignments through out the day and on the afternoons they’d have to white-glove their rooms (meaning we had to clean from top to bottom and leave it so clean a white glove would be passed around and not get a single stain). Saturday night was movie night for the cadets that weren’t grounded for their stat-down, it was also hamburguer and hot dog day, sugar day and video game day, it was sort of like a day a week of beeing almost a normal kid…

Sundays were no different from Saturdays except for the white glove part.

youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=WtcifZylPrw

Wer weitere Infos über die Cadet Org lesen möchte kann dies z.B. auf ESMB machen.

Drei links hierzu:

http://www.forum.exscn.net/showthread.php?23723-Cadet-Org-Rugrat-Story

http://www.forum.exscn.net/showthread.php?18033-Cadet-Org-Disbanded-When-Docs-Needed-Now

http://www.forum.exscn.net/showthread.php?2432-What-went-on-in-the-Cadet-Org

Scientology Tarnorganisationen, welche gibt es?

Scientology kommt nicht immer als Scientology daher. Häufig versteckt sich die Scientology Organisation hinter Tarnorganisationen.  Ziel dieser Tarnorganisationen ist es „Raw Meat“ (scientologisch für „Menschen ohne scientologische Vorkenntnisse“) für die Organisation zu gewinnen. Auch versucht Scientology mit diesen Tarnorganisationen öffentliches Leben zu unterwandern.

Ich habe hier versucht eine Liste der scientologischen Tarnorganisationen etc. zu erstellen. Da Scientology in diesem Bereich sehr wandelbar ist, ist diese Liste sicherlich nicht vollständig. Auch aktualisiere ich diese Liste bei neuen Hinweisen.

Zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2014

  • ABLE – ( siehe: Association for Better Living and Education)
  • „www.ablechild.org“ – „Drogenfrei Kampagne“ speziell für Kinder
  • Amager’s International School (AIS) – scientologische Schule in Dänemark, Kopenhagen, gehört Applied Scholastics an.
  • Akademie für Management und Kommunikation – Ein WISE Unternehmen, das Scientology in Europa verbreiten soll.
  • Aktion Dialog – („www.aktion-dialog.ch“) gehört zu „Internationale Stiftung für Menschrechte und Toleranz“
  • Alert International Inc – tritt als Menschenrechtsorganisation auf . Wurde im bayerischen Verfassungsschutzbericht 2005 erwähnt. http://www.verwaltung.bayern.de/egov-portlets/xview/Anlage/2104472/VerfassungsschutzberichtBayern2005.pdf  S. 225
  • Applied Scholastics – ist für den Bereich Schule/ Nachhilfe zuständig
  • Aktionskomitee für freie religiöse Entfaltung – Kämpft für die Anerkennung Scientologys als Religion
  • Artists for Human Rights – zuständig für die Sparte Künstler, soll Scientology mit Hilfe einer vogeblichen Menschenrechtsorganisation in diesem Bereich etablieren.
  • Association for Better Living and Education – Führt einige der Scientology Tarnorganisationen und Aktivitäten an, insbesondere im Bereich Jugend und „Bildung“. Unter dem ABLE Management unterwandern andere Tarnorganisationen unsere Gesellschaft um L. Ron Hubbards Gedankengut  zu involvieren und gesellschaftsfähig zu machen. Hierzu gehören unter anderem Applied Scholastics, „Der Weg zum Glücklichsein“ (The Way to Happiness Foundation), Narconon und Criminon
  • Association for Peace and understanding in the Middle East – Arbeitet unter ABLE, soll Scientologen im „Nahen Osten“ rekrutieren
  • Author Services, Inc.  –  vertreibt L. Ron Hubbards literarische und musikalische „Werke“, z.B. Hubbards Fantasy und Science – Fiction Geschichten und sein Musical, authorservicesinc[dot]com
  • Besser Lernen (Susanne S.) – Scientologische Nachhilfe Schule in Wien, Mitglied von Applied Scholastics
  • Bridge Publications – veröffentlicht Scientology und Dianetik Bücher
  • CCHR – siehe Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschrechte (KVPM)
  • Celebrity Center Kids on Stage for a Better World – Soll Scientology in der Welt etablieren
  • Child Guidance Centers – betreibt Scientology Kurse für Kinder und ist bestrebt mit Eltern, die noch keine Scientologen sind, scientologische Kurse abzuhalten
  • Church of Spiritual Technology (CST) – Archiviert Hubbards Werke und sitzt in Kalifornien. Es besitzt die Rechte an Hubbards Schriften und vergibt die Lizenzen
  • Citizens for an alternative tax system – wurde gegründet damit Scientology in den USA der Steuerstatus „Gemeinnützigkeit“ gegeben werden konnte. Näheres unter, http://www.ingo-heinemann.de/Scientology-Konzern.htm
  • College für angewandte Philosophie – Zentren in denen Scientology praktiziert wird
  • Computer Ethics Institute (CEI) – Wird von der Sekte genutzt um Kontrolle über das Internet zu erlangen, in dem gesagt wird, wie sich im Internet verhalten werden soll
  • Concerned Businessmen’s Association of America – sponsert Schreibwettbewerbe und andere Wettbewerbe in Schulen und verteilt dort die Broschüre „der Weg zum Glücklichsein“
  • Criminon – „kümmert“ sich um die Rehabilitation von Verbrechern in Gefängnissen
  • Community Service Guild – soll Scientology in Schulen etablieren
  • Der Weg zum Glücklichsein – Broschüre, die von der Scientology Organisation verteilt wird. Siehe auch „Way to Happiness Foundation“
  • Dianetik – Zentrum – auch „Dianetic oder Dianetics Beratungszentrum“, „Ort“ in dem Scientology bzw. Dianetik „gelehrt“ wird
  • Die Lernakademie – Nachhilfe in München in der NietzscheStr., siehe auch Lern- und Sprachenschule. Mitglied bei Applied Scholastics.
  • Die Streber (Tina und Jenny S.) – scientologisches Nachhilfezentrum in 41844 Wegberg (NRW), mit dem Ziel Kinder und Jugendliche zu rekrutieren, arbeitet mit der hubbardschen StudyTech. Gehört zu Applied Scholastics https://kindseininscientology.wordpress.com/2012/03/31/scientologische-nachhilfezentren-in-deutschland-und-in-osterreich/
  • Drug Free Marshals Program – Ist ein PR – Programm, unter dem Deckmäntelchen der „Drogenprävention“, damit Scientology in der Öffentlichkeit und in der Presse „gut da steht“ , verteilt auch die Broschüre „der Weg zum Glücklichsein“
  • Education Alive – lehrt und trainiert Hubbards Study Tech und etabliert sie in Schulen. Zusammenarbeit mit ABLE und Applied Scholastics. Sehr aktiv in Afrika, häufig in scientologischen Pressemitteilungen erwähnt
  • Effective Management Centers (EMC) – ist ein Zusammenschluss von WISE-Mitgliedern in einem bestimmten örtlichen Umkreis, die Management Schulungen, mit Hilfe der Hubbard Management Technology anbieten, um Scientology in Unternehmen zu bringen, sie arbeiten hierzu selbstständig
  • „Ehrenamtliche Geistliche“ – kommen meist in orange daher. Auf ihren orangenen Jacken und Anzügen steht auf Englisch „Volunteer Ministers“ und „Church of Scientology“. Decken die humanitäre Sparte ab, werden oft in Krisengebiete gesendet um dort Hubbards Techniken zu verbreiten. Hierfür sammeln sie Gelder und wollen dort rekrutieren
  • Environmental Task Force – wurde als eine öffentliche Gruppe gegründet zu PR Zwecken und dafür ausgelegt Menschen für Scientology zu rekrutieren
  • ESL (München) – Mitglied bei Applied Scholastics.
  • Fliegerbauer, Kurt – Immobilienfirma in Zwickau, WISE Unternehmen, http://www.ingo-heinemann.de/Fliegerbauer.htm http://www.truthaboutscientology.com/stats/by-name/k/kurt-fliegerbauer.html
  • FOB (München) – Mitglied bei Applied Scholastics.
  • Foundation for a Drug – Free World (Drug Free World)  – Anti – Drogen Kampagne Scientologys drugfreeworld[dot]org
  • Foundation for the Advancement in Science and Education (Fase) – Gegründet von Scientologen um in der Wissenschaft den Reinigungs Rundown  (Purification rundown) zu etablieren.  Ebenfalls wurde eine Menge Geld hier in Werbespots etc. investiert, auch um Hubbards Anti – Drogenprogramm in der „normalen“  und wissenschaftlichen Welt bekannt zu machen. Siehe auch Narconon
  • Foundation for Religious Freedom – wurde gegründet um jegliche Art von Kritik zu unterbinden und Kritiker anzugreifen, in dem z.B.  gesagt wird, der Kritiker unterdrücke die „Religionsfreiheit“ und verletze die Menschenrechte der Scientologen
  • Foundation for Religious Tolerance – wurde von OSA gegründet um der Welt weiß zu machen, Scientology würde religiös verfolgt und sei eine Religionsgemeinschaft
  • F.R.E.E. – Hat im Jahre 2000 weltweit Unterschriften für die religiöse Freiheit gesammelt
  • Franz Eckert (Nachhilfe) – Scientologe, der in Oelde Nachhilfe mit der Unterstützung von Applied Scholastics gibt.
  • Freedom Magazine – siehe Freiheit (Magazin)
  • Freiheit (Magazin) – Propaganda Zeitschrift von Scientology, die für die Unterstützung der scientologischen „Projekte“ wirbt und gegen Kritiker hetzt. Ist auch im Internet zu finden
  • Galaxy Press – siehe „Stories from the Golden Age“
  • Golden Era Productions – Produziert Medien (wie Filme, CDs etc) über Hubbard und seine „Technik“ um diese „an den Menschen zu bringen“
  • Health Med – gehört zu FASE, ist eine „Kette“ von „Kliniken“ die von Scientologen betrieben wird
  • Hollander Constultants Inc. – gehört zu WISE
  • Hubbard Colleges of Administration – Soll Manager in der hubbardschen Management Technik trainieren und so in der Wirtschaft etablieren. Insbesondere in Russland, Ost – Europa und in Saudi Arabien aktiv. Interessanter Artikel von der Zeit hierzu: http://www.zeit.de/1995/45/Die_Tiger_machen_sich_fit
  • I Help (International Hubbard Ecclesiastical League of Pastors) (Hubbard Internationale Kirchenvereinigung von „Pastoren“) – gegründet als Vereinigung zur Schulung und Kontrolle von Auditoren, die Scientology außerhalb von den Orgs und Missionen verbreiten. Im scientologischen heißen diese Feldauditoren.
  • IAS – siehe International Association of Scientologists
  • International Academie of Detoxification Specialists – dafür zuständig, den Reinigunsrundown in die Welt zu bringen
  • International Association of Scientologists / Internationale Vereinigung der Scientologen (IAS)  – „Dachverband“ aller Scientologen in dem eine Mitgliedschaft größtenteils auf Lebenszeit abgeschlossen wird. Dies ist die „Kriegskasse“ von Scientology. Wird benötigt um Kritiker mundtot zu machen, Kampagnen zu fahren etc. Sie soll sicherstellen, dass die Ziele von Scientology verfolgt werden. Siehe auch http://www.ingo-heinemann.de/Mitglieder.htm
  • International Coalition for Drug Awareness – „Kümmert“ sich um die Pharmaindustrie und um die „böse“ Psychiatrie „www.drugawareness.org“
  • International ExecutiveTechnology Inc. – gehört dem Bereich WISE an, soll Scientology Technik in die Wirtschaft bringen
  • International Foundation for Human Rights and Tolerance – siehe Internationale Stiftung für Menschrechte und Toleranz
  • International Hubbard Ecclesiastical League of Pastors – siehe I Help
  • „Hubbard Internationale Kirchenvereinigung von Pastoren“ – siehe I Help
  • Internationale Stiftung für Menschrechte und Toleranz – möchte dem „normalen“ Bürger weismachen, dass Scientologen in Deutschland verfolgt werden und kämpft deswegen für Religionsfreiheit, eine gute Möglichkeit Kritiker mundtot zu machen
  • Impact Magazin – Scientology Zeitschrift um deren Ziele zu fördern
  • Juggernaut – eine von vielen Facebook Tarnseiten Scientologys facebook.com/groups/229319003782405/
  • Jugend für Menschenrechte – Soll Scientology in Schulen und Jugendorganisationen etablieren http://www.ingo-heinemann.de/Jugend-fuer-Menschenrechte.htm
  • Kent Depesche – Broschüre des Scientologen Michael H., die neben Esoterik auch Scientology Propaganda vertreibt. Wird auch über den Verlag seiner Frau (Sabine – Hinz – Verlag) angeboten. „www.sabinehinz.de“ http://psiram.com/ge/index.php/Kent-Depesche http://psiram.com/ge/index.php/Michael_Hinz
  • Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM) – Gibt an über die Menschrechtsverletzungen in der Psychiatrie und in der Psychologie aufzuklären. Liegt begründet in dem Hass von Hubbard auf Psychiater
  • KVPM – siehe Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte
  • Lead the way to a Drug free USA – Amerikanische scientologische „Anti – Drogen – Kampagne“
  • Lernstube Wien – für Infos siehe hier.
  • Library Donation Service – Internationale Kampagne, um Scientology Bücher in die Büchereien und Bibliotheken zu bringen. Interessanter Link: http://www.dphv.de/index.php?id=news-archiv-liste&tx_ttnews[pS]=1167606000&tx_ttnews[pL]=31535999&tx_ttnews[arc]=1&tx_ttnews[pointer]=5&tx_ttnews[tt_news]=84&tx_ttnews[backPid]=103&cHash=121c82b286
  • Liz Epha Tutoring – Nachhilfeschule in Hamburg. Mitglied bei Applied Scholastics.
  • Musicians/Songwriter on the rise – eine von vielen Facebook Tarngruppen facebook[dot]com/groups/songwtriters/
  • Nachhilfe mit Spaß und Verstehen (Mechthild Ohnhäuser) – scientologische Nachhilfe in 35519 Rockenberg (Hessen), mit dem Ziel Kinder und Jugendliche zu rekrutieren, arbeitet mit der hubbardschen Studiertechnik, Mitglied bei Applied Scholastics https://kindseininscientology.wordpress.com/2012/03/31/scientologische-nachhilfezentren-in-deutschland-und-in-osterreich/
  • Nachhilfe- und Sprachenschule (Marita Grübl & Heiko Kroggel)scientologisch geführte Nachhilfeschule in 90513 Zirndorf (Bayern), Mitglied von Applied Scholastics
  • Narconon – Scientologys unprofessionelles „Drogenrehabilationsprogramm“, dass schon viele Todesopfer gefordert hat
  • National Association for Rights Protection and Advocacy – gehört zur CCHR (KVPM)
  • National Commission on Law Enforcement and Social Justice (NCLE) (Nationale Kommission zur Durchsetzung des Rechts und für soziale Gerechtigkeit) – Eine Soziale Reform Gruppe, deren Ziel es ist Interpol zu attackieren, weil diese begonnen hatten die Verbrechen Scientologys zu untersuchen
  • Nationale Kommission zur Durchsetzung des Rechts und für soziale Gerechtigkeit – siehe National Commission on Law Enforcement and Social Justice (NCLE)
  • New Era Publications – veröffentlicht die „Werke“ von Hubbard
  • Meike Viets (Nachhilfe) – Nachhilfe in Hoogstede. Mitglied bei Applied Scholastics.
  • Oxford Capacity Analysis (OCA) – siehe Oxford-Persönlichkeits-Analyse
  • Oxford-Persönlichkeits-Analyse – kostenloser Persönlichkeitstest, oftmals der Einstieg in Scientology
  • Office of Ethnic and cultural Affairs – Dafür zuständig, Scientology auch in diesem Bereich zu etablieren
  • Online Kurse – (kostenlose Scientology Online Kurse) versucht Menschen, besonders solche mit persönlichen Problemen, über das Internet zu rekrutieren. Z.B. gibt es einen Online Kurs Ehe
  • Painters for Human Rights –  soll Künstler ansprechen, nutzt hierfür u.a. einen Online – Wettbewerb für Maler.
  • primabuch – vertreibt Scientology Literatur hauptsächlich im Internet
  • Professionelles Lerncenter (Monika Aktay) – Nachhilfecenter in Stuttgart – Bad Cannstatt, mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche und anschließend die Eltern zu rekrutieren. „www.appliedscholastics.de/inhalt/nachhilfezentren-im-deutschsprachigen-raum/deutschland.php“
  • Prosperity Magazin – Zeitschrift für Unternehmer, für WISE Mitglieder um zu zeigen, wie sie die Scientology Technik in die Wirtschaft bringen und in ihrem Unternehmen umsetzen können
  • Religious Technology Center (RTC) – Hält alle Scientology – Schutzmarken (trademarks) und vergibt die Lizenzen, dies leitet der Sektenführer David Miscavige. Die Machtzentrale Scientologys
  • Rock for Human Rights – hat sich der Event- und Jugendkultur angepasst, um hier auf Beutefang zu gehen. http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1061:neue-scientology-tarnorganisation-rock-for-human-rightsq&catid=228:berichte-2011&Itemid=136
  • Sabine Hinz Verlag – Neben der Kent Depesche (siehe Kent Depesche), vertreibt sie auch Bücher von Hubbard, wie z.B. „Alles über radioaktive Strahlung“ oder „Die emotionale Tonskala“.
  • SAGE – Soll Kinder rekrutieren
  • „Sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben“ –  scientologische Antidrogenkampagne im deutschprachigen Raum. Mit dem einzigen Ziel, unbedarfte Menschen in Scientology zu führen und sich in öffentlichen Einrichtungen zu etablieren
  • „www.scientology-fakten.de“ (scientologyfakten.ch) – Internetseite betrieben von OSA um Fehlinformationen über Kritiker zu verbreiten und Scientology Propaganda in die Welt zu streuen.
  • Scientology Missions International (SMI) – Eröffnent neue Missionen überall auf der Welt, begleitet bestehende und schickt auch Missionare in die Welt, mit dem Hintergrund, neue Menschen für Scientology zu rekrutieren
  • Scio Wien (www.scio.at) – verspricht „Lebensfreude durch Wissen“. Im Internet wird u.a. der kostenlose Persönlichkeitstest angeboten, bei dem vor allem die persönlichen Daten gesammelt werden
  • Second Chance – gehört zu Narconon. Soll den Reinigungs Rundown etablieren
  • Skyhigh (skyhigh[dot]at) – österreichische Tarnorganisation, die Unternehmen bzw. deren Mitarbeiter ansprechen soll.
  • Sonderjyllands Internationale Skole (SIS) – scientologische Schule in Bjerndrup-Abenraa, Dänemark
  • Stresstest (kostenloser) – wird häufig in Städten an Ständen angeboten oder in den Orgs,  Missionen. Erster Kontakt zu Scientology, Anknüpfungspunkt für Scientologen um neue Menschen zu rekrutieren und Bücher zu verkaufen
  • Stop Torture of Mental Patients (STOMP) – gehört zu CCHR (KVPM)
  • Stories from the Golden Age (Galaxy Press) – verkauft Büchers „geistige“ Werke (goldenagestories[dot])com.
  • The Relgious Freedom Crusade – Ist für den Bereich „Religiöse Freiheit“ zuständig. Fordert Mitarbeiter auf gegen „wen auch immer“ zu demonstrieren um Scientologys Zwecke durchzusetzen.
  • Tom Cruise – Vorzeige Scientologe, der viele scientologische Frontgroups unterstützt, Politiker manipuliert etc. Er erscheint deswegen hier in dieser Liste http://www.lermanet.com/cos/tom.htm
  • Truth Seeker („www.the-truth-seeker.com“) – Eine Webseite voll mit Fehlinformationen, angefüllt mit einer Mischung aus Fehlinformationen und Angst
  • U-man – WISE Unternehmen, die die  Scientology Technik in Unternehmen bringen soll, gezielte Unterwanderung der Wirtschaft, in dem U-Man Mitarbeiter in nicht – scientolgischen Firmen eingesetzt werden, mit dem Ziel, dass diese scientologisch arbeiten
  • ZIEL – Schule Zürich  („www.zielschule.ch“) – Züricher Privatschule, die streng nach Hubbards lehren arbeitet und versucht über diese Schule Kinder und deren Eltern zu Scientologen zu machen. Albisrieder Str. 243a, 8047 Zürich,
  • Volunteer Minister(s) – siehe ehrenamtliche „Geistliche“
  • Volunteer Ministers Association – eine Gruppe von ehrenamtlichen „Geistlichen“, die Kontakte zu Behörden und anderen nicht scientologischen Gruppen knüpft
  • Way to Happiness Foundation – Soll Hubbard – Literatur in Schulen und öffentliche Einrichtungen bringen.
  • Wilfried B. (Nachhilfe) – Nachhilfe in München. Mitglied bei Applied Scholastics.
  • Will Smith – mit seinem Film „After Earth“ u.a. vertritt und verbreitet er die Ideologie Scientologys http://www.spiegel.de/kultur/kino/debatte-ueber-will-smith-scientology-motive-im-kinofilm-after-earth-a-903474.html
  • WISE International (World Institute of Scientology Enterprises) – Vergibt Lizenzen zur Nutzung von Hubbards Managament Tech an Unternehmen. Verkauft Scientology Materialen, wie z.B. Bücher mit Hauptfokus auf „Wirtschaft“
  • World Literacy Crusade – Ein “Leseprogramm”
    welches vorgibt, den Analphabetismus in der Welt zu bekämpfen,
    tatsächlich aber nur Hubbards Technology in Schulen und öffentlichen Einrichtungen etablieren will
  • „www. drogenpraevention.li“ und „www.drogeninfo.ch“ – sitzt in der Schweiz (Steinen), gehört zu Narconon
  • Youth for Human Rights – siehe Jugend für Menschenrechte
  • Zentrum für Individuelles und Effektives Lernen (ZIEL) – scientologisch geführte Nachhilfezentren

Sollte jemand weitere Informationen über Tarnorganisationen, der Scientology Organisation haben, bin ich sehr über Hinweise, auch in den Kommentaren oder per Mail dankbar.


„Scientology greift nach den Schulen“

Die nw-news.de berichteten, dass Scientology ihr Buch, „Der Weg zum Glücklichsein“ an Schulen verteilt. http://www.nw-news.de/top_news/6164831_Scientology_greift_nach_den_Schulen.html

Bielefeld. Die Scientology-Sekte versucht, an den Schulen Nordrhein-Westfalens Fuß zu fassen. Davor warnt die Beratungsstelle Sekten-Info NRW. Scientology wolle seine Broschüre „Der Weg zum Glücklichsein“ in alle Schulbibliotheken einschleusen, heißt es. „Sehr gefährlich“ nennt Sabine Riede, Geschäftsführerin des Büros, die Aktivitäten. Das Buch gehöre dort nicht hin.

Auch der Verfassungsschutz NRW warnt vor wachsendem Einfluss der Scientology-Organisation (SO) im größten Bundesland. Nicht nur über die Broschüre versuche Scientology seinen Einfluss zu festigen und neue Mitglieder anzuwerben. „Ein aktueller Angriff auf Kinder und Jugendliche erfolgt jüngst über die (Tarn-)Organisation ,Applied Scholastics‘ (Nachhilfe) und ,ZIEL‘ (Zentrum für individuelles und effektives Lernen)“, sagt Birgit Axler vom Innenministerium des Landes NRW. Vor SO-Aktivitäten in der Nachhilfe warnt auch Marc Ratajczak, Sektenbeauftragter der CDU-Landtagsfraktion.Die oben zitierte OS-Broschüre soll laut Sabine Riede an allen Schulen des Landes verteilt werden mit dem Ziel, dass sie dort in den Bibliotheken platziert wird. „Der Name Scientology taucht dort nicht auf.“ Inhalt des Buches seien moralische Themen und Ziele, denen man sich zunächst durchaus anschließen könne. Doch falls Schüler nähere Informationen zu dem Buch haben wollten, „bleibt die Gefahr, dass sie übers Internet mit Scientology in Berührung kommen“. Riede sagt, sie habe die zuständigen Fachaufsichten über die aktuellen Vorgänge bereits informiert.

„Literatur von verfassungsfeindlichen Organisationen hat in der Schule nichts zu suchen“, so Riede. Im NRW-Verfassungsschutzbericht werden Scientology „Strukturen mit totalitärem Anspruch und menschenverachtenden Tendenzen“ zugeschrieben. Im bevölkerungsreichsten Bundesland sei die OS-Mitgliederzahl „in den letzten Jahren stark angestiegen – auf derzeit circa 600“. Bundesweit habe SO 5.000 bis 6.000 Mitglieder. Das Oberverwaltungsgericht Münster urteilte 2008, dass sich die Lehre von SO „gegen die Menschenwürde, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“ richte.

Die SO-Broschüre ist laut Auskunft von Riede bereits an Schulen in NRW im Umlauf. „Dass Bücher schon rausgegangen sind, ist eindeutig.“ Sie habe hierüber zuverlässige Berichte einer SO-Aussteigerin….

Scientology betreibt Arbeitslager für Kinder

Seit ein paar Jahren beobachte ich schon die Scientology Lebensgeschichte des Adrian Kelsey, ein Ex-Scientologe, der im damaligen Glauben das Richtige für seine Kinder zu tun, diese in recht jungen Jahren der Organisation, genauer gesagt der scientologischen paramilitärischen Organisation (Sea Org) überließ. Im Jahre 2010 suchte Adrian Hilfe bei Brian Seymour einem australischen Journalisten. Mit seiner Unterstützung und der Unterstützung australischer Ex-Scientologen gelang es Adrian seinen Sohn Shane aus der Sea Org zu befreien.

Shane berichtete nun erstmals im australischen Fernsehen über die Torturen, de psychische Folter, die er seit seinem 6. Lebensjahr durchleben musste. Er wurde zu einem Arbeitssklaven. Mit 8 Jahren unterschrieb er den Vertrag der Sea Org und verpflichtete sich eine Milliarde Jahre für die Organisation zu arbeiten. Mit 18 Jahren kam Shane in das RPF, ein Straflager, besser gesagt Umerziehungslager…

Hier das Script des ersten Videos entnommen aus der Village Voice.

Scientology Labour Camps

Reporter Bryan Seymour
Broadcast February 14, 2012

It is Australia’s secret compound where men, women and children are kept virtual prisoners.

It’s right in the middle of a quiet suburb.

It’s also a place where children are separated from their parents, forced to work full time for no pay and live in squalid conditions.

Those who’ve survived this place say they were brainwashed into believing they could not leave and that they deserved the shocking treatment dished out.

Tonight you’ll meet a young man who escaped this place with the help of his father.

„I lived in that garage for about a year and a half, maybe two years,“ said Shane Kelsey, a former Scientologist.

„Shane’s story is one of shocking abuse, child abuse, it’s one of a child being enslaved,“ said Senator Nick Xenophon.

„I was there for 10 years all up in the Church of Scientology as a staff member, and how could I inflict that on my children which I’ll forever feel like I have to make up,“ said another former Scientologist, Peta O’Brien.

Shane Kelsey is now 21 years old. Until just over a year ago he had never used the Internet, watched television or followed the media.

„You’re not allowed to read any books other than Scientology books, you can’t read newspapers, no radio, no movies, nothing,“ Shane said.

Shane says he was held captive and groomed to see all of us on the outside as pathetic, useless and stupid.

„So I lived in a garage until that got flooded by a storm and my mum got really pissed off and said ‚what the hell‘ and so I got moved into a closet. It is a closet under the stairs… maybe two meters long and a meter wide,“ Shane said.

This is the true Australian headquarters of the Church of Scientology. In the Sydney suburb of Dundas lays the RPF base — it stands for Rehabilitation Project Force. It’s
where Scientologists are sent for punishment and training… For crimes that most of us would regard as trivial.

Reporter Bryan Seymour at the Base: „Scientology promised us someone would come and talk to us, that hasn’t happened. I couldn’t get through on the phone. More than 50 requests for interviews on camera have been flatly refused. The bottom line is they don’t want people to know what’s going on inside there, those who’ve lived in there like Shane, say it’s like a gulag, a prison and yet it’s in the middle of a suburb, it could be any suburb in Australia. People here would he horrified to know what has been going on in there for so many years and continues to this day.“

Shane Kelsey’s mother and father were dedicated Scientologists in Sydney, so they put their son Shane into its highest corps at the age of six — little Shane moved into a tiny room with 11 other children.

By the age of seven…

Shane: „We’d go down the streets and there’d be eight of us, ten of us, young as and we’d go down and pledge people up to drug free lives.“

Seymour: „How old were you when you first started doing that?“

Shane: „I first started doing that when I was seven.“

At the age of eight…

Shane: „I signed my contract when I was eight years old.“

Seymour: „And what was the contract for?

Shane: „It was a billion year contract.“

Seymour: „Billion year contract?“

Shane: „Hmm, hmm.“ (nods)

Seymour: „And what does that mean?“

Shane: „It means you’re volunteering or servicing the Church for the next billion years….We used to do marching, close order drilling, things like that.“

Seymour: „What for, were you preparing for battle?“

Shane: „No, just because it was a form of discipline.“

Seymour: „How often were you able to see your parents?“

Shane: „I saw them once a week.“

Shane’s mother and father would soon separate and his dad Adrian moved overseas then left Scientology.

Meanwhile, the work schedule for children was full time, hard and without reward.

Seymour: „You were working 35 hours a week when you were eight years old. How many hours a week did that grow by the time you were, say, 14?“

Shane: „Ahh, by the time I was 14 I was working in the kitchen.“

A military muster every morning required marching and saluting to the cause of saving mankind from the intergalactic ravages described by its science fiction founder L. Ron Hubbard.

They wore all black uniforms and were required to run always, never walk.

So-called home schooling was provided in fits and starts, taking a back seat to hard labor and brainwashing.

Shane: „As soon as you turn 15, anyone, you’re straight out of school. It doesn’t matter what grade you’re in, what level of maths, what level of anything, you’re straight out.“

The mess hall served food priced at 30 cents per meal, mostly beans and rice. The adults ate first.

Shane: „Yeah, that’s right… they would all come in and eat whatever they wanted and then we went after them to take what’s there… sometimes there wouldn’t be much so you’d get little bits of food and it wasn’t really sufficient.“

Those who dared question the brutality of this place were dealt with swiftly and severely.

Shane: „They used to live under our squash courts…it’s a mud, dirt floor…We put people in there and they live in there, when they’re on the RPF’s RPF they’d sleep down there and they’d study down there.“

Seymour: „Why would you put people in a dank, mouldy, sinking foundation underneath a squash court?“

Shane: „Because you’re a bad person, you have to be segregated from everyone,“ Shane said.

By the age of 15 Shane was living a nightmare even he now struggles to believe.

Shane: „As soon as i turned 15 I was seven days a week, 14 hour days.“

Seymour: „That’s 100 hours a week?“

Shane: „Yeah.“

In a commercial kitchen, Shane and other children slaved away — cooking meals all day every day… studying and snatching what little sleep they could.

Shane: „We’d get anywhere between $4 pay to $35 ($35 a day?) $35 a week.“

„That’s completely unacceptable, but there’s not a law in New South Wales that makes it illegal to work a child for those hours… that’s extraordinary, but that’s the case,“ said lawyer Grainne O’Donovan.

Among those who needed to be fed was billionaire James Packer. For several years beginning in 2002, Mr Packer came to the Church of Scientology in the early mornings to receive auditing and instruction.

Seymour: „How much did you get paid for cooking meals for James Packer?“

Shane: „I didn’t get paid anything, there was no bonus or anything, it was just the meal you cooked.“

There is no suggestion Mr Packer had any idea who was preparing his meals or their work conditions.

Seymour: „What did you cook for him, do you remember?“

Shane: „Oh, just steak and chips or a nice salad or omelets those kinds of things, it had to be nice, like it wouldn’t just be sloppy, it had to be nice.“

Mr Packer left Scientology around 2008. It would be more than two years until Shane made his break for freedom.

In late 2010, Adrian Kelsey decided to rescue his son.

He invited us to document his attempt. He informed police of his plans to go to the compound and demand his son’s release. He had protest signs ready if they refuse to let him come out. Then Shane came out to meet his father… the first they’d seen each other in four years.

Shane and Adrian were followed by Scientology „enforcers,“ so Shane reluctantly returned to the compound to avoid trouble. One week later he was sent to work near the compound’s boundary and he made a break for it.

„Scientology have no right to mess with family,“ said Adrian Kelsey.

It took Shane 14 months to shake off Scientology, discover the truth, learn about the real world and tell his story.

„One thing that would be good is if they actually just stood up and said ‚Sorry, it wasn’t right, we’re going to change it‘ — but that is just not going to happen,“ Adrian said.

„Shocking! There were also children at the house,“ said Peta Obrien, who lived at the RPF base between 1997 and 2000. She confirms Shane’s account of the appalling conditions.

„You do two hours of work, then you go and study for two and a half hours in the RPF it was five hours and then you go to work again, hard labor, picking with a rock pick, chipping away at rocks till they erode,“ O’Brien said.

Now a successful architectural designer, Peta believes Scientology has nothing of value to offer the community.

„Close it down, doors shut and all the staff members going back to their families and living their lives,“ O’Brien said.

„This is degrading and inhumane treatment,‘ said lawyer Grainne O’Donovan. Based in Perth, O’Donovan has devoted her time and expertise to helping survivors of the cult seeking justice. O’Donovan has also campaigned with the Internet-based activist group Anonymous that has raised awareness about Scientology.

„At some level they (Scientology) have become convinced, I suppose, that it’s appropriate and that the group is more important than the individual,“ O’Donovan said.

RPF bases like the Sydney compound exist in other countries. Those who’ve escaped from them tell similar stories – Having fingers broken on the orders of the leader of Scientology, screamed at and slapped for 20 hours straight whilst having cold water poured over their head and much more… much worse.

„The authorities need to investigate this urgently. This is something that requires police investigation,“ said Independent Federal Senator Nick Xenophon, who has championed a campaign to shed light on the darkness at the heart of this group.

„What makes this worse is that this organization is being subsidized by Australian taxpayers because it doesn’t pay any tax,“ Senator Xenophon said.

Shane has his father back, yet his mother Lesley remains inside Scientology.

„I hope she hears word of this and sums up the courage to actually find it and watch it,“ Shane said.

„She will, she will have to escape… yeah, they won’t let her go… leaving’s not an option, she will have to escape,“ Shane said.

The Church of Scientology refused to be interviewed for this story. In a written response Scientology denied any mistreatment of its members.

The response also declared:

„Anyone on the program is there because they want to be there…“

„They are completely free to withdraw at any time during induction or later.“

„When Shane left the church in late 2010, he simply got his bag and walked out the door…“

„It is very sad that Shane has changed his story…“

The celebrities used to advertise Scientology likely have little idea that people like Shane Kelsey even exist.

Now they do.

Adrian and Shane hope they do something about it for the sake of other families.

„I regained a son.“

„I got my dad.“

Video: Die dunkle Seite Scientologys

Im Jahre 1997 sendete die ARD einen sehr guten Bericht über die Scientology Organisation. Ich habe ihn lange gesucht und nun in einer englischen Version gefunden. Leider kann ich die deutsche Version nicht mehr finden, aber sollte ein Leser wissen, wo sie sich befindet, wäre ich um eine kurze Mail oder einen kleinen Kommentar dankbar.

Nun das Video in 6 Teilen und im Anschluss poste ich noch das deutsche Transcript.

 

Transcript

Garry Scarff und die Mordaufträge II

 

Die dunkle Seite von Scientology, ein Film aus der Reportagenserie Gesucht wird …, gesendet im 1. Programm der ARD am 2. April 1997, gedreht von den TV – Journalisten Botros und Koch aus Bremen:

February 1997, Los Angeles. Wir haben die Polizei zu Hilfe gerufen. Unser Kronzeuge, Garry Scarff, ehemaliger Scientology – Agent hat einen Nervensusammenbruch erlitten.

Garry Scarff: Sie werden mich umbringen und sie wissen wo meine Eltern leben.

5 Tage zuvor, Clearwater, Florida. Dreharbeiten vor dem Hotel Fort Harrison, dem geistigen Zentrum von Scientology. Sofort werden wir von einem Sicherheitsmann der Organisation fotografiert. Garry Scarff kennt das Spiel. Bis 1992 stand Scarff auf der anderen Seite, war Scientology – Agent, dann stieg er aus und wurde zum erbitterten Gegner. Wochen zuvor hat er uns von Straflagern, mysteriösen Todesfällen, ja sogar von, im Jahre 1991, geplanten Mordanschlägen erzählt. Diesen schweren Vorwürfen gegen die Organisation wollen wir nachgehen. Scarff hier rechts, will uns dabei unterstützen. In userer Begleitung ist auch Martin Ottmann aus Stuttgart, links, er arbeitete bus 1992 als Mitglied der paramilitärisch ausgerichteten Sea Org, der Eliteeinheit von Scientology hier in Florida

Die Anwesenheit von Scarff und Ottmann, versetzt die Scientology – Mitarbeiter in große Nervosität. Nie zuvor sind Aussteiger, die so intime Kenntnisse besitzen, mit so massiven Vorwürfen im Fernsehen aufgetreten.

1. Scientologe: Wieviel kriegt ihr dafür bezahlt?

2. Scientologe: Also was hier abgeht das ist ein Witz.

Garry Scarff: Ich war Mitarbeiter, des „Office of Special Affairs“ OSA, das ist so etwas wie der Geheimdienst von Scientology. Da gibt es die Schaltzentrale, den berüchtigten „Ware – Room“ im Hauptquartier in Los Angeles. Die Organisation verfügt dort über ein ausgeprägtes Computer – und Kommunikationsnetz, das Informationen über die Aktivitäten von Scientology – Kritikern weltweit zusammenträgt und auswertet, rund um die Uhr.

Über sein Tätigkeit für das „Office of Special Affairs“, hat Scarff umfassende Aussagen unter Eid gemacht.

Reporter: Warst Du an irgendwelchen kriminellen Aktivitäten beteiligt?

Garry Scarff: Es gab mal einen Auftrag, über den ich später unter Eid aussagen sollte. Ich habe damals mein Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch genommen und würde es heute wieder tun, weil ich sonst für sehr lange Zeit ins Gefängnis wandern würde. Die Einnahmen aus diesem Einsatz sind direkt an den Geheimdienst OSA geflossen.

Vorbesprechung für die Dreharbeiten am nächsten Tag. Wir wollen versuchen, angebliche Häftlinge der Organisation aufzuspüren. Das sogenannte Rehabilitationsprojekt „RPF“ sei in Wirklichkeit ein Arbeitslager der Sea Org, sagt Garry, für Mitglieder die auf ihrem Posten versagt hätten. Auch wer nicht genügend Umsatz mache, müsse in Arbeitslager. Martin Ottmann hat regelmäßig in einem Wohnkomplex von Scientology, der sogenannten „Hazienda“, schwarz gekleidete Strafarbeiter beobachtet.

Früh am nächsten Morgen auf dem Weg zur „Hazienda“. Wir rufen uns noch einmal die Anweisungen der Organisation für das sogenannte Rehabilitationsprojekt in Erinnerung:

Persönliche Einschränkungen und Bestrafungen:

darf nur sprechen, wenn er selbst angesprochen wird,

schläft und ißt in einem getrennten Bereich,

hat keine Freiheiten.

Garry Scarff: Da ist ein Strafarbeiter. Da findet ein Treffen statt. Die sitzen da im Kreis zusammen. Da ist er, da ist er, er macht eine Sicherheitsüberpüfung. Er läuft, seht ihr, er läuft.

Martin Ottmannsagt, die Häftlinge müßten ständig in Bewegung sein. Mitunter zur Strafe, tagelang um einen Baum laufen.

Reporter: Was verbirgt sich hinter dem Begriff Rehabilitationsprojekt?

Ottman: Also es ist ein Straflager sozusagen, also so stelle ich mir ungefähr ein Gulag im stalinistischen Rußland vor.

Reporter: Wie hat man sich als Laie so ein Straflager vorzustellen?

Ottmann: Man bekommt zürt schwarze Kleidung, die man tagtäglich tragen muß. Man muß am Tag mindestens 16 Stunden arbeiten. Man muß sich 5 Stunden mit dem eigenen Fall auseinandersetzen. Und man hat dann keinerlei Kontakt mehr zur Außenwelt.

Reporter: Aber die Leute fliehen doch nicht, sie könnten doch fliehen und fliehen nicht.

Ottman: Ja, aber sie sind abhängig davon. Sie sind abhängig gemacht worden und sie haben sich abhängig gemacht von Scientology. Ihr Leben hängt nach ihrer Ansicht nach völlig von Scientology ab und sie lassen sich lieber derartig erniedrigen, als daß sie sich von Scientology abwenden.

Auf dem Weg nach Cape Corell. Martin hat uns empfohlen mit Hana Whitfield zu sprechen. Wir lesen noch enmal, was sie unter Eid ausgesagt hat: „Sea Org – Mitglieder wurden oft gefangengehalten, in einem dunklen, schmutzigen und stinkenen Loch, in dem die Ratten zu Hause waren.“ Garry und Hana Whitfield waren Jahre lang Mitglieder der Eliteeinheit Sea Org. Hana brachte es sogar zum Deputy Commodore, zur Stellvertreterin des Scientology – Gründers Hubbard.

Hana Whitfield: Diese Fotos wurden Anfang der 70er Jahre aufgenommen. Das bin ich in der Mitte. Das ist Diana die älteste Tochter von Ron Hubbard und seiner dritten Frau Mary Sü. Hier bin ich wieder. Das ist Hubbards Tochter und das sein Sohn Qüntin. Meine Loyalität zu Scientology galt ohne jede Einschränkung, dennoch wurde ich beschuldigt schlechte Gedanken über Hubbard zu haben. Das war mein angebliches Verbrechen. Ich wurde von zwei kräftigen Männern zu einem Bereich im Fort Harrison geschleppt, der an die Garage grenzt. Das Straflager war auf der 2. und 3. Etage untergebracht. Ich wurde etwa 2 Tage lang in einem fensterlosen Raum eingesperrt, ganz allein. Ich hatte kein Bett gar nichts. Nur eine Matraze auf dem Boden. Die Lichter waren manchmal an, manchmal aus. Wir mußten viele Reparaturarbeiten leisten. Wir haben die Drecksarbeit gemacht. Die Badezimmer und Klos gereinigt. Und als sie Bauarbeiten im Fort Harrison durchführten mußten wir den Bauschutt aus den obersten Etagen in Eimern runtertragen und dann den Mörtel hochschleppen. Wir durften die Fahrstühle nicht benutzen.

Hier die dreigeschossige Garage des Fort Harrison, und eine schwarz gekleidete Scientologin, offenbar eine Strafarbeiterin. Hanas Mitgefangene Linn wurde im Keller sogar angekettet.

Hana Whitfield: Sie arbeitete für das Guardian Office, heite heißt das „Office of Special Affairs“, OSA, und ist so etwas wie die CIA in Scientology. Die Undercover – Spionage – Abteilung der Organisation. Linn hatte den Auftrag, gewisse Ermittlungen in Washington durchzuführen. Dabei hatte sie Unregelmäßigkeiten festgestellt und wollte, daß: der Fall untersucht wird. Ihre Vorgesetzten waren aber entschieden dagegen, wollten das ganze vertuschen. Also wurde Linn ins Straflager im Fort Harrison geschickt. Da haben sie Linn an ein Rohr gekettet. Sie war etwar 2 – 3 Wochen im Keller eingesperrt. Sie schlief da unten, sie aß da unten, sie wurde gezwungen die Rohre zu putzen. Manchmal überlegte ich, die Polizei um Hilfe zu rufen. Aber sofort darauf kam der Gedanke, das wäre das größte Verbrechen gegen Hubbard und die Organisation. Das kannst du auf gar keinen Fall machen.

Wir sind mit Sergeant Greg Tita verabredet, dem stellvertretenden Sheriff von Pinellas County, in der die Scientology – Hochburg Clearwater liegt. Wir haben erfahren, daß es in der Organisation sogar Straflager für Kinder geben soll. In einem internen Bericht ist von Kadetten, die Rede, die zu fliehen versuchten.

Tita: Ich habe hier Kadetten die abgehaün sind, die ins Kinderstraflager kommen müßten. Auch in Pinellas County hat man Erfahrungen mit Scientology – Kindern. Meine Kollegen stellten bei einem Besuch der Kadettenschule Anzeichen von Verwahrlosung und Mißhandlungen der Kinder fest. Sie verfaßten einen Bericht und der Fall wurde an das Jugendamt weitergeleitet. Doch Scientology klagte gegen die Veröffentlichung des Berichts in der Presse und hatte Erfolgt. Er ist bis heute unter Verschluß. Ich glaube nicht, daß es bei dem Streit um die Ermittlung an sich ging, es sollten einfach keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Ariane Jackson kann einschätzen, was mit Scientology – Kindern passiert. Sie wurde gezwungen sich von drei ihrer vier Kinder zu trennen.

Ariane Jackson: Da waren sie zwei, vier und sechs Jahre alt. Scientology steckte sie in eine Kinderanstalt, machte später Kadetten aus ihnen. Das war vor etwa 10 Jahren.

Später hatte sie nur noch sporadisch mit ihnen Kontakt. Seit Ariane Scientology den Rücken kehrte, darf sie ihre Kinder gar nicht mehr sehen.

Reporter: Können Sie sich noch an den Abschied erinnern?

Ariane Jackson: Ich hasse es daran zu denken. Sie stiegen in einen besonderen Bus. Ein alter Mann der Sea Org riß mich weg und schob mich ins Auto. Ich konnte ihnen gerade noch zuwinken und dann fuhren wir zum Flughafen.

Reporter: Passiert so etwas öfters, daß Kinder von ihren Eltern getrennt werden?

Ariane Jackson: Ja.

Reporter: Kennen Sie andere Fälle?

Ariane Jackson: Ja, wenn sich die Partner trennen bei einer Scheidung und einer von ihnen in der Sea Org ist, dann ist das die bessere Person. Also werden ihr die Kinder von der Organisation zugesprochen. Denn was gibt es besseres für seine Kinder als Scientology – Erziehung, Scientology – Schulen, einfach Scientology alles.

In Sichtweite des Hotels Fort Harrison, dem Zentrums von Scientology in Florida, residiert die Polizei von Clearwater. Hier treffen wir am nächsten Tag Ariane Jackson wieder. Martin Ottmann hat sie überredet im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens auszusagen, das die Polizei z. Zt. gegen die Organisation führt. Es geht um den mysteriösen Tod einer jungen Scientologin, die zuletzt im Fort Harrison lebte. Auch Garry Scarff will die Untersuchungen unterstützen und hat den Ermittlungsbehörden seine Hilfe angeboten.

Lisa McPherson hier mit ihrer Mutter, starb im Dezember 1995 unter mysteriösen Umständen kurze Zeit nachdem sie einen Scientology – Kurs erfolgreich absolviert hatte. Lisa habe aussteigen wollen, sagt der Anwalt der Familie. Nach einem Nervenzusammenbruch, 17 Tage vor ihrem Tod, habe die Organisation sie im Fort Harrison völlig isoliert.

Kennan G. Dandar (Rechsanwalt): Aus unseren Nachforschung geht hervor, daß sie bewuszlig;tlos war. Sie erhielt keine Nahrung, kein Wasser. Sie war extrem ausgetrocknet. Bevor sie das Bewußtsein verlor, trommelte sie gegen die Wände.

Reporter: Woher wissen Sie das?

Anwalt: Die Scientologen selbst haben zugegeben, daß sie gegen die Wände trommelte.

Laut Autopsiebericht muß Lisa vor ihrem Tod starke Medikamente erhalten haben.

Reporter: Um sie ruhigzustellen?

Anwalt: Ob sie aufgrund des Beruhigungsmittels ins Koma fiel oder, ob sie einen psychischen Zusammenbruch erlitt, der zum Koma führte, auf jeden Fall haben sie erst sehr spät beschlossen, sie in die Klinik zu bringen. Und anstatt sie zum nächstgelegenen Krankenhaus zu fahren, was nur ein paar Straßen entfernt liegt, wurde sie 20 Meilen zum „Columbia New Port Ritchie Hospital“ gebracht. Dort arbeitet ein Scientology – Artzt. Den haben sie vorab angerufen. Der sagte ja bringt sie zu mir.

War Lisa schon tot, als sie im Krankenhaus ankam? Nach Angaben des Scientology – Artztes in der Klinik, starb Lisa in der Notaufaufnahme an den Folgen einer bakteriellen Infektion. Ist der Bericht manipuliert? Dort steht jedenfalls ein falsches Geburtsdatum. Außdem sagen die Pathologen die Lisa McPherson obduzierten, sie hätten keine Anzeichen einer Infektion gefunden. Sie sei vielmehr an schwerem Flüssigkeitsverlust verstorben. Scientology klagt gegenwärtig vor dem Gericht in Clearwater auf die Herausgabe der bei der Autopsie gewonnenen Proben. Der Fall hat erheblichen Staub aufgewirbelt. Starb Lisa McPherson, weil sie eingesperrt wurde und weil man ihr jegliche medizinische Hilfe verwehrte? Genau dieser Frage geht Sergeant Wayne Andrews nach, der die polizeilichen Ermittlungen im Fall McPherson leitet. Zu einem Interview ist er nicht bereit. Er läßt uns aber im Polizeiarchiv zu anderen Fällen recherchieren. Wir stoßen auf eine Reihe von seltsamen Todesfällen, die es in den letzen 20 Jahren unter den Gästen von Fort Harrison gegeben hat. Darunter waren auch deutsche Scientologen.

Südlich von Clearwater. An dieser Stelle entdeckte Sergeant Greg Tita, der damals noch bei der Wasserschutzpolizei arbeitete, am 2. November 1985 die Leiche eines Mannes im Wasser. Es handelte sich, wie sich später herausstellte, um den 38jährigen Deutschen Andreas O., Chef der Stuttgarter Scientology-Mission. Der weilte offenbar schon seit Monaten in Florida. Scientology war mit ihm und seinen Umsätzen unzufrieden, hatte ihm Spezialkurse verordnet. Trotz Schwimmverbots und aufkommenden Sturms, war der Deutsche zwei Tage zuvor ins Wasser gegangen. Er glaubte, so erfahren wir später, als Scientologe übernatürliche Kräfte zu besitzen. Laut Polizeibericht hatten sich die Scientologen vor dem Fund der Leiche gemeldet und einen falschen Namen des vermißten Deutschen durchgegeben. Um die Polizei in die Irre zu leiten? Tita fand das etwas merkwürdig.

Es gibt noch andere Todefälle unter den Gästen des Scientology – Hotels Fort Harrison, die z. T. ungeklärt, zu den Akten gelegt wurden:

1980 Selbstmord: Die Frau litt unter Depressionen, durfte keine Medikamente dagegen nehmen.

1980 Rätselhafter Tod in der Badewanne in kochend heißem Wasser. Wahrscheinlich ertrunken.

1988 Tod durch Ertrinken. Umstände ungeklart, Unfall, Mord oder Selbstmord.

1989 Tod im Keller neben den Heizungskesseln, Kohlenmonoxydvergiftung.

1988 Tod in Zimmer 758, das Opfer, ein 31jähriger Deutscher.

Laut Ermittlungsakten starb Heribert P. in der Nacht auf den 28. August 1988 an einem schweren epileptischen Anfall, schlug dabei mit dem Kopf auf dem Nachttisch auf. Er war bis Anfang 1988 von dem Münchner Arzt Dr. Klaus Ballin behandlet worden. Der weilte zufällig zur gleichen Zeit als Scientology – Anhänger im Fort Harrison. Das Hotel verfügt auf der Rückseite über einen Swimming Pool, an dem man zwischen den teuren Kursen entspannen kann. Auch Heribert P., Sohn eines wohlhabenden Bauunternehmers, genoß offenbar bis zu seinem Tod das Leben im Scientology – Refugium.

Zurück in Deutschland, in Friedrichshafen am Bodensee. Hier lebte der Deutsche. Wir wollen dem Fall nachgehen, denn die Polizeiunterlagen haben uns stutzig gemacht. Dort gibt der Scientology – Arzt an, er habe seinem Patienten, trotz regelmäßiger Anfälle, Vitamine verschrieben, statt ihn mit anfallhemmenden Medikamenten zu behandeln. Die wurden bei der Obduktion auch nicht im Blut entdeckt. Die Scientologen hätten ihrem Sohn die Heilung auch ohne Medikamente versprochen, sagt die Mutter, mit teuren Kursen in Florida. Heribert sei gleich nach der Hochzeit, auf Empfehlung seiner Ehefrau, von dem damaligen Scientology – Arzt Ballin behandelt worden. Die Mutter ist außer sich. Auch heute noch.

Mutter: Bei dieser Organisation spielt ein Menschenleben keine Rolle. Man kann doch nicht so leichtfertig jemandem etwas versprechen, was nicht eingehalten werden kann.

Reporter: Glauben Sie, daß der Tod ihres Sohnes Heribert zu verhindern gewesen wäre, wenn er weiterhin Medimakente genommen hätte?

Mutter: Unbedingt.

Die Mutter glaubt, Heribert wollte Riesensummen an Scientology spenden.

Mutter: Erst nach dem Tod erfuhren wir, er hat von Florida aus eine Bank angerufen und einen Kredit gefordert von einer halben Million, mit der Begründung, er möchte sich Immobilen zulegen in Florida.

Reporter: Und was glauben Sie, wofür das Geld wirklich sein sollte?

Mutter: Das wäre nur Scientology zugeflossen.

München: Wir suchen das Gespräch mit dem Internisten Dr. Klaus Ballin. Wie konnte er verantworten, seinem epilepsiekranken Patienten die Medikamente zu entziehen? Ballin will sich nicht vor der Kamera äußern. Er nimmt lieber schriftlich Stellung:

Er habe damals Vitamine und Scientology – Konzentrationsübungen für eine alternative Behandlung gehalten. Obwohl er sich inzwischen von der Organisation getrennt haben will, weiß er jede Mitschuld am Tod des Epileptikers Heribert P. von sich.

Wir zeigen Professor Günther Schwendemann die Dokumente über den Fall. Er leitet die Neurologie am Krankenhaus Bremen-Ost. Vitamine sagt Schwendemann, seien bei Epilepsie völlig unwirksam.

Schwendemann: Es verstößt gegen die Grundsätze der Therapie, bei einem Patienten, der jede Nacht Anfälle bekommt, dann das Medikament abzusetzen, anstatt nachzuschauen, welches richtige Medikament für ihn geeignet ist. Und nochmals Vitamine und Mineralien haben keine Wirksamkeit gegen Anfälle, so daß man sagen kann, mit aller größter Wahrscheinlichkeit wäre der Patient bei einer adequaten Behandlung heute noch am Leben.

Flughafen Los Angeles: Wiedersehen mit Garry Scarff. Er is nicht überrascht als wir ihm vom Fall des Epileptikers aus Friedrichshafen erzählen. Garry hat sich bereit erklärt, uns zu helfen, bei der Suche nach einer Abtreibungsklinik, sowie Strafarbeitern und Kinderlagern, von denen Aussteiger berichten. Er kehrt damit erstmals an seine alten Wirkungsstätten zurück, muß also damit rechnen, seinen Ex – Bossen über den Weg zu laufen.

Am nächsten Morgen. Besichtigungstour des Scientology – Hauptquartiers.

Scarff: Hier im mittleren Gebäude hatten sie zu meiner Zeit Sträflinge eingesperrt.

Einige Wochen zuvor, hatten wir an dieser Stelle tatsächlich Scientology-Häftlinge bei der Arbeit beobachtet.

In den Büros des „Office of Special Affairs“, dort oben, sei 1991 ein Mordkomplott ausgeheckt worden, gegen eine Sektengegnerin. Das habe ihn dann zum Ausstieg bewogen, sagt Scarff.

Scarff: Es war die schlimmste Tat, die ich ausführen sollte, die jemals von einem verlangt werden kann, nämlich das Leben eines anderen Menschen auszulöschen. Es ist ungeheürlich, in einer Sektengegnerin einen Feind solchen Ausmäßes zu sehen, daß mir so etwas befohlen wurde, es war ein Befehl, keine Bitte. Ich wurde unter Druck gesetzt. Diesen Mord auszuführen. Der Plan war, daß sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren sollte, nachdem von mir die Bremskabel durchtrennt worden waren. Falls dies nicht funktionierte, sollte ich ihren Wagen von hinten rammen, um einen Unfall zu verursachen. Ich sollte alles tun, um sicherzustellen, daß sie tot ist. Falls sie den Unfall doch überleben sollte, hatte ich den Auftrag sie mit einem Kissen zu ersticken.

Auch diese ungeheürlichen Beschuldigungen, die von Scientology bestritten werden, hat Scarff unter Eid bezeugt.

Scarff: Als wir über den Mord über die Sektengegnerin sprachen, war die Stimmung sehr ausgelassen. Es wurde viel gelacht. Das ganze schien ein großer Spaß zu sein. Es war ein Gefühl von Macht. Macht, die wir über dieses Individuum haben würden. Und dann sprachen wir darüber, was zu tun wäre, falls die Ermittlungsbehörden so schnell reagieren sollten, daß ich nicht mehr fliehen könnte. In diesem Fall sollte ich TKO machen. TKO = „Total Knock Out“, also Selbstmord. Und man zeigte mir genau wie ich das machen muß. Einer nahm seinen Finger, als wäre er ein Revolver und drückte ihn in seinen Mund. Er müsse nach oben zeigen, damit die Kugel den Gehirnstamm durchschlage. Und dann sagte er mir, falls du nicht sofort stirbst, dann ist wenigstens dein Gehirn Zerstört und du kannst nicht reden und bist nur noch eine leblose Hülle.

Scientology bestreitet auch dies.

Wenig später, mitten in Los Angeles. Hochrangige Leute aus Garrys ehemaliger Abteilung überfallen uns mit Kameras. Sie müssen uns verfolgt haben.

Reporter: Was das soll?

Scientologen: Wir machen einen Film über euren Film.

Elliot Abelson ist Rechtsberater von Scientology International, Mike Rinder ist Chef des Geheimdienstes und Lisa Goodman seine Mitarbeiterin, offiziell Pressesprecherin. Dann kommt es zur Konfrontation zwischen Garry Scarff und Mike Rinder. Sie beschimpfen sich gegenseitig als Lügner.

Rinder: Garry, you are a liar!

Scarff: No, Mike you are the liar!

Rinder: No, you are, Garry, Garry!

Scarff: Mike!

Rinder: Garry! …

Rinder beschuldigt Garry, Jahre zuvor als Mitarbeiter einer Anti- Sekten – Organisation öffentlich gelogen zu haben.

Scarff: Ja, alles was ich im Auftrag von OSA gemacht habe, war eine Lüge.

Im Büro des Rechtsanwaltes Graham Berry in Los Angeles. Garry zeigt uns Fotos aus seiner Zeit bei Scientology. Der Anhang seiner „Eidesstattlichen Versicherung“ umfaßt schätzungsweise als 1000 Seiten Dokumente.

Graham Berry vertritt eine Reihe von Scientology – Gegnern, hat Garry im Rahmen eines der Verfahren, um eine sogenannte „Deposition“, eine Vernehmung unter Eid gebeten. Sor wurde der ehemalige Scientology – Agent zum Kronzeugen für die angeblich kriminellen Machenschaften der Organisation.

Graham Berry: Die Vernehmung von Scarff daürte sehr lange. Es gab zahlreiche Versuche seitens der Scientology – Anwälte seine Aussagen zu unterbinden. Sie behaupteten immer wieder, Scarff sei nicht glaubwürdig. Die Beweise seien nicht relevant. Wir würden die Kirche belästigen usw.. Trotz all dieser Einwendungen verfügte der zuständige Richter, mit der Zeugenvernehmung fortzufahren.

Es war ein Kreuzverhör. Graham Berry auf der einen, die Scientology Anwälte auf der anderen Seite. Die Vernehmung daürte 17 Tage, wurde vom Gerichtsstenographen complett auf Video aufgezeichnet. Garry Scarff hatte von den Anwälten höchste Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Er fürchtete um sein Leben. Und er begründete seine Angst dann auch in seiner Vernehmung. Nach seinem Ausstieg hätte versucht ihn zu entführen.

Garry Scarff: Ich sah eine Hand an der Seitentür eines Lieferwagens. Und ein Gesicht das in meine Richtung schaute. Ich sagte, ich würde sofort die Polizei alarmieren und hörte im selben Moment den Lieferwagen davonpreschen. Ich sah dann, daß ihm ein zweites Fahrzeug folgte.

Reporter: Was glaubst Du, was sie vorhatten?

Garry Scarff: Ich weiß was sie vorhatten. Sie wollten mich entführen. Ich glaube sie hätten mich nach Hemet gebracht.

[Er weint.]

Reporter: Was ist Hemet?

Garry Scarff: Hemet, Gilman Hot Springs, also da liegt das Zentrum für die Strafgefangenen. Und ich glaube, ich wäre da nicht wieder rausgekommen. Mein Leben wäre zu Ende gewesen.

[Er weint heftig.]

Nach dem Besuch beim Anwalt. Draußen wartet schon der Kameramann von Scientology. Auch Geheimdienstchef Rinder und Anwalt Abelson eilen zu ihren Fahrzeugen. Zwei, drei Wagen nehmen sofort die Verfolgung auf. Es beginnt eine Beschattungsaktion mit ungeheurem Aufwand. Sie gilt vor allem unserem Begleiter Garry Scarff. Wir informieren die Polizei von Los Angeles. Garry hat darum gebeten. Er fühlt sich zunehmend unwohl in seiner Haut.

Reporterin: Ein Fernsehteam in Begleitung eines Mannes, der von Scientology bedroht wird. Und das sind diejenigen, die uns verfolgen.

Doch die Polizei zeigt wenig Interesse. Auf dem Highway versuchen wir die Verfolger abzuhängen, ohne Erfolg. Wir sind auf dem Weg zu jenem Zentrum in dem Fraün der Sea Org Abtreibungen vornehmen ließen, weil sie dazu genötigt wurden, wie es in dieser beeidigten Erklärung heißt. Je stärker der Wunsch einer Frau war, das Kind auszutragen desto größer war der Druck abzutreiben.

X: Ich selbst wurde zu einem Abbruch getrieben. Die Schwangeren wurden für die Abtreibungen routinemäßig in eine Klinik nach Riverside gefahren.

Kennen die Verfolger unser Ziel? Versuchen sie wohlmöglich schon über ihre Handys die Leitung des Abtreibungszentrums unter Druck zu setzen?

„Planned Parenthood-Center“, eine Art „Pro Familia“. Die stellvertretende Leiterin erwartet uns schon. Auf dem Parkplatz nebenan provoziert einer der Verfolger von Scientology einen Unfall. Offenbar ein Versuch, das geplante Interview zu verhindern, ohne Erfolg.

Janet Honn-Alex: Uns kam es tatsächlich sehr merkwürdig vor, daß alle Fraün dieselbe Entscheidung trafen. Unabhängig von den Umständen der einzelnen Fraün, hatten all den Entschluß gefaßt abzutreiben. Ganz egal, wie alt sie waren oder wieviele Kinder sie schon hatten. Wir fanden das sehr seltsam. Und als wir anfingen genaür nachzufragen, um mit Nachdruck die individüllen Beweggründe zu erforschen, weil uns das ganze verdächtig vorkam, dann hörten sie ganz und gar auf, zu uns zu kommen.

Draußen ist inzwischen die Polizei angekommen, nimmt den Unfall auf. Unterdessen berichten wir Janet über die Scientology – Anweisung Nr. 3905: Falls verheiratete Sea Org – Mitglieder ein Kind bekommen, würden sie aus der Sea Org versetzt.

Reporter: Ist es nicht, als müßten sie ihre Familie verlassen? Also ein massiver Druck.

Janet Honn-Alex: Davon habe ich nichts gewußt. Und wir haben die Fraün gefragt, können Sie ein Kind bekommen und trotzdem in Scientology bleiben? Sie sagten immer ja. Ich finde das alarmierend, daß es eine Regelung gibt, wonach eine Frau, die ein Kind bekommen möchte, aus der Gruppe ausgeschlossen werden soll. Ich finde das schrecklich.

Nach dem Interview, auf dem Weg zu unserem Motel. Inzwischen haben wir 4 Scientology – Fahrzeuge in unserem Schlepptau. Darunter dieser grüne Van, der, wie wir später erfahren, möglicherweise mit elektronischer Abhörtechnik ausgerüstet ist.

Garry Scarff: Während wir reden, stehen 4 Fahrzeuge vor underem Motel. Sie werden uns die ganze Nacht überwachen, falls wir auf die Idee kommen sollten abzuhaün. Sie werden rund um die Uhr in Bereitschaft sein. Natürlich sitzen die Leute nicht nur in ihrem Wagen rum. Alle sind über Mobiltelefon in ständigem Kontakt mit der Geheimdienstzentrale in Los Angeles. Die Rechtsanwälte, die OSA – Leute, alle, die mit eurer Überwachung beauftragt sind, arbeiten in diesem Moment.

Am nächsten Morgen – Hollywood, Los Angeles:

Noch in der Nacht haben wir Bodyguards engagiert, die für Garrys Sicherheit sorgen sollen, während wir mit Scientology reden. Denn jetzt steht ein Interview mit Mike Rinder, dem Chef des Geheimdienstes OSA und dem Anwalt Elliot Abelson an. Mit denen möchte Garry nichts mehr zu tun haben. Einem der angeheürten Privatdetektive, den wir als zusätzlichen Augenzeugen mitnehmen wollen, wird der Zutritt von Abelson und Rinder verwehrt. Das Interview findet im „Celebrity Center“ statt, in dem sonst die Hollywood – Stars von Scientology verkehren.

Mike Rinder: Scientology ist nicht gefährlich. Weltweit gibt es 8 Millionen Scientologen. Die finden das total gut. Sie haben 3, 4, 5 oder 6 Leute, eine kleine Handvoll, die sagen, bei uns stimmt etwas nicht. Wir hören und lesen sogar, daß es bei uns Gulags geben soll. Diese Behauptung ist unerhört. Sie ist besonders unerhört, wenn jemand aus Deutschland sie aufstellt. Wenn ein Land besonders sensibel gegenüber den Rechten reliiöser Minderheiten sein sollte, dann ist das Deutschland.

Elliot Abelson (Scientology Anwalt): Sie sind Agenten der deutschen Regierung. Es geht Ihnen nicht um die Realität sondern darum, Vorurteile zu bestätigen.

Nach der Beschimpfung lenken wir das Gespräch auf den Fall der Scientologin Lisa McPherson, die in Clearwater, Florida, unter merkwürdigen Umständen ums Leben kam. Fragen dazu sind offensichtlich unwillkommen.

Reporter: Hat Scientology ihr alle medizinische Hilfe gegeben, die sie benötigte?

Mike Rinder: Wenn Sie in Ihrer Sendung behaupten, daß jemand etwas getan hat, um sie umzubringen, dann werde ich sie bis ans Ende aller Tage verfolgen. Das ist eine unverschämte Lüge.

Doch dann verraten sich Rinder und Abelson unbeabsichtigt. Sie geben zu, daß Lisa schon tot in der Klinik ankam. Denn Rinder räumt ein, sie sei in einem Hotelzimmer verstorben.

Reporter: In einem Hotelzimmer?

Also, doch, Lisa McPherson starb in Obhut der Scientologen.

Der Golfplatz von „Gold“. Das ist die grö&szligte Scientology – Basis, das eigentliche Machtzentrum. Mike Rinder ist mit uns rausgefahren. Besonders hier will er unsere Dreharbeiten unter Kontrolle behalten. Direkt am Golfplatz, so behauptet der ehemalige Sicherheitschef von „Gold“, André Tabayoyon, nach seinem Ausstieg, gäbe es ein Appartement für den Hollywood – Star Tom Cruise…

Reporter: Tom Cruise profitierte von der Sklavenarbeit der Scientologyhäftlinge.

Mike Rinder: Das ist noch eine von André Tabayoyons Lügen.

Reporter: Das stimmt also nicht?

Mike Rinder: Absolut nicht. Nein, er kommt nicht hierher. Sie wollten herkommen und ein paar Aufnahmen machen, nicht mich befragen. Wir haben doch schon das lange Interview gemacht.

Rinder überläßt uns Luftaufnahmen des Areals, die technisch nicht einwandfrei sind. Nichts Verdächtiges ist zu sehen, dafür dürfte Rinder gesorgt haben. In Tabayoyons beeidigter Erklärung heißt es auch: „Die Scientology – Basis ist bewaffnet. Es gibt halbautomatische Maschinengewehre, Pistolen, alles unregistriert. „Ich bildete die Sicherheitskräfte an diesen Waffen aus, und ich brachte ihnen verschiedene Methoden bei, Menschen zu erschießen.“

Abends planen wir mit Garry den nächsten Tag. Wir wollen einen Hubschrauber mieten und über das angebliche Kinderlager fliegen. Es liegt einige Meilen von der Basis „Gold“ entfernt.

Am nächsten Morgen. Rinder hat angerufen und behauptet Garry hätte unsere Pläne verraten.

Garry Scarff: Ich habe nicht angerufen letzte Nacht. Ich meine, ich weiß wirklich nicht was hier los ist. Ich habe einen Vorschlag: Ich fliege nach Hause. Ihr macht weiter, aber ihr sagt mir nichts mehr. Diese Leute haben eine Operation laufen gegen Euch und gegen mich.

Reporter: Hat Garry angerufen oder haben die Scientologen unser abendliches Gespräch aus einem der Fahrzeuge abgehört? Wir fahren nach Los Angeles zurück – sind verunsichert.

Bei einem Parkplatz in Los Angeles spitzt sich die Situation drastisch zu. Wir rufen die Polizei und unsere Bodyguards zu Hilfe. Garry hat einen Nervenzusammenbruch erlitten. Die Verfolger von Scientology beobachten das Geschehen zur gleichen Zeit aus ihren Fahrzeugen.

Reporter: Hast Du Rinder in der Nacht angerufen und ihm gesagt was wir vorhaben?

Garry Scarff (weinend): Ja! Sie sagen nichts aus Spaß. Wenn sie sagen, daß sie jemanden umbringen werden dann tun sie es. Man darf mit Mr. Rinder nicht rumspielen. Er versteht keine Scherze. Ich werde ihnen geben was sie wollen, damit sie mich in Ruhe lassen. Diese Leute haben mir gesagt, ich solle nicht nach Los Angeles kommen, sonse würde ich Ärger kriegen. Und ich habe nicht auf sie gehört. Sie sind wütend, weil ich sie Mörder genannt habe vor der Kamera.

Reporter: Aber das is doch die Wahrheit.

Garry Scarff: Sie werden mich umbringen. Und sie wissen wo meine Eltern leben.

[Er bricht weinend das Gespräch ab.]

Er würde die Dreharbeiten abbrechen rät unser Privatdetektiv, Roger Johnson.

Roger Johnson: Sie wissen, daß Ihr da drauß Aufnahmen machen wollt und sie halten einen Hubschrauber startbereit, das weiß ich.

Reporter: Was könnten Sie machen?

Roger Johnson: Sie würden Euch in der Luft den Weg abschneiden. Zwei Helikpter das könnte spannend aussehen, aber gefährlich sein. Sie werden alles tun, um Eure Dreharbeiten zu stören.

Wir begleiten Garry zum Flughafen, bleiben bei ihm bis zum Start der Maschine. Und wir beschließen die Dreharbeiten abzubrechen.

Drei Wochen später. Clearwater, Florida. Scientology-Gegner demonstrieren vor dem Fort Harrison. Sie geben der Organisation die Schuld am Tod von Lisa McPherson. Auch Garry ist gekommen. Wir sind mit ihm in engem Kontakt geblieben, in der Zeit nach den Dreharbeiten in Los Angles. Er hofft, daß öffentliche Auftritte wie dieser, ihn vor weiterem Psychoterror oder gar Racheakten bewahren können.

Anwalt Elliot Abelson organisiert eine Gegendemonstration von Scientology – Anhängern. Und auch Mike Rinder, Chef des Scientology – Geheimdienstes OSA ist aus Los Angeles eingeflogen. Er will den Auftritt der Scientology – Gegner persönlich beobachten.

Unterdessen in Kalifornien. Vorbereitungen für einen Hubschrauberflug. Unser Ziel ist schwer zu finden, liegt am Rande eines Indianerreservates. Das Kinderlager der Organisation, die Scientologen sagen Kadettenschule, liegt unzugänglich in den San Bernadino – Bergen.

In einer Scientology – Anordnung heißt es: Daß Sea Org – Mitglieder ihre Kinder nur sporadisch sehen dürften. Eine Stunde pro Tag sei in jedem Fall zuviel. Und wir lesen noch einmal das interne Schreiben über das sogenannte Kinder Rehabilitations – Projekt. Dort ist von einem Jungen Gavin die Rede, er habe sich mit Rasierklingen beide Arme aufgeschnitten heißt es, er sei ein Problem und müßte deshalb ins Kinderstraflager. Die Baracken wirken verwaist, verlassene Arbeitsplätze. Keine Menschenseele ist zu sehen.

Es macht den Eindruck, als seien die Kinder beim ersten Geräusch des anfliegenden Hubschraubers, in die Gebäude geschickt worden. „Happy Valley“ heißt das Areal unter den Scientologen „Fröhliches Tal“. Wer die internen Anordnungen der Organisation kennt, wer die Berichte über verwahrloste Scientology-Kadetten gelesen hat, der kann sich nur schwer vorstellen, daß hier fröhlichen Kinder leben.

Ein Film von Mona Botros und Egmont R. Koch.

Ein erschütterndes Dokument, mit einem tragischen Helden, Garry Scarff.

http://www.lermanet.com/cisar/vidds01g.htm