Programmhinweis: „Die Sektenkinder – Streit ums Kindeswohl“

Heute schau ich mal wieder über den Tellerrand hinweg und möchte auf den zweiten Teil der Reportage „Die Sektenkinder – Streit ums Kindeswohl“ hinweisen. Die Reportage wird am 4. April 2013, um 22.30 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt. Insbesondere diese Fragestellung der Reportage scheint auch für das Kindsein in Scientology interssant zu sein.

Menschen hautnah Autorin Beate Greindl hat beeindruckende Szenen aus dem Leben der Sekte eingefangen. Nach Schätzungen gibt es in Deutschland etwa 200 000 Sektenkinder. Jugendämter tun sich schwer bei der Abwägung: Wann muss der Staat einschreiten, weil das Kindeswohl gefährdet ist? http://www.wdr.de/tv/menschenhautnah/sendungsbeitraege/2013/0404/sektenkinder2.jsp

Weitere Infos zur „alten“ Reportage „Die Sektenkinder“ findet sich hier.

Womens Day berichtete über Disconnection

Die australische Zeitschrift „Womens Day“ interviewte Adrian Kelsey. Dieser wurde nach seinem Ausstieg aus der Scientologyorganisation von seinen Kinder auf Grund des Trennungsbefehles (Disconnection Policy) getrennt. Seine Kinder durften nach Anweisung keinen Kontakt mehr zu ihm haben. Dieser „Vorgang“ ist üblich, wenn sich zum Beispiel der ausgestiegene Elternteil, dazu entschließt sich öffentlich und kritisch gegenüber Scientology zu äußern. Eine ganz besondere Form des psychischen Drucks und der Einschüchterung durch diese kriminelle Organisation.

Hier geht es zum Artikel aus der „Womens Day“

Seinem Sohn Shane gelang vor einiger Zeit der Ausstieg, mit der Hilfe seines Vaters, aus der Sea Org und der Scientologyorganisation.

Ab“Schirm“Tech in Flag zu „Ehren“ Hubbards Geburtstag

In Flag, so nennt sich die scientologische „Verwaltungszentrale“ usw  in Clearwater Florida, wurde Hubbards Geburtstag gefeiert. Ein Anonymous, Darth Xander, filmte dies. Die Scientologen versuchten dies mit einer neuen Art von scientologischer Ab“Schirm“Tech zu verhindern. Mich persönlich amüsierte dies sehr.

Was mich ein wenig traurig macht sind die scientologischen Kinder, die in den Aufnahmen zu sehen sind und ganz zum Schluß die Aufnahmen der Sea Org Mitarbeiter, die völlig lustlos und fertig in einen Bus einsteigen. Die sehen absolut nicht, wie glückliche, befreite Menschen aus.

Video: Ex – Scientologykind Astra Woodcraft

Astra Woodcraft wuchs in Scientology auf, mit 7 entschied sich Astras Mutter der Sea Org beizutreten, das gleiche galt in dem Moment für Astra. Sie besuchte dort eine „Schule“, die aber nicht wirklich eine war. Mit 15 Jahren wurde sie zum „Ethic – Officer“, sie mußte andere Sea Org – Mitarbeiter mit kritischen Gedanken oder gar aussteigewillige Sea Org – Mitarbeiter handhaben….

Wer es etwas genauer haben möchte auf youtube gibt es noch mehr über Astra Woodcraft.

Teil 1 von 14 (die restlichen Teile sind auf youtube zu finden)

Becoming „Free to Shine“

Auf dem englischsprachigen Blog „Becoming Free to Shine“ berichtet eine Ex – Scientologin, die in der zweiten Generation in Scientology hineingeboren wurde, über ihre Kindheit in dieser. Ihre Zeit als junge Mutter in der Sea Org, damals waren noch Kinder in der Sea Org erlaubt, ihre Zweifel und ihren Weg aus Scientology… eben, wie sie „Free to Shine“ wurde. Eine wirklich wunderbare, hilfsbereite und mitfühlende Frau…

Einfach von unten nach oben scrollen, dann stimmt die chronologische Reihenfolge. Ich belasse es bei dem englischen Text. Ich bin nicht gut genug im schriftlichen Übersetzen um alles genauso wiederzugeben, wie sie es wirklich meint.

http://becomingfreetoshine.wordpress.com/category/becoming-free-to-shine-my-story/

http://becomingfreetoshine.wordpress.com/category/scientology-children/

gerbera

Reportage: „Die Sektenkinder“

Gestern Abend lief im WDR „Hautnah“ eine Reportage über die Sekte „Weltdiener“. Diese Sekte steckt noch in ihren „Anfangsschuhen“ und hat bedingt erlaubt, dass ein Reporter Team des WDR den Alltag der Sektenkinder filmen durfte. Natürlich nur mit dem Einverständnis und der Kontrolle ihres Gurus.

http://www.wdr.de/tv/menschenhautnah/sendungsbeitraege/2012/1025/sektenkinder.jsp

Erschreckend ist, dass es, wie in jeder Sekte, Parallelen zu der Kindererziehung in Scientology gibt.

Auch für diese Sekte sind „Kinder kleine Erwachsene“, die auch genauso behandelt werden und z.B. das gleiche vom Guru geforderte Arbeitspensum erledigen müssen, wie die Erwachsenen. Der einzige Unterschied, zu den scientologischen „Cadet (Sea) Org Kindern“ besteht in der Art und Weise der Arbeit. Sektenkinder haben keine oder kaum Freizeit, müssen auf vieles Verzichten, was „normale“ Kinder haben, nämlich eine Kindheit. Auch stehen sie häufig unter Stress und Schlafmangel. Nur um ein vermeindliches späteres „Seelenheil“ zu erlangen. Bei Scientology sind es die von Hubbard erfundenen operierenden Thetane, der Guru der „Weltdiener“ hat irgendeinen anderen „Blödsinn“ erfunden.

Die Eltern sind den Lehren ihres Gurus hörig, sie haben kein Verständnis und keine Zeit mehr für ihre Kinder. Nur ihr Seelenheil und die Erweckung der Welt steht im Vordergrund. Alles andere ist nebensächlich.

Bewußt hält der Guru, genauso wie bei Scientology, dass Selbstbewußtsein der Kinder gering und er spielt mit ihrer Angst. Mit der Angst, dass sie, wenn sie nicht so funktionieren, wie es die Sekte oder Guru will von ihren Eltern getrennt werden, als „böse“ abgestempelt werden. Bei Scientology als PTS oder SP. Auch die Außenwelt wird als böse und gefährlich abgestempelt. Kritiker und kritische Famlienangehörigen gehören ebenfalls zur gefährlichen Außenwelt.

Die Kinder müssen ihrem Meister unbedingt und bedingungslos gehorchen, da bleibt kein Raum für kritisches Denken.

Sollten die Kinder die Sekte verlassen würde schlimmes mit ihnen geschehen, wird ihnen erzählt und sie würden tatsächlich komplett von ihrer Familie getrennt, auch dies ist eine Parallele zu Scientology und anderen Sekten.

Sicherlich finden sich noch mehr Gemeinsamkeiten. Die Kontroll- und „Arbeitsfunktionen“ einer Sekte funktionieren überall recht ähnlich. Auch die Manipulationen der Kinder, wie es z.B. Siegfried Hamm (der mir in einer Mail schrieb, dass er aus heutiger Sicht noch drastische Folgen beschreiben würde) oder aber wie Kurt- Helmuth Eimuth beschrieb.

Letztendlich ist die Frage, inwieweit das Recht der Eltern geht. Haben die Eltern das Recht ihre Kinder auf Grund ihres „Glaubens“ psychisch zu missbrauchen oder sogar ihr Leben zu gefährden, haben sie wirklich das Recht hierzu? Haben sie ein Recht dazu, ihre Kinder an eine Sekte  zu verkaufen?

Meine Einschätzung ist, dass Eltern kein Recht dazu haben. Für mich ist dies eindeutig ein psychischer Kindesmmisbrauch und eine Kindeswohlgefährdung liegt vor.

Die Sekteneltern sind genauso abhängig, wie Menschen, die Drogen nehmen. Sie können nicht mehr für sich vernünftig sorgen und erst recht nicht für ihre Kinder. Sie brauchen dringend Unterstützung vom Jugendamt und wenn sie nicht freiwillig mitarbeiten, muss dies halt Zwangsweise von einem Gericht durchgesetzt werden. Dabei muss dem Gericht klar sein, dass es hierbei nicht mehr um Religionsfreiheit geht. Gerade solche Kulte sind keine Religion und Eltern müssen sich hier zwischen der Sekte und dem Wohl ihrer Kinder entscheiden. So wie sich Drogenabhängige ebenfalls entscheiden müssen.

Ich hoffe, dass die Behörden nun bei den „Weltdienern“ tätig werden. Sie haben schon viel zu lange zugesehen und ich denke, dass bei diesen Kindern schon schwere psychische Störungen vorliegen.

Edit: Mittlerweile hat sich eine FB – Gruppe gebildet. http://www.facebook.com/Sektenkinder