Geburtstag: „Kindsein in Scientology“ ist drei

Heute genau ist mein Blog drei Jahre alt geworden… Zeit für einen kleinen Rückblick…

Den ersten Artikel, den ich über Scientology veröffentlichte war „die Geschichte Scientologys„, es folgten weitere „Grundlagenartikel“ über die Scientologyorganisation. Auch mein Artikel „Kindsein in Scientology – Kleine Erwachsene mit keiner Kindheit„, der immer noch zu den meistgelesenen Artikeln meines Blogs gehört, war einer der ersten Artikel. Mittlerweile habe ich 141 Artikel veröffentlicht. Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass ich so viel schreiben werde. Letztendlich ging es mir nur darum über „Kindsein in Scientology“ aufzuklären und ich dachte diese grundlegenden Artikel würden reichen.

Auch habe ich in diesen drei Jahren eine Entwicklung erlebt. Hatte ich am Anfang große Angst vor OSA, ich schrieb meinen Blog anfangs anonym und auch über meine Vergangenheit erschien zu dieser Zeit auf meinem Blog nichts, kann ich nun offen mit meiner Vergangenheit umgehen. Die Angst ist größtenteils gegangen und dadurch konnte ich erkennen was Scientology wirklich ist, eine große manipulierende Lüge. Auch OSA ist eine Lüge, die ihre Macht aus Angst und Schrecken bezieht… Innerhalb von Scientology durchaus wirksam, denn dort können sie Leute „wegsperren“ und „verschwinden“ lassen. Außerhalb jedoch besitzt OSA kaum Macht. OSA ist eine riesengroße Seifenblase, die wenn die Angst überwunden ist, ganz leicht zerplatzt. Was nicht bedeutet, dass sie auch in der Welt außerhalb Scientology ihre Macht durch Angst und Schrecken aufrecht erhalten wollen. Aber diese Macht muss ich ihnen ja nicht geben.

Auch kann ich heutzutage sagen, Scientology passt nicht mehr in mein Leben… War es vor ein paar Jahren, die Angst vor der Bestrafung in Scientology (für die öffentliche Kritik), die mich größtenteils zurückhielt „zurückzukehren“, kann ich heutzutage sagen, Scientology passt nicht mehr in mein Leben, denn ich liebe die Freiheit, die ich habe. Die Freiheit über mein Leben selbst zu entscheiden ohne einen Vordenker, Guru oder was auch immer. Dieses Recht lasse ich mir von niemanden mehr nehmen, auch nicht das Recht meine freie Meinung zu äußern.

Für mich selber war und ist es gut einen Blog über Scientology zu schreiben und ich hoffe, dass mein Blog auch anderen Menschen geholfen hat und weiterhin hilft. Zumindest hoffe ich, dass meine Informationen dazu beitragen Scientology zu zerstören.

Ich danke allen Lesern, die sich für meinen Blog interessieren. Ich danke den Menschen, die ebenfalls über Scientology aufklären, den Menschen, die mich immer unterstützt haben und an mich geglaubt haben, trotz der ganzen Gerüchte, die über mich im Umlauf sind (ja manche glauben, ich sei immer noch OSA). Auch danke ich anderen Ex – Scientologen die ebenfalls den Mut besitzen gegen diese kriminelle Organisation vorzugehen. Denn nur wir können berichten, wie es ist ein Scientologe gewesen zu sein. …und so lange es mir Spass macht und so lange es in meinem Lebensweg passt, werde ich weiter über Scientology aufklären.

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Warum musste Alexander Jentzsch sterben?

Alexander Jentzsch, der Sohn des amtierenden Scientology Präsidenten Heber Jentzsch verstarb am 02. Juli 2012 im Alter von nur 27 Jahren als „treuer“ Scientologe. Die Umstände seines plötzlichen Todes sind äußerst tragisch und mysteriös.

Alexander wuchs in Scientology auf, er war Mitglied der paramilitärischen Sea Org. Mit 12 Jahren wurde er laut Angaben seiner Mutter Karen de la Carriere in der Sea Org von einer Frau missbraucht. Wilfried Handl schreibt hierzu:

Geboren wurde Alexander Jentzsch 1984 als Sohn von Karen de la Carriere und Heber Jentzsch. Beide waren Mitglieder der paramilitärischen Sea Org von Scientology und Alexander wuchs bis zu seinem 6. Lebensjahr in der Sea Org auf. Heber Jentzsch war bzw. ist Präsident von Scientology.

1990 verließ Alexander gemeinsam mit seiner Mutter die Sea Org, um im Alter von 10 Jahren wieder von der paramilitärischen Verbindung „rekrutiert“ zu werden. Sein „Alltag“ bestand danach darin, 10 bis 12 Stunden täglich die Böden in Scientologys „spirituellem Zentrum“ FLAG zu schrubben oder die Toiletten zu reinigen, anstatt eine Schule zu besuchen. De la Carriere beschwerte sich nachdrücklich bei OSA und wies darauf hin, dass dies gegen das Gesetz verstieß. Aber es bedurfte eines anderen „Vorfalles“, um Alexander davon zu erlösen.

Irgendwann in seiner Zeit in FLAG durchlebte Alexander einen sexuellen Missbrauch durch ein 40-jähriges Sea Org-Mitglied. Laut Augenzeugen, wie Kirsi Ojamo, die damals in OSA FLAG arbeitete, wurde der damals 12-jährige Alexander von der 40-jährigen Marie Warren, ebenfalls FLAG-Mitarbeiterin, sexuell missbraucht.

Um einen Imageschaden für Scientology zu verhindern, wurden beide nach Kalifornien „transferiert“, beide wurden von OSA (Office of Special AffairsBüro für Spezielle Angelegenheiten, der scientologische Geheimdienst) dazu „aufgefordert“, zu diesem sexuellen Missbrauch künftig zu schweigen. Beide sollten sowohl intern, als auch extern darüber nicht reden – die Behörden wurden nicht eingeschaltet, der sexuelle Missbrauch wurde von Scientology vertuscht.

Alexander heiratete. Seine Frau Andrea und er arbeitenden für die Sea Org in Dallas. Andrea hatte, wie in der Sea Org üblich eine „erzwungene Abtreibung“, denn sie muss als „gute“ Scientologin ihre ganze Arbeitskraft, ihre ganze Zeit der Sea Organisation widmen, um die Welt zu klären. Dies alles berichtete Alexanders Mutter, Karen de la Carriere, der daylimail.

Karen de la Carriere ist vor ca. 2 Jahren aus der Scientology Organisation ausgestiegen, sie war ebenfalls langjähriges Mitglied der Sea Org. Ihr ehemaliger Ehemann, der Scientology Präsident Heber Jentzsch, ist schon seit längerer Zeit (ca. seit 2004) in Scientology „verloren gegangen“. Er gilt aber immer noch als offizieller Präsident der Scientology Organisation.

Karen erfuhr von dem Tod ihres Sohnes über Facebook, denn sie ist für die Scientology Organisation ein Feind, eine „unterdrückerische Person“ ein SP. Seit ihrem Ausstieg hatte, sie dank der Disconnection Policy, dem Trennungsbefehl keinen Kontakt mehr zu Alexander. Ihr wurde jeglicher Abschied von ihrem Sohn verwehrt. In dem Interview mit der Daylimail, berichtet sie von den Umständen des Todes ihres Sohnes.

Alexander hatte vor einiger Zeit einen schweren Autounfall, der auch seinen Rücken verletzt hatte.

Auch wurde er von seiner Frau „getrennt“, er lebte nun alleine in Los Angeles, gesundheitlich und finanziell ruiniert. An seine Eltern konnte er sich nicht wenden, zum einen weil ja sein Vater im „Sumpf von Scientology“ verschollen ist und zum anderen, konnte Alexander als „guter“ Scientologe zu seiner Mutter keinen Kontakt aufbauen. Er hätte sich damit im Sinne von Scientology strafbar gemacht.

Auf Grund der Rückenschmerzen begann er verschreibungspflichtige Schmerzmittel zu nehmen, vermutet seine Mutter. Auch wurde ihr zugetragen, dass Alexander Atemprobleme hatte.  Um dies zu behandeln, ging er zu einem scientologischen Arzt, der ihm jedoch nur eine scientologische Behandlung in Form eines Touch Assist zu kommen ließ. Beim Touch Assist wird nur durch „Handauflegen“ eine Heilung versprochen, um dies mal ganz simple auszudrücken. Wie man sich natürlich denken kann, hilft diese Art von „Behandlung“ nicht.

Alexander sucht nun, nach meiner Einschätzung, wie jeder Scientologe, den Fehler für seine Erkrankung bei sich selber. Er überlegte, ob er irgendwelche Verbrechen begangen hat, „unethische“ Gedanken, Kontakt zu SPs usw und so fort gehabt hat, die scientologische „Tech“, die falsche scientologische Behandlungsform, wird er nicht in Frage gestellt haben, keinen anderen nichtscientologischen Arzt gefragt haben. Alexander denkt er sei Schuld, dass die Behandlung nicht funktioniert. Denn sie muss ja funktionieren, in diesem Glauben ist er aufgewachsen.

Ein Pressesprecher des Los Angeles County Coroner’s Office, berichtete, dass bei der Autopsie von Alexander verschreibungspflichtige Medikamente (Schmerzmittel) und „ein Erkältungssaft für die Nacht“ in seinem Körper gefunden wurde.

Einen Tag vor seinem Tod hatte er starkes Fieber.

Letztendlich ist Alexander Jentzsch alleine gestorben und ohne die notwendige medizinische Hilfe. Getrennt von seinen Eltern, seiner Familie, seiner Ehefrau. Menschen, die ihn gut kannten und insbesondere seine bereits ausgestiegene Mutter hätte ihm helfen können.

Die genauen Umstände sind immer noch sehr mysteriös. Ich hoffe sie klären sich irgendwann auf. Auch hoffe ich, dass die Behörden in Los Angeles ordentlich ermitteln, denn einige Mitarbeiter gehören dort ebenfalls der Scientology Organisation an und in Todesumstände verschleiern ist die Scientology Organisation unschlagbar.

RIP Alexander Jentzsch, der starb in der irrsinnigen Hoffnung auf zukünftige Leben, in denen er ein besserer Scientologe sein kann.

Weitere Informationen:

http://blogs.villagevoice.com/runninscared/2012/07/scientology_alexander_jentzsch.php

http://bloggegenscientology.wordpress.com/2012/07/08/alexander-jentzsch-in-scientology-hineingeboren-mit-10-in-die-sea-org-mit-12-sexuell-missbraucht-und-mit-27-jahren-tot/

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2170405/Scientology-Son-Church-president-Heber-Jentzsch-troubled-life.html