Wie Scientology neue Mitglieder im Internet einfangen will…

Scientology versucht gezielt das Internet für seine Zwecke zu missbrauchen und über dieses neue Mitglieder zu rekrutieren. Hierzu nutzt Scientology unter anderem Soziale Netzwerke, wie z.B. Facebook. Der Verfassungsschutz Baden – Württemberg schreibt hierzu.

Die SO ist auch verstärkt in sozialen Netzwerken im Internet aktiv. Die Hinweise mehren sich, dass eine wachsende Zahl von Jugendlichen unwissentlich zumindest in einen ersten Kontakt zu Gruppen gerät, bei denen es sich um Unterorganisationen der SO handelt. Dieser Hintergrund wird aus taktischen Gründen anfangs oft verschleiert.

Wie versuchen Scientologen, in sozialen Netzwerken Kontakte zu Anwerbezwecken aufzubauen? Bislang ergibt sich nicht der Eindruck, dass Scientology etwa auf breiter Front Teilnehmer sozialer Netzwerke anschreiben würde. Vielmehr bleibt die Intensität und Art der Aktivität wohl dem einzelnen Scientology-Mitglied überlassen. Hierzu ein fiktives Beispiel, das aufzeigen soll, wie es ablaufen könnte:

Bei Facebook erhält eine ,ganz normale‘ Jugendliche – nennen wir sie Katharina – eine „Freundschaftsanfrage“ eines gleichaltrigen jungen Mannes, Patrick, die sie zunächst bestätigt. Oft sind solche Internetkontakte erst einmal sehr oberflächlich. Aber: Durch bestätigte Freundschaftsanfragen erhält der Anfragende sehr häufig Zugriff auf persönliche Daten des Facebook-Profils der Kontaktperson. In unserem Beispielfall könnte es so weitergehen: Katharina tauscht sich im Facebook-Chat intensiver mit dem neuen Bekannten aus. Sie findet Patrick nett und registriert, dass er wie sie denkt und ganz ähnliche Interessen angibt (was kein Wunder ist, schließlich kennt er ihre Interessen und Wünsche von ihrem Facebook-Profil). Sie sieht wiederum auf seinem Profil, dass er eine Gruppe namens „Jugend für Menschenrechte“ gut findet. Über den dort geschalteten Link kommt sie direkt auf die Website von „Jugend für Menschenrechte“. Dort erwartet das Mädchen ein professionell gestaltetes Medienangebot, das speziell auf ein jugendliches Zielpublikum zugeschnitten ist.
„Jugend für Menschenrechte“ ist eine Hilfsorganisation von Scientology. Aber in unserem Beispielfall ist von Scientology immer noch keine Rede. Der junge Mann findet Katharinas Interesse „super“. Er lädt sie zu einem Treffen einer „Jugend für Menschenrechte Ortsgruppe“ mit anderen Gleichaltrigen ein. Wenn sie zu einem solchen Treffen gehen sollte, wird der bislang virtuelle zum ersten persönlichen Kontakt mit Scientology, ohne dass sich die junge Frau dessen bewusst ist.

Junge Menschen sind oft offen für Neues, sehr idealistisch und wollen sich für eine gute Sache einsetzen. Stets besteht hierbei die Gefahr, dass dieser Idealismus von gefährlichen Organisationen missbraucht wird. Die Zahl der Facebook-Gruppen, die auf die SO zurückgehen, ist in den letzten Jahren ständig gewachsen. Sie tragen Namen wie „Parents against Drugs“ oder „Dianetik Freunde“ und richten sich auch an Erwachsene…

Des weiteren wirbt Scientology gezielt im Internet für ihre Organisation, dies sieht man z.B. sehr gut auf Youtube. Dort hat die Organisation einen eigenen Channel, der Werbevideos für die scientologischen Frontgruppen verbreitet. Hier sieht man noch, das es sich um Scientology handelt, aber durch die Verbreitung der Videos durch scientologische „Jünger“ ist dies nicht mehr ersichtlich.

Bei den folgenden Videos handelt es sich um scientologische Werbevideos, dies möchte ich hier noch einmal ausdrückliche betonen. Sie dienen als exemplarische Darstellung der Internet – „Werbemaschine“ Scientology.

Der Baden-Württembergische Verfassungsschutz schreibt hierzu weiter.

Die letzte Entwicklung hierzu ist, dass die SO nach Eigenangaben ein 4,5 Hektar großes Fernsehstudiogelände in Los Angeles erworben hat, um ihre weltweiten Medienaktivitäten auszuweiten. Unter anderem plant die Organisation, einen eigenen Internet-TV-Kanal zu eröffnen. (auf Youtube gibt es schon einige Kanäle, z.B. Deine Menschenrechte oder ScientologyFernsehen Anmerkung der Verfasserin) Selbstverständlich hat Scientology, wie auch andere politisch-extremistische Organisationen, die wachsende Bedeutung des Internets erkannt. Die klassische Straßenwerbung tritt in ihrer Bedeutung dagegen immer mehr in den Hintergrund. Inwieweit Scientology dadurch ihr Mitgliederpotenzial erhöhen kann, ist noch nicht absehbar. Diese Entwicklung muss allerdings sehr aufmerksam beobachtet werden.

Wie kann man sich schützen? Generell gilt: Aufmerksam sein; Angebote in sozialen Netzwerken (kritisch) hinterfragen; darauf achten, wie die Copyrights lauten; nachfragen, wer etwa ein Anti-Drogen-Konzept, eine Lernhilfe oder ein Managementkonzept entwickelt hat. Bei Scientology ist das stets deren Gründer L. Ron HUBBARD. In Copyrightvermerken wie „L. Ron Hubbard Library“ oder „Hubbard College of Administration“ steckt bereits sein Name. Bei ausweichenden Antworten auf klare Fragen erscheint grundsätzlich Misstrauen angebracht. Im Zweifelsfall genügt oft eine Internetrecherche, um schon nach kurzer Zeit zu erkennen, dass zum Beispiel hinter einer Organisation wie „Applied Scholastics“ (ApS) oder „Association for Better Living and Education“ (A.B.L.E.) Scientology steht….

Zu diesem Thema noch ein Bericht von Westpol.

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