Eine Mail von OSA und die Antwort von Anonymous

In den letzten Tagen wurde ein Anonymous Aktivist von einem OSA – Mitarbeiter aus Berlin via Gute Frage. net angeschrieben. Leider ist es dem Anonymous nicht möglich dem OSA Staff via Gute Frage.net zu antworten, weil der OSA Staff diesen Anonymous nicht in seiner Freundesliste hat und alle potentiellen Fragestellern somit keine Möglichkeit haben Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Da ich weiß, dass dieser eine OSA Staff meinen Blog liest und auch kommentiert, habe ich mich dazu entschlossen, den Schriftverkehr zu veröffentlichen.

<OSA Staff schreibt:>

Lieber XXX,

jetzt war ich doch tatsächlich für einen Moment sprachlos! Da schaue ich mir nach all den negativen Kommentaren, die Du gegen Scientology postest, mal Dein Profil hier an und auf was stoße ich?

Ein Schulkind!

Das hätte ich tatsächlich nicht erwartet. Und Du schreibst auch den „berlinonymus“-Blog – schaffst Du das denn neben der ganzen Schule und den Bewerbungsgesprächen? Wink

Nein, Scherz beiseite. Ich wollte Dich einmal fragen, woher Deine Abneigung gegen Scientology kommt. Es ist ja eine Sache, wenn man den Unsinn über Scientology aus den Medien glaubt und daher schlecht darüber denkt, oder ob man dann tatsächlich aktiv etwas dagegen unternimmt. Was ist also Dein Antrieb? Bekommst Du dafür Geld? Oder was ist es?

Trotzdem mit freundlichen Grüßen, Robin

</OSA Staff schreibt>

Ein Anon (Magnum) hat sich die Mühe gemacht, dass was der OSA Staff schreibt für den Normalmenschen (von den Scientologen Wogs gennant) zu übersetzen.

<Magnum übersetzt>

Ey du verabscheuungswürdiger SP,

ich bekam die Order von meinen Chefs, den Kritikern unserer einzig wahren Organisation hinterherzuspionieren und sie einzuschüchtern und dabei merkte ich, dass du ein von Enthetapersonen unterrichteter Schüler bist. Es ist kein Wunder, dass du gegen Scientology bist, denn das ist dass, was man in der Schule und sowieso von allen Medien eingetrichtert bekommt!

Ich wusste schon vorher, dass bei euch junge Leute mitmachen und darunter natürlich auch Schüler sind, tue jetzt aber mal auf überrascht, damit das hier noch eindrucksvoller wirkt. Du schreibst ja auch den Blog, machst die Webseite, meldest die Demos an, machst die Kostüme, denkst dir Spiele aus, schreibst Reden, organisierst die Demos insgesamt, betreibst die Webseite, … wie schaffst du das denn alles neben deinen kriminellen SP-Tätigkeiten?

Also jetzt mal im Ernst: Wieso bist du gegen Menschenrechte und die einzig wahre Religion? Wieso glaubst du den Enthetascheiß aus den Medien und demonstrierst für Geld – und das ist ein Fakt, wir haben Nachweise dafür, dass Zahlungen aus der Pharmaindustrie an euch geflossen sind! – gegen uns?

Bitte beantworte die Fragen. Wir brauchen unbedingt neue Enthüllungen über einzelne Anons für neue Flyer!

Mit abscheulichen Grüßen
Robin </Magnum übersetzt>

… und so antwortet das Anonymous – Kollektiv:

<Antwort Anonymous>

Lieber Robin,

vielleicht weißt du es schon, aber falls dem nicht so ist, hier die Information: Dies ist eine Kollektivantwort Anonymous Berlins. Pretorian wäre auf jeden Fall auch in der Lage, deine Nachricht zu beantworten, aber da wir so gerne alles im Schwarm machen, machen wir das auch hier so.

Empfohlen wird, dir Ludovico Einaudis Lied „Primavera“ anzumachen, während du unser Briefchen liest: youtube.com/watch?v=Kqq3zMi1bTw Möglicherweise ist es der Kürze dieses Briefchens wegen sinnvoll, auf ca. Minute zwei vorzuspulen, damit die volle Dramatik des Liedes dich erfassen kann.

Bevor wir als Kollektiv (und jeder Einzelne von uns) mit den Demonstration gegen euch anfingen, hatten wir viel über euren Umgang mit Kritikern gehört und besonders aus den USA hört man heute noch viel über illegale Überwachungen, Einbrüche und Nachstellungen. Die sogenannte „noisy investigation“ ist bei euch ja voll im Trend. In Deutschland hatten wir bisher wenige dieser Fälle, doch wir möchten dich an Ackerland erinnern, einen übelst korrekten Typen, der sich in euren Augen das unfassbare Recht herausnahm, gegen Scientology zu demonstrieren und deshalb kriminell sein musste. Außerdem BigBigCool, der die offenbare Verbindung von den Kumquats-Handpuppen zu Scientology auf einem Flyer veröffentlichte und dafür von Scientology auf mehrere tausend Euro verklagt und verurteilt wurde.

Dann kam der Dezember 2012 und wir fanden eure schicken Flyer, in denen vier Berliner Anons „gedoxxt“ (den Begriff kennst du bestimmt) wurden. Naja, zumindest glaubt ihr das. Ihr glaubt ja schließlich auch, dass alle vier Anons auf dem Flyer noch aktiv sind. Aber darum geht es nicht, sondern es geht um die Anwendung der sogenannten Fair-Game-Richtlinie, die dein Guru L. Ron Hubbard erlassen hat. Sie wurde nicht annulliert, sondern Hubbard ließ lediglich die Benutzung des Wortes Fair Game nicht mehr zu, da dies einen schlechten Eindruck nach außen machte. Ihr richtetet euch also streng nach den Regeln Hubbards, indem ihr unsere Identitäten in eurem Flyer veröffentlichtet. Die Intention war laut des Flyers, uns einen Namen zu geben „in der Hoffnung, dass der vermeintliche ‚Mut‘ schwindet und die Übergriffe abflauen“. Weißt du, was wir glauben? Wir glauben, dass ihr diese Flyer herausgegeben habt, weil ihr Druck von oben bekommen habt. Weil euch gesagt wurde, dass ihr irgendetwas machen sollt, was unsere seit nunmehr mehr als fünf Jahren stattfindenden Demonstrationen stoppt. Ihr und möglicherweise Kopenhagen erhofftet euch, uns mit diesen Flyern den Wind aus den Segeln zu nehmen und uns einzuschüchtern.

Nun kommt deine Nachricht an den gutefrage.net-Benutzer XXX und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass OSA/ihr/du auf Informationssuche bist, um Material für neue Repressionen bzw. Flyer zu sammeln. Doch weißt du was? Wir werden dir den Gefallen nicht tun. Ganz im Gegenteil sagen wir dir: Wir lassen es nicht zu, dass ihr einzelne von uns herauspickt und diese einschüchtert. Wir sind ein Kollektiv, jeder steht hinter jedem und selbst falls ihr es schaffen solltet, Menschen aus Anonymous zu ekeln (dafür müsstet ihr wirklich scharfe Geschütze auffahren), werden dafür mehrere neue kommen. Hast du eigentlich eine Ahnung davon, wie große Wellen der Flyer geschlagen hat und wie viele neue Aktivisten bei uns deshalb mitmachen? Natürlich verdünnt sich mit der Zeit immer wieder alles und die Sensation flaut ab – aber glaubst du, dass es ein Zufall war, dass wir bei der Februardemo, unserem fünfjährigen Geburtstag, fast 70 Anonymousaktivisten waren? Selbst wenn man die aus anderen Orten kommenden Leute abzieht, waren wir viele. Wir werden dich und deine Gurkentruppe nicht zu neuen Flyern auffordern, müssen aber auch sagen, dass es im Aspekt der quantitativen Verstärkung durchaus hilfreich war. Ihr habt dem Feuer der anonymen Leidenschaft neuen Sauerstoff gegeben, als ihr versuchtet, es auszupusten.

Robin, eine Frage möchten wir dir stellen: Kannst du dir im für dich natürlich völlig unvorstellbaren Fall, dass wir doch gar nicht die kriminellen und von der Pharmaindustrie bezahlten Gangster sondern engagierte und eine unseres Erachtens gefährliche Organisation bekämpfende Menschen sind – kannst du dir bei Eintreten dieser Erkenntnis vorstellen, dies deinen Vorgesetzten und Mitscientologen gegenüber zu äußern? Kannst du dir vorstellen, zu Ingo zu gehen und zu sagen: „Ach, Ingo, weißt du: Eigentlich sind diese Anonymousleute gar nicht so schlecht. Mit ein paar Kritikpunkten, die sie vorbringen, stimme ich sogar überein.“ Ja? Nein, oder? Warum nicht? Gehört das nicht zu einer freien und unter der kommunikationsfördernden Maxime des Gründers stehenden („Communication is the universal solvent.“) Organisation bzw. „Religion“?

Wir haben rein gar nichts gegen dich persönlich, Robin. Wir haben auch nichts gegen Sabine, Ingo, Peter, Lisa, Joachim und fast alle anderen Scientologen. Es ist die Quelle des Übels namens Scientology (nämlich L. Ron Hubbard) und die aktuelle Führungsspitze, die uns ein Dorn im Auge ist und die bzw. deren Erzeugnisse wir bekämpfen. Wir würden dich und deine Mitscientologen niemals körperlich oder verbal angreifen. Verbale Entgleisungen sind natürlich möglich und wohl auch schon passiert, sind aber nicht Sinn und Zweck unseres Aktivismus‘ und lediglich auf die Beschränktheit der die beleidigenden Aussagen tätigenden Aktivisten zurückzuführen. Körperliche Angriffe fanden bisher ausschließlich von Scientologys Seite statt. Du kennst die Videos, das wissen wir.

Wichtig zu betonen ist, dass „wir“ in diesem Briefchen lediglich für den Teil der Berliner Anonymousaktivisten steht, die an der Verfassung dieses Briefchens mitgewirkt haben. Aber wie wir euch kennen, reißt ihr euch wieder einzelne Teile dieses Briefchens heraus, steckt sie so aneinander, dass sie völlig ursprungsfremd und bedrohlich klingen und bezieht das dann auf die „Mitglieder“ der „Anonymousorganisation“. Naja, viel Spaß dabei, aber beeindrucken könnt ihr uns damit nicht und auch sonst fällt niemand mehr auf euch herein. Merkte man ja erst vor kurzem an eurem kläglich gescheiterten Versuch, eine Werbeagentur zu finden.

Vielleicht könnt ihr euch ja mal etwas neues einfallen lassen und uns richtig Glut unter dem Hintern machen? So ein paar neue Leute bei den Demos wären schön.

Trotzdem ehrlich gemeinte freundliche Grüße
Anonymous Berlin </Antwort Anoynmous>

Qwert was sagste dazu??? Ich fände es eigentlich mal ganz toll, wenn ihr euren Weg auf eurer Brücke ins Nichts weiter fortsetzt und nicht immer irgendwelche Leute behelligt. Schon komisch was Scientology alles so handhaben will und muß. Es kann OSA doch einen „Scheiß“ interssieren, was andere Menschen denken und schreiben, wenn Scientology eine weiße Weste hätte.

10 Gedanken zu “Eine Mail von OSA und die Antwort von Anonymous

  1. 70 Anonymusse bei der Berliner Februar-Demo. Und das trotz der Kälte! Ich bin beeindruckt.

    Auch von der sachlich formulierten und sehr treffenden Antwort.

  2. Verehrtes Kollektiv, ( Würg )

    Na ja, es waren 63, der kleine Berliner Kader für eine 4 Millionenstadt doch verschwindend gering. Und stehen einer hinter dem anderen?
    Antike Schlachtformation oder wie ist das zu verstehen?

    Viel Spaß noch weiterhin beim Fähnchen schwenken !

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