Video: Die dunkle Seite Scientologys

Im Jahre 1997 sendete die ARD einen sehr guten Bericht über die Scientology Organisation. Ich habe ihn lange gesucht und nun in einer englischen Version gefunden. Leider kann ich die deutsche Version nicht mehr finden, aber sollte ein Leser wissen, wo sie sich befindet, wäre ich um eine kurze Mail oder einen kleinen Kommentar dankbar.

Nun das Video in 6 Teilen und im Anschluss poste ich noch das deutsche Transcript.

 

Transcript

Garry Scarff und die Mordaufträge II

 

Die dunkle Seite von Scientology, ein Film aus der Reportagenserie Gesucht wird …, gesendet im 1. Programm der ARD am 2. April 1997, gedreht von den TV – Journalisten Botros und Koch aus Bremen:

February 1997, Los Angeles. Wir haben die Polizei zu Hilfe gerufen. Unser Kronzeuge, Garry Scarff, ehemaliger Scientology – Agent hat einen Nervensusammenbruch erlitten.

Garry Scarff: Sie werden mich umbringen und sie wissen wo meine Eltern leben.

5 Tage zuvor, Clearwater, Florida. Dreharbeiten vor dem Hotel Fort Harrison, dem geistigen Zentrum von Scientology. Sofort werden wir von einem Sicherheitsmann der Organisation fotografiert. Garry Scarff kennt das Spiel. Bis 1992 stand Scarff auf der anderen Seite, war Scientology – Agent, dann stieg er aus und wurde zum erbitterten Gegner. Wochen zuvor hat er uns von Straflagern, mysteriösen Todesfällen, ja sogar von, im Jahre 1991, geplanten Mordanschlägen erzählt. Diesen schweren Vorwürfen gegen die Organisation wollen wir nachgehen. Scarff hier rechts, will uns dabei unterstützen. In userer Begleitung ist auch Martin Ottmann aus Stuttgart, links, er arbeitete bus 1992 als Mitglied der paramilitärisch ausgerichteten Sea Org, der Eliteeinheit von Scientology hier in Florida

Die Anwesenheit von Scarff und Ottmann, versetzt die Scientology – Mitarbeiter in große Nervosität. Nie zuvor sind Aussteiger, die so intime Kenntnisse besitzen, mit so massiven Vorwürfen im Fernsehen aufgetreten.

1. Scientologe: Wieviel kriegt ihr dafür bezahlt?

2. Scientologe: Also was hier abgeht das ist ein Witz.

Garry Scarff: Ich war Mitarbeiter, des „Office of Special Affairs“ OSA, das ist so etwas wie der Geheimdienst von Scientology. Da gibt es die Schaltzentrale, den berüchtigten „Ware – Room“ im Hauptquartier in Los Angeles. Die Organisation verfügt dort über ein ausgeprägtes Computer – und Kommunikationsnetz, das Informationen über die Aktivitäten von Scientology – Kritikern weltweit zusammenträgt und auswertet, rund um die Uhr.

Über sein Tätigkeit für das „Office of Special Affairs“, hat Scarff umfassende Aussagen unter Eid gemacht.

Reporter: Warst Du an irgendwelchen kriminellen Aktivitäten beteiligt?

Garry Scarff: Es gab mal einen Auftrag, über den ich später unter Eid aussagen sollte. Ich habe damals mein Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch genommen und würde es heute wieder tun, weil ich sonst für sehr lange Zeit ins Gefängnis wandern würde. Die Einnahmen aus diesem Einsatz sind direkt an den Geheimdienst OSA geflossen.

Vorbesprechung für die Dreharbeiten am nächsten Tag. Wir wollen versuchen, angebliche Häftlinge der Organisation aufzuspüren. Das sogenannte Rehabilitationsprojekt „RPF“ sei in Wirklichkeit ein Arbeitslager der Sea Org, sagt Garry, für Mitglieder die auf ihrem Posten versagt hätten. Auch wer nicht genügend Umsatz mache, müsse in Arbeitslager. Martin Ottmann hat regelmäßig in einem Wohnkomplex von Scientology, der sogenannten „Hazienda“, schwarz gekleidete Strafarbeiter beobachtet.

Früh am nächsten Morgen auf dem Weg zur „Hazienda“. Wir rufen uns noch einmal die Anweisungen der Organisation für das sogenannte Rehabilitationsprojekt in Erinnerung:

Persönliche Einschränkungen und Bestrafungen:

darf nur sprechen, wenn er selbst angesprochen wird,

schläft und ißt in einem getrennten Bereich,

hat keine Freiheiten.

Garry Scarff: Da ist ein Strafarbeiter. Da findet ein Treffen statt. Die sitzen da im Kreis zusammen. Da ist er, da ist er, er macht eine Sicherheitsüberpüfung. Er läuft, seht ihr, er läuft.

Martin Ottmannsagt, die Häftlinge müßten ständig in Bewegung sein. Mitunter zur Strafe, tagelang um einen Baum laufen.

Reporter: Was verbirgt sich hinter dem Begriff Rehabilitationsprojekt?

Ottman: Also es ist ein Straflager sozusagen, also so stelle ich mir ungefähr ein Gulag im stalinistischen Rußland vor.

Reporter: Wie hat man sich als Laie so ein Straflager vorzustellen?

Ottmann: Man bekommt zürt schwarze Kleidung, die man tagtäglich tragen muß. Man muß am Tag mindestens 16 Stunden arbeiten. Man muß sich 5 Stunden mit dem eigenen Fall auseinandersetzen. Und man hat dann keinerlei Kontakt mehr zur Außenwelt.

Reporter: Aber die Leute fliehen doch nicht, sie könnten doch fliehen und fliehen nicht.

Ottman: Ja, aber sie sind abhängig davon. Sie sind abhängig gemacht worden und sie haben sich abhängig gemacht von Scientology. Ihr Leben hängt nach ihrer Ansicht nach völlig von Scientology ab und sie lassen sich lieber derartig erniedrigen, als daß sie sich von Scientology abwenden.

Auf dem Weg nach Cape Corell. Martin hat uns empfohlen mit Hana Whitfield zu sprechen. Wir lesen noch enmal, was sie unter Eid ausgesagt hat: „Sea Org – Mitglieder wurden oft gefangengehalten, in einem dunklen, schmutzigen und stinkenen Loch, in dem die Ratten zu Hause waren.“ Garry und Hana Whitfield waren Jahre lang Mitglieder der Eliteeinheit Sea Org. Hana brachte es sogar zum Deputy Commodore, zur Stellvertreterin des Scientology – Gründers Hubbard.

Hana Whitfield: Diese Fotos wurden Anfang der 70er Jahre aufgenommen. Das bin ich in der Mitte. Das ist Diana die älteste Tochter von Ron Hubbard und seiner dritten Frau Mary Sü. Hier bin ich wieder. Das ist Hubbards Tochter und das sein Sohn Qüntin. Meine Loyalität zu Scientology galt ohne jede Einschränkung, dennoch wurde ich beschuldigt schlechte Gedanken über Hubbard zu haben. Das war mein angebliches Verbrechen. Ich wurde von zwei kräftigen Männern zu einem Bereich im Fort Harrison geschleppt, der an die Garage grenzt. Das Straflager war auf der 2. und 3. Etage untergebracht. Ich wurde etwa 2 Tage lang in einem fensterlosen Raum eingesperrt, ganz allein. Ich hatte kein Bett gar nichts. Nur eine Matraze auf dem Boden. Die Lichter waren manchmal an, manchmal aus. Wir mußten viele Reparaturarbeiten leisten. Wir haben die Drecksarbeit gemacht. Die Badezimmer und Klos gereinigt. Und als sie Bauarbeiten im Fort Harrison durchführten mußten wir den Bauschutt aus den obersten Etagen in Eimern runtertragen und dann den Mörtel hochschleppen. Wir durften die Fahrstühle nicht benutzen.

Hier die dreigeschossige Garage des Fort Harrison, und eine schwarz gekleidete Scientologin, offenbar eine Strafarbeiterin. Hanas Mitgefangene Linn wurde im Keller sogar angekettet.

Hana Whitfield: Sie arbeitete für das Guardian Office, heite heißt das „Office of Special Affairs“, OSA, und ist so etwas wie die CIA in Scientology. Die Undercover – Spionage – Abteilung der Organisation. Linn hatte den Auftrag, gewisse Ermittlungen in Washington durchzuführen. Dabei hatte sie Unregelmäßigkeiten festgestellt und wollte, daß: der Fall untersucht wird. Ihre Vorgesetzten waren aber entschieden dagegen, wollten das ganze vertuschen. Also wurde Linn ins Straflager im Fort Harrison geschickt. Da haben sie Linn an ein Rohr gekettet. Sie war etwar 2 – 3 Wochen im Keller eingesperrt. Sie schlief da unten, sie aß da unten, sie wurde gezwungen die Rohre zu putzen. Manchmal überlegte ich, die Polizei um Hilfe zu rufen. Aber sofort darauf kam der Gedanke, das wäre das größte Verbrechen gegen Hubbard und die Organisation. Das kannst du auf gar keinen Fall machen.

Wir sind mit Sergeant Greg Tita verabredet, dem stellvertretenden Sheriff von Pinellas County, in der die Scientology – Hochburg Clearwater liegt. Wir haben erfahren, daß es in der Organisation sogar Straflager für Kinder geben soll. In einem internen Bericht ist von Kadetten, die Rede, die zu fliehen versuchten.

Tita: Ich habe hier Kadetten die abgehaün sind, die ins Kinderstraflager kommen müßten. Auch in Pinellas County hat man Erfahrungen mit Scientology – Kindern. Meine Kollegen stellten bei einem Besuch der Kadettenschule Anzeichen von Verwahrlosung und Mißhandlungen der Kinder fest. Sie verfaßten einen Bericht und der Fall wurde an das Jugendamt weitergeleitet. Doch Scientology klagte gegen die Veröffentlichung des Berichts in der Presse und hatte Erfolgt. Er ist bis heute unter Verschluß. Ich glaube nicht, daß es bei dem Streit um die Ermittlung an sich ging, es sollten einfach keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Ariane Jackson kann einschätzen, was mit Scientology – Kindern passiert. Sie wurde gezwungen sich von drei ihrer vier Kinder zu trennen.

Ariane Jackson: Da waren sie zwei, vier und sechs Jahre alt. Scientology steckte sie in eine Kinderanstalt, machte später Kadetten aus ihnen. Das war vor etwa 10 Jahren.

Später hatte sie nur noch sporadisch mit ihnen Kontakt. Seit Ariane Scientology den Rücken kehrte, darf sie ihre Kinder gar nicht mehr sehen.

Reporter: Können Sie sich noch an den Abschied erinnern?

Ariane Jackson: Ich hasse es daran zu denken. Sie stiegen in einen besonderen Bus. Ein alter Mann der Sea Org riß mich weg und schob mich ins Auto. Ich konnte ihnen gerade noch zuwinken und dann fuhren wir zum Flughafen.

Reporter: Passiert so etwas öfters, daß Kinder von ihren Eltern getrennt werden?

Ariane Jackson: Ja.

Reporter: Kennen Sie andere Fälle?

Ariane Jackson: Ja, wenn sich die Partner trennen bei einer Scheidung und einer von ihnen in der Sea Org ist, dann ist das die bessere Person. Also werden ihr die Kinder von der Organisation zugesprochen. Denn was gibt es besseres für seine Kinder als Scientology – Erziehung, Scientology – Schulen, einfach Scientology alles.

In Sichtweite des Hotels Fort Harrison, dem Zentrums von Scientology in Florida, residiert die Polizei von Clearwater. Hier treffen wir am nächsten Tag Ariane Jackson wieder. Martin Ottmann hat sie überredet im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens auszusagen, das die Polizei z. Zt. gegen die Organisation führt. Es geht um den mysteriösen Tod einer jungen Scientologin, die zuletzt im Fort Harrison lebte. Auch Garry Scarff will die Untersuchungen unterstützen und hat den Ermittlungsbehörden seine Hilfe angeboten.

Lisa McPherson hier mit ihrer Mutter, starb im Dezember 1995 unter mysteriösen Umständen kurze Zeit nachdem sie einen Scientology – Kurs erfolgreich absolviert hatte. Lisa habe aussteigen wollen, sagt der Anwalt der Familie. Nach einem Nervenzusammenbruch, 17 Tage vor ihrem Tod, habe die Organisation sie im Fort Harrison völlig isoliert.

Kennan G. Dandar (Rechsanwalt): Aus unseren Nachforschung geht hervor, daß sie bewuszlig;tlos war. Sie erhielt keine Nahrung, kein Wasser. Sie war extrem ausgetrocknet. Bevor sie das Bewußtsein verlor, trommelte sie gegen die Wände.

Reporter: Woher wissen Sie das?

Anwalt: Die Scientologen selbst haben zugegeben, daß sie gegen die Wände trommelte.

Laut Autopsiebericht muß Lisa vor ihrem Tod starke Medikamente erhalten haben.

Reporter: Um sie ruhigzustellen?

Anwalt: Ob sie aufgrund des Beruhigungsmittels ins Koma fiel oder, ob sie einen psychischen Zusammenbruch erlitt, der zum Koma führte, auf jeden Fall haben sie erst sehr spät beschlossen, sie in die Klinik zu bringen. Und anstatt sie zum nächstgelegenen Krankenhaus zu fahren, was nur ein paar Straßen entfernt liegt, wurde sie 20 Meilen zum „Columbia New Port Ritchie Hospital“ gebracht. Dort arbeitet ein Scientology – Artzt. Den haben sie vorab angerufen. Der sagte ja bringt sie zu mir.

War Lisa schon tot, als sie im Krankenhaus ankam? Nach Angaben des Scientology – Artztes in der Klinik, starb Lisa in der Notaufaufnahme an den Folgen einer bakteriellen Infektion. Ist der Bericht manipuliert? Dort steht jedenfalls ein falsches Geburtsdatum. Außdem sagen die Pathologen die Lisa McPherson obduzierten, sie hätten keine Anzeichen einer Infektion gefunden. Sie sei vielmehr an schwerem Flüssigkeitsverlust verstorben. Scientology klagt gegenwärtig vor dem Gericht in Clearwater auf die Herausgabe der bei der Autopsie gewonnenen Proben. Der Fall hat erheblichen Staub aufgewirbelt. Starb Lisa McPherson, weil sie eingesperrt wurde und weil man ihr jegliche medizinische Hilfe verwehrte? Genau dieser Frage geht Sergeant Wayne Andrews nach, der die polizeilichen Ermittlungen im Fall McPherson leitet. Zu einem Interview ist er nicht bereit. Er läßt uns aber im Polizeiarchiv zu anderen Fällen recherchieren. Wir stoßen auf eine Reihe von seltsamen Todesfällen, die es in den letzen 20 Jahren unter den Gästen von Fort Harrison gegeben hat. Darunter waren auch deutsche Scientologen.

Südlich von Clearwater. An dieser Stelle entdeckte Sergeant Greg Tita, der damals noch bei der Wasserschutzpolizei arbeitete, am 2. November 1985 die Leiche eines Mannes im Wasser. Es handelte sich, wie sich später herausstellte, um den 38jährigen Deutschen Andreas O., Chef der Stuttgarter Scientology-Mission. Der weilte offenbar schon seit Monaten in Florida. Scientology war mit ihm und seinen Umsätzen unzufrieden, hatte ihm Spezialkurse verordnet. Trotz Schwimmverbots und aufkommenden Sturms, war der Deutsche zwei Tage zuvor ins Wasser gegangen. Er glaubte, so erfahren wir später, als Scientologe übernatürliche Kräfte zu besitzen. Laut Polizeibericht hatten sich die Scientologen vor dem Fund der Leiche gemeldet und einen falschen Namen des vermißten Deutschen durchgegeben. Um die Polizei in die Irre zu leiten? Tita fand das etwas merkwürdig.

Es gibt noch andere Todefälle unter den Gästen des Scientology – Hotels Fort Harrison, die z. T. ungeklärt, zu den Akten gelegt wurden:

1980 Selbstmord: Die Frau litt unter Depressionen, durfte keine Medikamente dagegen nehmen.

1980 Rätselhafter Tod in der Badewanne in kochend heißem Wasser. Wahrscheinlich ertrunken.

1988 Tod durch Ertrinken. Umstände ungeklart, Unfall, Mord oder Selbstmord.

1989 Tod im Keller neben den Heizungskesseln, Kohlenmonoxydvergiftung.

1988 Tod in Zimmer 758, das Opfer, ein 31jähriger Deutscher.

Laut Ermittlungsakten starb Heribert P. in der Nacht auf den 28. August 1988 an einem schweren epileptischen Anfall, schlug dabei mit dem Kopf auf dem Nachttisch auf. Er war bis Anfang 1988 von dem Münchner Arzt Dr. Klaus Ballin behandlet worden. Der weilte zufällig zur gleichen Zeit als Scientology – Anhänger im Fort Harrison. Das Hotel verfügt auf der Rückseite über einen Swimming Pool, an dem man zwischen den teuren Kursen entspannen kann. Auch Heribert P., Sohn eines wohlhabenden Bauunternehmers, genoß offenbar bis zu seinem Tod das Leben im Scientology – Refugium.

Zurück in Deutschland, in Friedrichshafen am Bodensee. Hier lebte der Deutsche. Wir wollen dem Fall nachgehen, denn die Polizeiunterlagen haben uns stutzig gemacht. Dort gibt der Scientology – Arzt an, er habe seinem Patienten, trotz regelmäßiger Anfälle, Vitamine verschrieben, statt ihn mit anfallhemmenden Medikamenten zu behandeln. Die wurden bei der Obduktion auch nicht im Blut entdeckt. Die Scientologen hätten ihrem Sohn die Heilung auch ohne Medikamente versprochen, sagt die Mutter, mit teuren Kursen in Florida. Heribert sei gleich nach der Hochzeit, auf Empfehlung seiner Ehefrau, von dem damaligen Scientology – Arzt Ballin behandelt worden. Die Mutter ist außer sich. Auch heute noch.

Mutter: Bei dieser Organisation spielt ein Menschenleben keine Rolle. Man kann doch nicht so leichtfertig jemandem etwas versprechen, was nicht eingehalten werden kann.

Reporter: Glauben Sie, daß der Tod ihres Sohnes Heribert zu verhindern gewesen wäre, wenn er weiterhin Medimakente genommen hätte?

Mutter: Unbedingt.

Die Mutter glaubt, Heribert wollte Riesensummen an Scientology spenden.

Mutter: Erst nach dem Tod erfuhren wir, er hat von Florida aus eine Bank angerufen und einen Kredit gefordert von einer halben Million, mit der Begründung, er möchte sich Immobilen zulegen in Florida.

Reporter: Und was glauben Sie, wofür das Geld wirklich sein sollte?

Mutter: Das wäre nur Scientology zugeflossen.

München: Wir suchen das Gespräch mit dem Internisten Dr. Klaus Ballin. Wie konnte er verantworten, seinem epilepsiekranken Patienten die Medikamente zu entziehen? Ballin will sich nicht vor der Kamera äußern. Er nimmt lieber schriftlich Stellung:

Er habe damals Vitamine und Scientology – Konzentrationsübungen für eine alternative Behandlung gehalten. Obwohl er sich inzwischen von der Organisation getrennt haben will, weiß er jede Mitschuld am Tod des Epileptikers Heribert P. von sich.

Wir zeigen Professor Günther Schwendemann die Dokumente über den Fall. Er leitet die Neurologie am Krankenhaus Bremen-Ost. Vitamine sagt Schwendemann, seien bei Epilepsie völlig unwirksam.

Schwendemann: Es verstößt gegen die Grundsätze der Therapie, bei einem Patienten, der jede Nacht Anfälle bekommt, dann das Medikament abzusetzen, anstatt nachzuschauen, welches richtige Medikament für ihn geeignet ist. Und nochmals Vitamine und Mineralien haben keine Wirksamkeit gegen Anfälle, so daß man sagen kann, mit aller größter Wahrscheinlichkeit wäre der Patient bei einer adequaten Behandlung heute noch am Leben.

Flughafen Los Angeles: Wiedersehen mit Garry Scarff. Er is nicht überrascht als wir ihm vom Fall des Epileptikers aus Friedrichshafen erzählen. Garry hat sich bereit erklärt, uns zu helfen, bei der Suche nach einer Abtreibungsklinik, sowie Strafarbeitern und Kinderlagern, von denen Aussteiger berichten. Er kehrt damit erstmals an seine alten Wirkungsstätten zurück, muß also damit rechnen, seinen Ex – Bossen über den Weg zu laufen.

Am nächsten Morgen. Besichtigungstour des Scientology – Hauptquartiers.

Scarff: Hier im mittleren Gebäude hatten sie zu meiner Zeit Sträflinge eingesperrt.

Einige Wochen zuvor, hatten wir an dieser Stelle tatsächlich Scientology-Häftlinge bei der Arbeit beobachtet.

In den Büros des „Office of Special Affairs“, dort oben, sei 1991 ein Mordkomplott ausgeheckt worden, gegen eine Sektengegnerin. Das habe ihn dann zum Ausstieg bewogen, sagt Scarff.

Scarff: Es war die schlimmste Tat, die ich ausführen sollte, die jemals von einem verlangt werden kann, nämlich das Leben eines anderen Menschen auszulöschen. Es ist ungeheürlich, in einer Sektengegnerin einen Feind solchen Ausmäßes zu sehen, daß mir so etwas befohlen wurde, es war ein Befehl, keine Bitte. Ich wurde unter Druck gesetzt. Diesen Mord auszuführen. Der Plan war, daß sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren sollte, nachdem von mir die Bremskabel durchtrennt worden waren. Falls dies nicht funktionierte, sollte ich ihren Wagen von hinten rammen, um einen Unfall zu verursachen. Ich sollte alles tun, um sicherzustellen, daß sie tot ist. Falls sie den Unfall doch überleben sollte, hatte ich den Auftrag sie mit einem Kissen zu ersticken.

Auch diese ungeheürlichen Beschuldigungen, die von Scientology bestritten werden, hat Scarff unter Eid bezeugt.

Scarff: Als wir über den Mord über die Sektengegnerin sprachen, war die Stimmung sehr ausgelassen. Es wurde viel gelacht. Das ganze schien ein großer Spaß zu sein. Es war ein Gefühl von Macht. Macht, die wir über dieses Individuum haben würden. Und dann sprachen wir darüber, was zu tun wäre, falls die Ermittlungsbehörden so schnell reagieren sollten, daß ich nicht mehr fliehen könnte. In diesem Fall sollte ich TKO machen. TKO = „Total Knock Out“, also Selbstmord. Und man zeigte mir genau wie ich das machen muß. Einer nahm seinen Finger, als wäre er ein Revolver und drückte ihn in seinen Mund. Er müsse nach oben zeigen, damit die Kugel den Gehirnstamm durchschlage. Und dann sagte er mir, falls du nicht sofort stirbst, dann ist wenigstens dein Gehirn Zerstört und du kannst nicht reden und bist nur noch eine leblose Hülle.

Scientology bestreitet auch dies.

Wenig später, mitten in Los Angeles. Hochrangige Leute aus Garrys ehemaliger Abteilung überfallen uns mit Kameras. Sie müssen uns verfolgt haben.

Reporter: Was das soll?

Scientologen: Wir machen einen Film über euren Film.

Elliot Abelson ist Rechtsberater von Scientology International, Mike Rinder ist Chef des Geheimdienstes und Lisa Goodman seine Mitarbeiterin, offiziell Pressesprecherin. Dann kommt es zur Konfrontation zwischen Garry Scarff und Mike Rinder. Sie beschimpfen sich gegenseitig als Lügner.

Rinder: Garry, you are a liar!

Scarff: No, Mike you are the liar!

Rinder: No, you are, Garry, Garry!

Scarff: Mike!

Rinder: Garry! …

Rinder beschuldigt Garry, Jahre zuvor als Mitarbeiter einer Anti- Sekten – Organisation öffentlich gelogen zu haben.

Scarff: Ja, alles was ich im Auftrag von OSA gemacht habe, war eine Lüge.

Im Büro des Rechtsanwaltes Graham Berry in Los Angeles. Garry zeigt uns Fotos aus seiner Zeit bei Scientology. Der Anhang seiner „Eidesstattlichen Versicherung“ umfaßt schätzungsweise als 1000 Seiten Dokumente.

Graham Berry vertritt eine Reihe von Scientology – Gegnern, hat Garry im Rahmen eines der Verfahren, um eine sogenannte „Deposition“, eine Vernehmung unter Eid gebeten. Sor wurde der ehemalige Scientology – Agent zum Kronzeugen für die angeblich kriminellen Machenschaften der Organisation.

Graham Berry: Die Vernehmung von Scarff daürte sehr lange. Es gab zahlreiche Versuche seitens der Scientology – Anwälte seine Aussagen zu unterbinden. Sie behaupteten immer wieder, Scarff sei nicht glaubwürdig. Die Beweise seien nicht relevant. Wir würden die Kirche belästigen usw.. Trotz all dieser Einwendungen verfügte der zuständige Richter, mit der Zeugenvernehmung fortzufahren.

Es war ein Kreuzverhör. Graham Berry auf der einen, die Scientology Anwälte auf der anderen Seite. Die Vernehmung daürte 17 Tage, wurde vom Gerichtsstenographen complett auf Video aufgezeichnet. Garry Scarff hatte von den Anwälten höchste Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Er fürchtete um sein Leben. Und er begründete seine Angst dann auch in seiner Vernehmung. Nach seinem Ausstieg hätte versucht ihn zu entführen.

Garry Scarff: Ich sah eine Hand an der Seitentür eines Lieferwagens. Und ein Gesicht das in meine Richtung schaute. Ich sagte, ich würde sofort die Polizei alarmieren und hörte im selben Moment den Lieferwagen davonpreschen. Ich sah dann, daß ihm ein zweites Fahrzeug folgte.

Reporter: Was glaubst Du, was sie vorhatten?

Garry Scarff: Ich weiß was sie vorhatten. Sie wollten mich entführen. Ich glaube sie hätten mich nach Hemet gebracht.

[Er weint.]

Reporter: Was ist Hemet?

Garry Scarff: Hemet, Gilman Hot Springs, also da liegt das Zentrum für die Strafgefangenen. Und ich glaube, ich wäre da nicht wieder rausgekommen. Mein Leben wäre zu Ende gewesen.

[Er weint heftig.]

Nach dem Besuch beim Anwalt. Draußen wartet schon der Kameramann von Scientology. Auch Geheimdienstchef Rinder und Anwalt Abelson eilen zu ihren Fahrzeugen. Zwei, drei Wagen nehmen sofort die Verfolgung auf. Es beginnt eine Beschattungsaktion mit ungeheurem Aufwand. Sie gilt vor allem unserem Begleiter Garry Scarff. Wir informieren die Polizei von Los Angeles. Garry hat darum gebeten. Er fühlt sich zunehmend unwohl in seiner Haut.

Reporterin: Ein Fernsehteam in Begleitung eines Mannes, der von Scientology bedroht wird. Und das sind diejenigen, die uns verfolgen.

Doch die Polizei zeigt wenig Interesse. Auf dem Highway versuchen wir die Verfolger abzuhängen, ohne Erfolg. Wir sind auf dem Weg zu jenem Zentrum in dem Fraün der Sea Org Abtreibungen vornehmen ließen, weil sie dazu genötigt wurden, wie es in dieser beeidigten Erklärung heißt. Je stärker der Wunsch einer Frau war, das Kind auszutragen desto größer war der Druck abzutreiben.

X: Ich selbst wurde zu einem Abbruch getrieben. Die Schwangeren wurden für die Abtreibungen routinemäßig in eine Klinik nach Riverside gefahren.

Kennen die Verfolger unser Ziel? Versuchen sie wohlmöglich schon über ihre Handys die Leitung des Abtreibungszentrums unter Druck zu setzen?

„Planned Parenthood-Center“, eine Art „Pro Familia“. Die stellvertretende Leiterin erwartet uns schon. Auf dem Parkplatz nebenan provoziert einer der Verfolger von Scientology einen Unfall. Offenbar ein Versuch, das geplante Interview zu verhindern, ohne Erfolg.

Janet Honn-Alex: Uns kam es tatsächlich sehr merkwürdig vor, daß alle Fraün dieselbe Entscheidung trafen. Unabhängig von den Umständen der einzelnen Fraün, hatten all den Entschluß gefaßt abzutreiben. Ganz egal, wie alt sie waren oder wieviele Kinder sie schon hatten. Wir fanden das sehr seltsam. Und als wir anfingen genaür nachzufragen, um mit Nachdruck die individüllen Beweggründe zu erforschen, weil uns das ganze verdächtig vorkam, dann hörten sie ganz und gar auf, zu uns zu kommen.

Draußen ist inzwischen die Polizei angekommen, nimmt den Unfall auf. Unterdessen berichten wir Janet über die Scientology – Anweisung Nr. 3905: Falls verheiratete Sea Org – Mitglieder ein Kind bekommen, würden sie aus der Sea Org versetzt.

Reporter: Ist es nicht, als müßten sie ihre Familie verlassen? Also ein massiver Druck.

Janet Honn-Alex: Davon habe ich nichts gewußt. Und wir haben die Fraün gefragt, können Sie ein Kind bekommen und trotzdem in Scientology bleiben? Sie sagten immer ja. Ich finde das alarmierend, daß es eine Regelung gibt, wonach eine Frau, die ein Kind bekommen möchte, aus der Gruppe ausgeschlossen werden soll. Ich finde das schrecklich.

Nach dem Interview, auf dem Weg zu unserem Motel. Inzwischen haben wir 4 Scientology – Fahrzeuge in unserem Schlepptau. Darunter dieser grüne Van, der, wie wir später erfahren, möglicherweise mit elektronischer Abhörtechnik ausgerüstet ist.

Garry Scarff: Während wir reden, stehen 4 Fahrzeuge vor underem Motel. Sie werden uns die ganze Nacht überwachen, falls wir auf die Idee kommen sollten abzuhaün. Sie werden rund um die Uhr in Bereitschaft sein. Natürlich sitzen die Leute nicht nur in ihrem Wagen rum. Alle sind über Mobiltelefon in ständigem Kontakt mit der Geheimdienstzentrale in Los Angeles. Die Rechtsanwälte, die OSA – Leute, alle, die mit eurer Überwachung beauftragt sind, arbeiten in diesem Moment.

Am nächsten Morgen – Hollywood, Los Angeles:

Noch in der Nacht haben wir Bodyguards engagiert, die für Garrys Sicherheit sorgen sollen, während wir mit Scientology reden. Denn jetzt steht ein Interview mit Mike Rinder, dem Chef des Geheimdienstes OSA und dem Anwalt Elliot Abelson an. Mit denen möchte Garry nichts mehr zu tun haben. Einem der angeheürten Privatdetektive, den wir als zusätzlichen Augenzeugen mitnehmen wollen, wird der Zutritt von Abelson und Rinder verwehrt. Das Interview findet im „Celebrity Center“ statt, in dem sonst die Hollywood – Stars von Scientology verkehren.

Mike Rinder: Scientology ist nicht gefährlich. Weltweit gibt es 8 Millionen Scientologen. Die finden das total gut. Sie haben 3, 4, 5 oder 6 Leute, eine kleine Handvoll, die sagen, bei uns stimmt etwas nicht. Wir hören und lesen sogar, daß es bei uns Gulags geben soll. Diese Behauptung ist unerhört. Sie ist besonders unerhört, wenn jemand aus Deutschland sie aufstellt. Wenn ein Land besonders sensibel gegenüber den Rechten reliiöser Minderheiten sein sollte, dann ist das Deutschland.

Elliot Abelson (Scientology Anwalt): Sie sind Agenten der deutschen Regierung. Es geht Ihnen nicht um die Realität sondern darum, Vorurteile zu bestätigen.

Nach der Beschimpfung lenken wir das Gespräch auf den Fall der Scientologin Lisa McPherson, die in Clearwater, Florida, unter merkwürdigen Umständen ums Leben kam. Fragen dazu sind offensichtlich unwillkommen.

Reporter: Hat Scientology ihr alle medizinische Hilfe gegeben, die sie benötigte?

Mike Rinder: Wenn Sie in Ihrer Sendung behaupten, daß jemand etwas getan hat, um sie umzubringen, dann werde ich sie bis ans Ende aller Tage verfolgen. Das ist eine unverschämte Lüge.

Doch dann verraten sich Rinder und Abelson unbeabsichtigt. Sie geben zu, daß Lisa schon tot in der Klinik ankam. Denn Rinder räumt ein, sie sei in einem Hotelzimmer verstorben.

Reporter: In einem Hotelzimmer?

Also, doch, Lisa McPherson starb in Obhut der Scientologen.

Der Golfplatz von „Gold“. Das ist die grö&szligte Scientology – Basis, das eigentliche Machtzentrum. Mike Rinder ist mit uns rausgefahren. Besonders hier will er unsere Dreharbeiten unter Kontrolle behalten. Direkt am Golfplatz, so behauptet der ehemalige Sicherheitschef von „Gold“, André Tabayoyon, nach seinem Ausstieg, gäbe es ein Appartement für den Hollywood – Star Tom Cruise…

Reporter: Tom Cruise profitierte von der Sklavenarbeit der Scientologyhäftlinge.

Mike Rinder: Das ist noch eine von André Tabayoyons Lügen.

Reporter: Das stimmt also nicht?

Mike Rinder: Absolut nicht. Nein, er kommt nicht hierher. Sie wollten herkommen und ein paar Aufnahmen machen, nicht mich befragen. Wir haben doch schon das lange Interview gemacht.

Rinder überläßt uns Luftaufnahmen des Areals, die technisch nicht einwandfrei sind. Nichts Verdächtiges ist zu sehen, dafür dürfte Rinder gesorgt haben. In Tabayoyons beeidigter Erklärung heißt es auch: „Die Scientology – Basis ist bewaffnet. Es gibt halbautomatische Maschinengewehre, Pistolen, alles unregistriert. „Ich bildete die Sicherheitskräfte an diesen Waffen aus, und ich brachte ihnen verschiedene Methoden bei, Menschen zu erschießen.“

Abends planen wir mit Garry den nächsten Tag. Wir wollen einen Hubschrauber mieten und über das angebliche Kinderlager fliegen. Es liegt einige Meilen von der Basis „Gold“ entfernt.

Am nächsten Morgen. Rinder hat angerufen und behauptet Garry hätte unsere Pläne verraten.

Garry Scarff: Ich habe nicht angerufen letzte Nacht. Ich meine, ich weiß wirklich nicht was hier los ist. Ich habe einen Vorschlag: Ich fliege nach Hause. Ihr macht weiter, aber ihr sagt mir nichts mehr. Diese Leute haben eine Operation laufen gegen Euch und gegen mich.

Reporter: Hat Garry angerufen oder haben die Scientologen unser abendliches Gespräch aus einem der Fahrzeuge abgehört? Wir fahren nach Los Angeles zurück – sind verunsichert.

Bei einem Parkplatz in Los Angeles spitzt sich die Situation drastisch zu. Wir rufen die Polizei und unsere Bodyguards zu Hilfe. Garry hat einen Nervenzusammenbruch erlitten. Die Verfolger von Scientology beobachten das Geschehen zur gleichen Zeit aus ihren Fahrzeugen.

Reporter: Hast Du Rinder in der Nacht angerufen und ihm gesagt was wir vorhaben?

Garry Scarff (weinend): Ja! Sie sagen nichts aus Spaß. Wenn sie sagen, daß sie jemanden umbringen werden dann tun sie es. Man darf mit Mr. Rinder nicht rumspielen. Er versteht keine Scherze. Ich werde ihnen geben was sie wollen, damit sie mich in Ruhe lassen. Diese Leute haben mir gesagt, ich solle nicht nach Los Angeles kommen, sonse würde ich Ärger kriegen. Und ich habe nicht auf sie gehört. Sie sind wütend, weil ich sie Mörder genannt habe vor der Kamera.

Reporter: Aber das is doch die Wahrheit.

Garry Scarff: Sie werden mich umbringen. Und sie wissen wo meine Eltern leben.

[Er bricht weinend das Gespräch ab.]

Er würde die Dreharbeiten abbrechen rät unser Privatdetektiv, Roger Johnson.

Roger Johnson: Sie wissen, daß Ihr da drauß Aufnahmen machen wollt und sie halten einen Hubschrauber startbereit, das weiß ich.

Reporter: Was könnten Sie machen?

Roger Johnson: Sie würden Euch in der Luft den Weg abschneiden. Zwei Helikpter das könnte spannend aussehen, aber gefährlich sein. Sie werden alles tun, um Eure Dreharbeiten zu stören.

Wir begleiten Garry zum Flughafen, bleiben bei ihm bis zum Start der Maschine. Und wir beschließen die Dreharbeiten abzubrechen.

Drei Wochen später. Clearwater, Florida. Scientology-Gegner demonstrieren vor dem Fort Harrison. Sie geben der Organisation die Schuld am Tod von Lisa McPherson. Auch Garry ist gekommen. Wir sind mit ihm in engem Kontakt geblieben, in der Zeit nach den Dreharbeiten in Los Angles. Er hofft, daß öffentliche Auftritte wie dieser, ihn vor weiterem Psychoterror oder gar Racheakten bewahren können.

Anwalt Elliot Abelson organisiert eine Gegendemonstration von Scientology – Anhängern. Und auch Mike Rinder, Chef des Scientology – Geheimdienstes OSA ist aus Los Angeles eingeflogen. Er will den Auftritt der Scientology – Gegner persönlich beobachten.

Unterdessen in Kalifornien. Vorbereitungen für einen Hubschrauberflug. Unser Ziel ist schwer zu finden, liegt am Rande eines Indianerreservates. Das Kinderlager der Organisation, die Scientologen sagen Kadettenschule, liegt unzugänglich in den San Bernadino – Bergen.

In einer Scientology – Anordnung heißt es: Daß Sea Org – Mitglieder ihre Kinder nur sporadisch sehen dürften. Eine Stunde pro Tag sei in jedem Fall zuviel. Und wir lesen noch einmal das interne Schreiben über das sogenannte Kinder Rehabilitations – Projekt. Dort ist von einem Jungen Gavin die Rede, er habe sich mit Rasierklingen beide Arme aufgeschnitten heißt es, er sei ein Problem und müßte deshalb ins Kinderstraflager. Die Baracken wirken verwaist, verlassene Arbeitsplätze. Keine Menschenseele ist zu sehen.

Es macht den Eindruck, als seien die Kinder beim ersten Geräusch des anfliegenden Hubschraubers, in die Gebäude geschickt worden. „Happy Valley“ heißt das Areal unter den Scientologen „Fröhliches Tal“. Wer die internen Anordnungen der Organisation kennt, wer die Berichte über verwahrloste Scientology-Kadetten gelesen hat, der kann sich nur schwer vorstellen, daß hier fröhlichen Kinder leben.

Ein Film von Mona Botros und Egmont R. Koch.

Ein erschütterndes Dokument, mit einem tragischen Helden, Garry Scarff.

http://www.lermanet.com/cisar/vidds01g.htm

 

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