Diese Seiten sollen über die Erziehungsmethoden von Lafayette Ron Hubbard, dem Kultgründer Scientologys, aufklären und richten sich gegen jede Art von destruktiven Kulten und Sekten
Ich freue mich, dass Sie den Weg auf meinen Blog gefunden haben. Dies bedeutet, dass Sie das Thema Scientology, Kindheit in Scientology oder aber das Thema Kulte/Sekten generell interessiert. Vielleicht sind Sie ja auch selber von der Thematik in irgendeiner Weise betroffen.
Dieser Blog beschäftigt sich in erster Linie mit der Kindheit in Scientology. Ich möchte auch über weitere Verbrechen der Scientologyorganisation aufklären. Auch beschäftige ich mich ab und an mit den Auswirkungen anderer Kulte auf Kinder oder Erwachsene.
Ich bin Nicole Scheffler, verheiratet, Mutter von 2 Kindern, Diplom Sozialarbeiterin (Fh), lebe im Sauerland/Westfalen und ich bin mittlerweile seit fast 2 Jahrzehnten in der Kinder- und Jugendhilfe bzw. Kinder- und Jugendarbeit tätig. Ich schreibe diesen Blog auf Grund meiner persönlichen Erfahrung mit der Scientologyorganisation.
Ich hoffe, ihre Fragen bezüglich Kindheit in Scientology mit meinem Blog beantworten zu können, aber dennoch stehe ich immer für Rückfragen unter meiner Mailadresse kindseininscientology@gmx.de zur Verfügung. Auch generelle Fragen zu Scientology, Sekten und Kulte beantworte ich gerne.
Die Eltern haben ebenfalls einen sehr vollen Tagesablauf, in dem Buch „Die Sekten-Kinder“ von Kurt-Helmuth Eimuth wird von einem Ex-Scientologen beschrieben, wie wenig Zeit er für seine Familie und somit auch für seine Kinder hatte.
„Er (Daniel, ein Mann der mit sieben Jahren selbst durch seine Mutter zu Scientology gekommen ist; Anmerkung der Verfasserin) lebte später als Staff-Mitarbeiter in Kopenhagen. Um seine einjährige Tochter konnte er sich aufgrund der Arbeitsanforderungen nicht kümmern… Daniel Fumagalli erzählt: `Es gibt Kinderkrippen, da bringt man sie morgens hin und holt sie nachts wieder ab. Da hatten Eltern nach dem Nachtessen eine Stunde sogenannte Parents oder Familiy time.´ Später kam die Anweisung, die diesen wenigen, aber doch regelmäßigen Kontakt der Eltern zu ihren Kindern weiter einschränkte. Fumagalli: `Es gab da mal eine Anweisung, die besagte, dass für die family time eine Stunde am Tag nicht genug sei. Deshalb solle man besser in dieser Stunde viel produzieren und jeden zweiten Samstag einen Tag frei nehmen, welchen man dann in Ganzheit mit dem Kind verbringen kann. Also in anderen Worten: man sieht das Kind jede zweite Woche für einen Tag und halt nachts, wenn das Kind eh schläft.´“(Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S. 86)
Somit obliegt die Erziehung des Kindes der Organisation und nicht mehr den Eltern, so dass es sich daraus zwangsläufig ergibt, dass Scientology den ganzen Tag lang die Kinder manipulieren kann. Gehen die Kinder nicht mehr zu einer normalen Regelschule, sondern zu einer scientologisch geführten Schule im nahen Ausland, lebt das Kind nur noch in der Scientology-Welt und hat keine Chance mehr, etwas anderes kennenzulernen. Scientology-Kinder müssen für die Organisation arbeiten, damit die Welt gerettet werden kann. Somit stehen diese Kinder unter einem starken Leistungsdruck. In einer scientologisch geführten Schule bzw. auch schon in der Nachhilfeschule unterliegt ein Kind diesem Druck, indem es ständig seine Statistik erfüllen muss.
Eine junge Frau, die sich um die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in einem scientologischen Zentrum kümmerte, wurde die Anwendung der Statistik folgendermaßen erklärt.
„Die Ethik-Statistik bewertet das Verhalten des Kindes über den ganzen Tag verteilt… Sie wird geführt, um dem Kind zu helfen, das eine bestimmte Schwierigkeit hat. Wenn es seine Sache sehr gut gemacht hat, ist es im Zustand `Power´ und bekommt fünf Punkte, die Höchstzahl. Um auf Power eingestuft zu werden, darf es sich nicht out-ethisch verhalten haben und muß aktiv daran teilgenommen haben, das Überleben von einer oder mehreren Dynamiken zu verbessern. War es nicht ganz so aktiv, hat sich aber trotzdem gut verhalten, ist sein Zustand `Überfluß´, der vier Punkte bringt. Drei Punkte sind `Normal´ und bedeuten nur, daß das Kind nichts Out-Ethisches gemacht hat. Ein bis zwei out-ethische Handlungen bedeuten `Notzustand´, zwei Punkte. Hat das Kind die Gruppe einmal richtig enturbuliert, ist `Gefahr´ angesagt, ein Punkt. Und wenn’s schlimm war, gibt es gar keinen Punkt, weil das Kind den ganzen Tag unvernünftig aufgetreten ist und permanent die Gruppe enturbuliert hat. Der Zustand heißt dann `Nichtexistent´.“(Anonymus, Entkommen-Eine Ex Scientologin erzählt, Reinbeck bei Hamburg, 1993, S.108f.;zitiert nach: Kurt-Helmuth Eimuth, 1997; s.o. S. 90f.
Eine kurze Eklärung am Rande, enturbulieren ist eines von vielen scientologischen Kunstwörtern und bedeutet
„Enturbulieren: Etwas `turbulent´ (wirbelnd ´, stürmisch, aufrührerisch) machen, verwirren, aufregen oder durcheinanderbringen“ Hubbard, Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen, Kopenhagen 1980, S. 754; zitiert nach Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o., S. 91
Kindern wird auch der Umgang mit ihren Eltern verboten bzw. den Eltern wird der Umgang mit ihren Kindern verboten, da die Kinder der Grund für die Probleme des Erwachsenen sind. Diese Kinder sind eine „unterdrückerische Person“ für ihre Eltern und behindern das Fortkommen ihrer Eltern in Scientology.(Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S. 83) U.S. Sonntag, der gesagt wurde, dass ihr Sohn eine unterdrückerische Person sei, wurde das von Seiten der Org an einem Beispiel gezeigt.
Unten „…in dem italienischen Restaurant einen Stockwerk tiefer als die Org saß ein kleiner Junge an einem Tisch allein und aß, seine Mutter saß getrennt von ihm an einem anderen Tisch, man sagte mir, der Junge wäre der `Unterdrücker´ seiner Mutter, und die Mutter muß ihn handhaben und sich von ihm trennen, um weiter zu kommen.“(Sonntag-Kuntze, U.S.; a.a.O. Anhang; zitiert nach: Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o. S. 83)
Kurt-Helmuth Eimuth sieht den Begriff „handhaben“, als ein Kontrollieren und Bestrafen des Kindes.(Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o. S. 84) Die Interministerielle Arbeitsgruppe für Fragen sog. Jugendsekten und Psychogruppen berichtet, dass Scientology Kritiker ausführten, daß Kinder bei `Kontaktsperren´ sogar von ihren Müttern getrennt werden, dabei muß sich die Familie den Anordnungen der Scientology unterordnen.(Vgl.: Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sog. Jugendsekten und Psychogruppen vom 30.6.9, Drucksache 11/4643, S. 33; verglichen nach : Eimuth, Kurt-Helmuth, 1997; s.o. S. 84)
Kurt Helmuth Eimuth schlussfolgert weiter, dass die hohe Beanspruchung der Eltern und das Menschenbild Scientologys, das keine Kindheit beinhaltet, zu einer Entfremdung zwischen Eltern und Kindern führt.
Desweiteren wird in dem Buch „Im Labyrinth von Scientology“ von Norbert Potthoff beschrieben, wie ein behinderter Junge von seinen Eltern emotionell vernachlässigt wurde, da er aufgrund seiner Behinderung in einem früheren Leben unethisch gewesen sein muß bzw. er zugelassen hat, daß ihn sein Zwillingsbruder während der Schwangerschaft „behindert gemacht hat“.
„Christian ist Jens´ Sohn aus erster Ehe. Viel weiß ich (Norbert Potthoff; Anmerkung der Verfasserin) nicht über ihn. Ab und zu sehe ich ihn mal auf dem Flur der obersten Etage, aber meist ist er in seinem Zimmer versteckt. Er ist gehbehindert, macht aber einen netten Eindruck. `Also es gibt da einiges was du wissen solltest´ erklärt Beate (die „Stiefmutter“; Anmerkungen der Verfasserin)`Christian und Hilmar sind Zwillinge und das, was Ron als Black beeings, als schwarze Wesen bezeichnet. Hilmar ist absolut herrisch und autoritär, er hat seinen Zwillingsbruder bereits während der Schwangerschaft so getreten, daß dieser mit einem Hüftschaden zur Welt kam. Aber Christian ist ebenso dafür verantwortlich, denn er hat damit übereingestimmt, hat zugelassen, diesen Schaden zu erhalten. Hilmar haben wir nach Portugal geschickt. Er ist nicht zu handhaben, begeht ständig neue Verbrechen. Christian steckt überwiegend fest in seinem reaktiven Verstand, und nur durch Dauerlauf kann er ab und zu ausrasten. Damit uns seine reaktiven Strömung nicht beeinträchtigen kann, lebt er allein in seinem Zimmer. Nur sein Vater darf mit ihm Kontakt haben.´“(Potthoff, Norbert, Im Labyrinth der Scientology, Bergisch Gladbach, 1997; S. 136)
Dieses zeigt, wie Scientology die Vernachlässigung der Kinder, durch die Ideologie und Zielsetzung mit Hilfe der „abhängigen“ Eltern propagiert. Durch das Anstreben der Weltherrschaft, das „Clearen“ der Welt bleiben schwache Glieder, das sind ohne weiteres Kinder und Jugendliche, Behinderte, besonders behinderte und kranke Kinder, alleine und werden ohne Gefühlsregungen seitens der Erwachsenen und Starken ihr Leben meistern müssen.
Scientology kennt keine spezielle Kindererziehung. Im scientologischem Sinne sind Kinder kleine Erwachsene. Dies kann zu einer geistigen und psychischen Überforderung der Kinder und Jugendlichen führen. In einer scientologischen Broschüre über die Methoden und Ziele der scientologischen Kinderziehung werden diese in einem Vorwort näher dargestellt.
„Kinder zu erziehen soll eine Freude sein. Und es kann eine Freude sein. Es kann tatsächlich eine der befriedigsten aller menschlichen Erfahrungen sein. Mit der Anwendung von Scientology-Prinzipien auf das Großziehen von Kindern kann sichergestellt werden, dass sie glücklich, liebevoll und produktiv sind und daß sie zu geschätzten Mitgliedern dieser Gesellschaft werden, in der sie leben.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S. 2)
Scientology will einen liebevollen, glücklichen und produktiven Menschen schaffen. Nach meiner Meinung erreicht Scientology genau das Gegenteil, einen kritiklosen, emotionslosen, manipulierbaren und nicht selbständig denkenden Menschen.
Die scientologische Definition von Kindern befindet sich ebenfalls in der oben beschriebenen Broschüre. Sie lautet:
„Kinder sind nicht Hunde. Sie können nicht wie Hunde dressiert werden. Sie sind nicht kontrollierbare Dinge. Sie sind, lassen Sie uns diesen Punkt nicht übersehen, Männer und Frauen. Ein Kind ist nicht eine spezielle Tierart, die sich vom Menschen unterscheidet. Ein Kind ist ein Mann oder eine Frau, der bzw. die nicht voll ausgewachsen ist. Jedes Gesetz, das auf das Verhalten von Männern und Frauen zutrifft gilt auch für Kinder.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S. )
Eine ähnliche Definition befindet sich in dem Buch „Kinder-Dianetik“, das die Inhalte des Buches Dianetik auf Kinder überträgt.(Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S. 71)
Die Hauptziele der Kinder-Dianetik sind, Engramme (negative Informationen auf der „Zeitspur“, die einen Menschen in der jetzigen Zeit hemmen) zu löschen und dafür zu sorgen, dass sie gar nicht erst entstehen können. Deswegen soll die Dianetik im Alltag im täglichen Umgang mit dem „kleinen Erwachsenen“ angewendet werden.