Brian Seymour berichtet für die australische Fenrsehsendung TodayTonight, wie Künstler rekrutiert werden anhand der Tänzerin Manuela, mit der Hoffnung, dass diese aussteigt.
Aussteiger
Ursula Caberta geht in den „Ruhestand“…
… und sie hat es sich verdient. Kaum jemand anderes hat der Scientology – Sekte in den letzten Jahrzehnten so die Stirn geboten, wie diese Frau.
Das Hamburger Abendblatt berichtet heute über die Gründe für ihren vorzeitigen Ruhestand.
Vor ein paar Tagen schrieb auch Tony Ortega auf seinem Blog über Ursula Cabertas Rücktritt und interviewte sie.
Ich überlege schon die ganze Zeit, was ich persönlich dazu schreiben möchte. Es fällt mir schwer die richtigen Worte zu finden. Ich empfinde Hochachtung und Respekt vor Ursula Caberta und der Arbeitsgruppe Scientology. Sie hat das „Fair Game“ von OSA voll durchlebt, was sicherlich nicht einfach war und ich kann verstehen, dass sie ohne eine Unterstützung „ihrer“ Behörde nicht mehr weitermachen möchte. Aber sie hat nach meiner Einschätzung genug Unterstützung von anderen Scientology Kritikern und Ex – Scientologen.
Ich persönlich wünsche ihr noch viele wunderbare Jahre und hoffe auf ein paar weitere Einsätze als Scientology – Kritikerin. Immerhin wird sie ja noch ein Buch veröffentlichen.
Ich bin selber betroffen von der Schließung der Arbeitsgruppe Scientology. Kurz vor deren Schließung hätte ich deren Unterstützung gebraucht und ich konnte sie nicht mehr bekommen. Es war eine verdammt schwere Zeit für mich und vermutlich wäre es mit Hilfe der Arbeitsgruppe und Ursula Caberta ein wenig einfacher gewesen. Damals empfand ich eine unbändige Wut und Enttäuschung, mittlerweile habe ich auch so meinen Weg gefunden. Dennoch war die AGS gut und sinnvoll.
ABER, es gibt zur Zeit viel Hilfe für Scientologen, die aussteigen möchten. Wer Interesse hat kann eine Mail an mich senden und auch Wilfried Handl hilft gerne weiter. 🙂 Das dies heutzutage möglich liegt auch an der sehr guten Arbeit von Ursula Caberta und der Arbeitsgruppe Scientology.
Ich wünsche ihr „Alles Gute“.
Das TV Duell Ursula Caberta vs. Jürg Stettler und die Dokumentation „Jagd auf Aussteiger“
Diese Woche lief auf n-tv die Dokumentation „Jagd auf Aussteiger“, sowie das TV Duell Ursula Caberta, langjährige Scientology – Kritikerin und ehemalige Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Scientology in Hamburg vs. Jürg Stettler, der OSA Chef, also Geheimdienst Chef, von Scientology.
OSA gab im Vorfeld schon folgenden Kommentar auf meinen Blog zu der Dokumentation ab und ich denke hier ist nun der geeignete Ort diesen Kommentar zu posten.
Freedom of Speech, mein Blog eigener OSA „Troll“, nun gut, ich muss ihn mir auch z.B. mit Wilfried Handl teilen, schrieb am 12.12.12.:
„Abschließend zum Film von gestern abend:
Nicht informativ genug. Altes Material, schon mal gezeigt, aufgepeppt mit Interviews von Scientologen, die gar nicht ausgestiegen sind sondern ein Revival unter anderen Vorzeichen anstreben. Das hat Frank Nordhausen vor lauter Jagdfieber vergessen. Er hat nichts neues gezeigt. Das kann ja keine Deutschen interessieren.
Da war „Äh Beckstein Äh“ schon besser. Das hatte was.
Ich weiß, ich sollte es nicht sagen, aber Caberta wäre doch ein prospect für den Purif, oder DrugRd. Hab ich jetzt was falsches gesagt? Meinungsfreiheit? Oh Gott…..Handl als „Auditor“ am E Meter beim Auditing hatte die gleiche fachmännische Ausstrahlung als würde man einem Elefanten einen Zahnstocher geben, um damit die Einspritzpumpe eines Pkws zu reparieren.
Wie schon gesagt, alles rubbish und vollkommen langweilig. Hatte mehr erwartet.“
Auf Grund der schnellen Reaktion, ich hatte ja noch nicht mal auf meinem Blog die Reportage gepostet, sieht man, was diese Reportage für ein Dorn im Auge, der Scientology Organisation ist. Letztendlich kommt von OSA keine sachliche oder besser aufklärende Information über diese Reportage. Das einzige was OSA kann ist beleidigen und verleumden und ich denke schon das diese Reportage uns Deutsche interessiert oder will sich jemand von einer kriminellen Organisation, die vom Verfasungsschutz beobachtet wird, vorschreiben lassen, was man interessant zu finden hat. Wir leben hier nicht im Buch „1984“ von George Orwell, es gibt keine scientologische Kontrolle über unsere Medien. 😉
Nun denn, wer es noch nicht gesehen hat, hier die beiden Links. Insbesondere das Duell mag ich persönlich sehr, Danke Frau Caberta. Als Ursula Caberta irgendwann Marty Rathbun erwähnt, ehemals rechte Hand von Sekten Boss David Miscavige, der nun Scientology außerhalb von der Organisation praktiziert, und Frau Caberta, Herrn Stettler anbietet, dass er seine Auditings auch außerhalb bei Marty Rathbun bekommen kann, kommt Jürg Stettler kurz ins schleudern, wunderbar diese kurze Szene des kurzen Zweifelns an der Scientology – Organisation. 😉
Programmhinweis: Reportage „Scientology – Jagd auf Austeiger“
Am 11.12.2012 zeigt n- tv um 16.05 Uhr zum ersten Mal die Reportage „Scientology – Jagd auf Aussteiger“. Es folgen noch weitere Wiederholungen auf n-tv. Die anderen Sendetermine sind unten auf dieser Seite zu finden.
Ich bin sehr gespannt auf diese Reportage, da ich am eigenen Leib erfahren durfte, wie die „Fair Game Policy“ Scientologys „arbeitet“ und ich freue mich darüber, dass deren kriminellen Machenschaften immer mehr an die Öffentlichkeit gelangen und aufgedeckt werden.
Anschauen lohnt sich sicherlich und zwar an folgenden Terminen…

Quelle: Anonymous Berlin, Facebook
Scientology aktuell
In den letzten Tagen hat sich in Scientology viel bewegt, so dass ich gar nicht mehr mit dem Schreiben hinterher komme. Zum einen hat die Nichte des Sekten Gründers (L. Ron Hubbard) Roanne Leake und der Vater des jetzigen Sektenführers (David Miscavige) Ron Miscavige Sr den Kult verlassen. Die Village Voice (Tony Ortega) berichtete u.a. hierüber.
Zum anderen hat Katie Holmes, Tom Cruise verlassen und ich hoffe, dass ihr der Ausstieg aus Scientology gelinkt und sie Surie ebenfalls aus den Fängen des Kultes retten kann. Gründer hierfür liefert mein Blog genug. Zumindst wird Scientology alles mögliche unternehmen um Katie Holmes unter Druck zu setzen und einzuschüchtern.
Etwas drittes ist in der letzten Zeit auch noch passiert. Anonymous hat den eMail Verkehr von Scientology Wien gehackt und diesen dann veröffentlicht. Wilfried Handl analysiert auf seinen Blog nun diesen, wen es interessiert kann dort darüber nachlesen. Scientology versucht nun mit allen Mitteln, die Veröffentlichung auf Wilfried Handls Blog zu verhindern, in dem sie damit gegen Wilfried Handl vor Gericht zieht. Ziel hierbei ist nicht, dass Gewinnen des Rechtsstreit, sondern Wilfried Handl mürbe zu machen und ihn in den finanziellen Ruin zu treiben. Die einstweilige Verfügung, dass Wilfried Handl auf seinen Blog keine Mails mehr veröffentlichen darf, die Scientology gegen Wilfried Handl erwirken sollte, wurde bereits von einem Gericht abgewiesen, aber dennoch steht ein Rechtsstreit bevor. Wilfried Handl bittet um Spenden, damit er auch diesen Rechtsstreit bestreiten kann, denn wie gesagt, es geht Scientology nicht um das Gewinnen, dieses Rechtsstreites… Ganz nach dem Richtlinien des Sektengründers L. Ron Hubbard. Wilfried Handl schriebt hierzu auf seinen Blog:
Am 10 Juni 2012 wurde bekannt, dass Anonymous die Mails der beiden Scientology-Organisationen in Österreich der Jahre 2010 bis 2012 geleakt hatten – mehr als 3 GB voller interner Scientology-Information stand plötzlich im Internet. Tausenden luden sich die Mails herunter, lasen sie, die Medien berichteten darüber und ich veröffentlichte einige der signifikantesten Mails in meinem Blog – und werde dies auch weiter tun. Es gibt noch eine Vielzahl an nicht veröffentlichten bzw. kommentierten Mails!
Im Hinblick darauf regierte Scientology, wie Scientology eben reagiert: Mit Angriff und der Parole „Final Handling des Main-Attackers, PR Handling, legal ausgetragen. … Demaskierung und lahm legen von W[ilfried] H[andl]“.
Konkret sah das so aus, dass ich auf Unterlassung (Streitwert: 31.000 Euro) geklagt und eine Einstweilige Verfügung gegen mich angestrebt wurde, um ein weiteres Veröffentlichen der Mails zu verhindern und die bereits geposteten Mails wieder vom Netz zu bekommen. Die Einstweilige Verfügung wurde vom Gericht abgelehnt, die Klage läuft und ich habe seit 28. Juni 4 Wochen Zeit, sie zu beantworten.
Ich kann das aber nur mithilfe eines Rechtsanwaltes machen – und damit bin ich bei meinem Problem!
Scientology hatte keines, um die 6.000 Euro hinzulegen, die deren Anwalt bei der Klageröffnung verlangte – ich schon.
Ich überlegte daher anfangs, mir einen Pflichtverteidiger zu nehmen – nur: Pflichtverteidiger haben so ihre Tücken … 😉
Letztendlich geht es nämlich nicht darum, ob ich eventuell sogar bereit wäre, ins Gefängnis zu gehen – es geht einzig und allein darum, dass Scientology keinen Sieg in diesem Prozess davon tragen darf!
Ich habe mich daher bei einem renommierten Anwalt nach den Konditionen seiner Verteidigung erkundigt und folgendes erfahren: Ermäßigter Stundensatz von 300 Euro, zu Beginn ein Kostenvorschuss von 3.000 Euro. Insgesamt rechnet der Anwalt mir Gesamtkosten von rund 10.000 Euro.
Und obwohl ich es anfangs vermeiden wollte, muss ich jetzt einen Spendenaufruf starten, um Sie um Hilfe zu bitten und zuerst einmal die 3.000 Euro zu generieren, damit der Anwalt loslegen kann. Denn die Uhr läuft – fast eine Woche der vierwöchigen Frist ist verstrichen!
Wie Sie mir helfen können?
Wenn Sie ein PayPal-Konto haben: Einfach anwaltskosten@wilfriedhandl.com als Emailadresse eingeben und den Betrag spenden, der Ihnen möglich ist.
Oder Sie machen es per Banküberweisung: Konto 513 950 561 63, Bank Austria, BLZ 12000, BIC BKAUATWW, IBAN AT86 1200 0513 9505 6163 – jeder Betrag hilft! Als Zahlungsgrund bitte “Anwaltskosten Wilfried Handl” angeben, damit Ihre Spende zugeordnet werden kann.
Einmal wöchentlich wird auf http://www.blog-gegen-scientology.wilfriedhandl.com/ der aktuelle Kontostand und die aufgewendeten Kosten veröffentlich, sodass absolute Transparenz besteht. Wenn nach dem Prozess gegen Scientology Geld überbleiben sollte, wird dieses an eine soziale Einrichtung gespendet – die Details dazu werden ebenfalls auf http://www.blog-gegen-scientology.wilfriedhandl.com/ bekanntgegeben.
Ich kann Sie abschließend nur bitten, mir bei der Umschiffung dieser „Hürde“ zu helfen!
Vielen Dank schon einmal …
Wilfried Handl
Vielleicht möchte ja jemand, die langjährige sehr gute Aufklärungsarbeit von Wilfried Handl unterstützen, in dem er ihm bei diesem Gerichtsprozess hilft oder einfach nur diese Nachricht verbreitet. DANKE! Wilfried Handls Blog auf Facebook.
Alles in allem geht es dem Kult zur Zeit verdammt schlecht, nach meiner Einschätzung steigt der Druck auf die Sektenmitglieder, so dass vermutlich demnächst noch mehr aussteigen werden. 😉
Das Office of Special Affairs O.S.A.
Vor einigen Tagen berichtete ich über die Doku von arte über den scientologischen Geheimdienst, nun ist diese Dokumentation auf arte in der „Mediathek“ zu finden.
Auditing / Technologie
Scientology bietet ein durchorganisiertes Programm (“Technologie”) an, das weltweit nach festen Richtlinien geführt wird. Dazu gehören Kurse (Kommunikationskurse bzw. Selbsterfahrungskurse etc.) und das Aufsteigen in der scientologischen Hierarchie, das “Processing”, das bedeutdet ständige Auditing – Sitzungen, Streben nach Anerkennung und Erfolg innerhalb der Organisation.
Das Auditing ist nichts anderes als eine Abfragetechnik mit einem
elektronischen Meßgerätes (E-Meter), das u.a. als eine Art von Lügendetektor bezeichnet worden ist. Dabei werden vom Auditor (=Zuhörer) dem sog. “Preclear” (=Neuling) Fragen gestellt, die häufig auch bis in die intimsten Lebensbereiche gehen können. Das komplette Auditing wird schriftlich aufgezeichnet und in einer “Ethikakte” hinterlegt. Die Scientologen bezeichnen diese Befragungsaktion als “Beichte”. Dadurch soll der Befragte den Eindruck erhalten, dass seine Äußerungen als vertraulich gesehen werden. Ehemalige Scientologen berichten dagegen, dass dieses angebliche Beichtgeheimnis immer wieder auch öffentlich von Scientologen missbraucht wurde.
Das Ziel des Auditing ist es, über die verschiedenen Kursstufen die sogenannte “Brücke” hinaufzusteigen, bis zunächst der Zustand “Clear” (=frei von körperlichen und seelischen Schmerzerlebnissen) erreicht ist. Zumeist endet das Auditing mit einer angenehmen Empfindung, eine kurze Phase der Euphorie; Hoffnung auf Glück und Fortkommen führen fast bis zur Sucht nach immer weiteren Sitzungen und Kursen. Den Mitgleidern wird versprochen, auf diesem Wege von Ängten, Leistungsschwächen, Frust etc. frei zu werden. Die weiterführenden Kurse werden währenddessen immer teurer, aber dies erscheint immer nebensächlicher.
Kinder in Scientology, die 2. und 3. Generation
Sekten sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern und machen auch vor unseren Kindern nicht halt. Kinder sind für Sekten ein lukratives Geschäft, denn auf diesem Wege erreichen sie auch die Eltern. Scientology ist u.a. im Nachhilfebereich aktiv tätig.
Am allerschlimmsten ist es für die Kinder, die in Kulte und totalitäre Gruppen hineingeboren wurden. Die früheren „Jugendsekten“ befinden sich in der zweiten bzw. dritten Generation. Sektenkinder aus der Elterngeneration der 70er Jahre sind Erwachsen und vielleicht schon selber Eltern. Die Sekten, auch Scientology sind immer mehr mit dem Problem der wachsenden Kinderschar konfrontiert, dies ist zum Teil auch so gewollt, denn diese Kinder sind von klein auf an die scientologischen Denkweisen und Techniken, wie z.B. das Auditing gewöhnt. Auch sind sie mit der Sekten eigenen Sprache und Regeln aufgewachsen. Jedoch schreibt der Sektenexperte Hugo Stamm in seinem Buch „Sekten – im Bann von Schutz und Macht“, „trotz Bewußtseinskontrolle springen Sektenanhänger, die in einem Kult aufgewachsen sind, als Erwachsene häufiger ab, als man auf Grund der umfassenden Indoktrination erwarten würde.“ Dies bedeutet für unsere Gesellschaft ein Problem, denn diese ausgestiegenen Menschen brauchen ganz besondere Hilfe um ein „normales“ Leben führen zu können. Falls diese Menschen einen Ausstieg schaffen, Scientology wird alles mögliche tun um dies zu verhindern; laufen sie Gefahr sozial und psychisch auffällig zu werden. Jahrzehntelang lebten sie in einem geschlossenen sozialen System. Nun sind sie auf sich selbst gestellt. Sie füllen sich einsam und verlassen. Äußern sie sich öffentlich gegen Scientology werden ihre engsten Verwandten, ihre Eltern und Geschwister jeglichen Kontakt abbrechen. Sie werden zu SP’s zu Unterdrückerischen Personen erklärt.
Scientology bot in der Vergangenheit den Aussteigern ein Gefühl der Geborgenheit, sie fühlten sich vermutlich aber auch erhaben, sie gehörten einer elitären Gruppe an, deren Sinn und Zweck es ist „die Welt zu klären“ bzw. zu retten. Durch diese Rettung blieb ihnen nicht mal mehr viel Zeit für sich selbst. Der Preis den die Sektenmitglieder zahlen müssen ist die Verdrängung der eigenen Identität. Dies macht sich z.B. auch an den den Uniformen bemerkbar, die die Mitglieder der scientologischen Eliteorganisation Sea Org tragen müssen. In der Sea Org wird ein Arbeitsvertrag nicht nur für dieses Leben geschlossen, sondern für die nächsten Milliarden Jahre.
Die Techniken, die Scientology zur Bewußtseinskontrolle seiner Mitglieder anwendet erinnert an „Gehirnwäsche bei Kriegsgefangenen“ (Hugo Stamm, „Sekten – Im Bann von Sucht und Macht). Auch Professor Hans Kind, hat in einem Gutachten Ähnlichkeiten aufgezeigt und dokumentiert. Dabei bezog er sich auf Sekten eigene Literatur und auf eigene Untersuchungen der psychischen Reaktionen von ehemaligen Scientologen. Seine Erkenntnis: Die Therapietechnik des Auditings versetzt die Scientologen in hypnoseähnliche Zustände. Kinder, die in Scientology hineingeboren sind, werden schon seit ihrer Geburt und sogar schon vor der Geburt auf die Gehirnwäsche durch das Auditing und durch die anderen scientologischen Techniken vorbereitet.
Um die scientologische Ausbildung der Kinder zu gewährleisten, werden diese schon in jungen Jahren auf scientolgisch geführte Schulen geschickt. Diese sind in Deutschland nicht gestattet, aber die Kinder werden z.B. auf Scientology Schulen in Dänemark geschickt. Besondere Eliteschulen für scientologische Kinder gibt es u.a. in Saint Hill, Großbritanien und in den USA. Sie werden Cadet Orgs genannt.
Weil geschulte Sektenmitglieder hohes Ansehen genießen, stufen die Eltern die Sektenerziehung höher ein als die Familienbande. Scientology lockert mit der Trennung von Kind und Eltern die emotionalen Bindungen. Familiäre Gefühle können der Sekte gefährlich werden, weil sie ein Gemeinschaftsgefühl außerhalb von Scientology vermitteln können. Außerdem können die Eltern durch die Fremd – Erziehung ihrer Kinder ihre Zeit voll und ganz der scientologischen Rettung der Welt und ihrer eigenen scientologischen Kariere widmen. Dies kann bei Scientology bis zu 70 Wochenstunden sein.
Die enormen Bemühungen der Sektenfänger um Kinder und Jugendliche zeigen: Die Indoktrination in den Cadet Orgs und in den scientologisch geführten Schulen und Internaten ist die effektivste Art Menschen in Scientology zu beheimaten.
L. Ron Hubbard wird aus der Sicht der jungen Scientologen als „göttlicher Übervater“ angesehen, in jeder Org gibt es für den verstorbenen Sektengründer ein Büro. Die Kinder und Jugendlichen folgen Hubbard als sog. Homo Novis (Übermenschen). Sie können eine Beziehung zu ihrem „göttlichen Übervater“ aufbauen, die rein ist und nie von Konflikten ihm gegenüber getrübt sein wird. Hugo Stamm erklärt hierzu:“Dieser Übervater dient auch als Mutterersatz, erlaubt eine symbiotische Beziehung und befriedigt den Wunsch nach mystischer Verschmelzung.“ Die Gruppe erscheint als ideale Gesellschaft von Brüdern und Schwestern, die alle von der gleichen Idee beseelt sind und die alle das gleiche Ziel haben, die Welt zu retten. Scientology bietet, aus der Sicht eines Scientologen betrachtet, die perfekte Familie.
In dieser „Scheinwelt“ können Eltern selbst die grausamsten Anordnungen noch als spirituelle Notwendigkeit schmackhaft gemacht werden. Die scientologischen Kinder sollen ja in einer „reinen“ bzw. “geklärten” Umwelt aufwachsen. Sind die Eltern sehr in der scientologischen Gruppe und Gedankenwelt eingebunden, dann scheint es so, als könnten Eltern ihre „Elterngefühle“ problemlos ohne Schuldgefühle unterdrücken. Hierzu ein Beispiel: “Kindern wird auch der Umgang mit ihren Eltern verboten bzw. den Eltern wird der Umgang mit ihren Kindern verboten, da die Kinder der Grund für Probleme des Erwachsenen sind. Diese Kinder sind eine „unterdrückerische Person“ für ihre Eltern und behindern das Fortkommen ihrer Mütter in Scientology. U.S. Sonntag, der gesagt wurde, daß ihr Sohn eine unterdrückerische Person sei, wurde das von Seiten der Org an einem Beispiel gezeigt. Unten „…in dem italienischen Restaurant einen Stockwerk tiefer als die Org saß ein kleiner Junge an einem Tisch allein und aß, seine Mutter saß getrennt von ihm an einem anderen Tisch, man sagte mir, der Junge wäre der `Unterdrücker´ seiner Mutter, und die Mutter muß ihn handhaben und sich von ihm trennen, um weiter zu kommen.“
Scientology versteht es Ängste und seelische Defizite auszunutzen. Mit ihren Indoktrinationsmethoden legt Scientology den Finger auf die seelischen und sozialen Wunden ihrer Mitglieder und erschwert einen Ausstieg, da die Scientologen glauben nur Scientology bietet ihnen ein zu Hause, eine Familie oder einen geschützten Raum. Gerade für die Scientologen in der 2. oder 3. Generation muss die Außenwelt (genannt WOG – Welt) fremd und andersartig vorkommen.
Wies sieht die Zukunft der „Scientology Kinder“ aus? Wenn ihnen der Ausstieg wirklich gelingt, dann sind sie auf Hilfeeinrichtungen, Sektenberatungsstellen und spezielle Rehabilitationseinrichtungen angewiesen. Sollte es den „Scientology Kindern“ nicht gelingen auszusteigen, werden sie wahrscheinlich Führungspostionen übernehmen, weitere Indoktrination und Leid bringen und durch sie wird eine weitere Generation von Scientologen heranwachsen.
In jedem Fall ist der Ausstieg aus Scientology für diese Menschen ein sinnvoller und richtiger Weg, denn nur so können sie ein Leben in wirklicher Unabhängigkeit und Freiheit genießen. Dies wird von Aussteigern immer wieder betont. Das ist der einzig wahre Weg zum Glücklichsein und die Brücke zur wirklichen Freiheit.