Kinder müssen einen Beitrag leisten = Kinderarbeit

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Scientology Kind bei der Arbeit

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der scientologischen Kindererziehung ist, dass Kinder einen „Beitrag“ leisten müssen. Diesen Beitrag leisten zu wollen, nach scientologischer Lehre, fängt schon im Säuglingsalter an.

„Ein Baby leistet seinen Beitrag, indem es versucht, Sie zum Lächeln zu bringen. Das Baby wird sich zur Schau stellen. Wenn der Kleine ein bißchen älter ist, wird er für Sie tanzen, er bringt Ihnen Zweige und versucht, Ihre Arbeitsbewegungen nachzuahmen, um Ihnen zu helfen. Wenn Sie dieses Lächeln, diese Tänze, diese Zweige oder diese Arbeitsbewegungen nicht in dem Sinn annehmen, wie sie gegeben werden, haben Sie begonnen, den Beitrag des Kindes zu verweigern. Jetzt wird es anfangen, ängstlich zu werden. Es wird gedankenlose und seltsame Sachen mit ihrem Eigentum anstellen, in der Bemühung, es `besser´ für Sie zu machen. Sie schelten das Kind. Damit ist es aus mit ihm…. Sie können nicht mehr tun, als das Lächeln, die Tänze und die Zweige des sehr kleinen Kindes anzunehmen. Aber sobald das Kind es verstehen kann, sollte man ihm ausführlich erzählen, wie die Familie funktioniert.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.8f)

Die Probleme, die ein Kind macht, liegen in dieser Betrachtungsweise ausnahmslos darin, dass das Kind in der Familie und somit in der Gesellschaft keinen Beitrag leisten durfte.

Scientology geht sogar soweit, dass sie die grundlegende Schwierigkeit der Jugendkriminalität in dem Verbot der Kinderarbeit begründet sieht.(Vgl. New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S. 14). Nach Scientology muss ein Kind in der Lage sein (Scientology formuliert es als die Pflicht des Kindes gegenüber den Eltern), für die Eltern zu sorgen.(Vgl.: New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.14f)

„Indem man die Kinderarbeit verbietet und insbesondere indem man Jugendliche daran hindert, ihren eigenen Weg zu gehen und eigenes Geld zu verdienen, schafft man Schwierigkeiten in der Familie, so dass es fast unmöglich wird, eine Familie zu unterhalten. Und man erschafft beim Jugendlichen die Ansicht, dass ihn die Welt nicht will und dass er sein Spiel verloren hat, bevor es überhaupt begonnen hat… Das Kind jedoch, das mit drei oder vier Jahren gerne in dieser modernen Gesellschaft arbeiten würde, wird entmutigt und tatsächlich davon abgehalten. Es wird untätig gehalten bis zum siebten, achten oder neunten Lebensjahr und erhält dann plötzlich gewisse Pflichten… Als Teenager wird es später auf aktive Weise daran gehindert, irgendeine Art Job zu bekommen, der es ihm ermöglichen würde, Kleidung zu kaufen und die Zeche für seine Freunde zu bezahlen. Und so empfindet er allmählich, dass er nicht zur Gesellschaft gehört. Da er nicht Teil von der Gesellschaft ist, ist er nun gegen sie und wünscht sich nichts als destruktive Tätigkeiten.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.14f)

Scientology geht sogar so weit, dass ein Kind, was einen Beitrag leistet, aber die Rechte seiner Eltern verletzt, körperlich gemaßregelt werden kann. Dies soll keinen Schaden bei dem Kind hinterlassen, da das Kind trotzdem seinen Beitrag leisten kann.

„Sie können bei einem Kind tatsächlich körperliche Maßnahmen ergreifen, um Ihre eigenen Rechte zu verteidigen, so lange es das besitzt, was es besitzt, und für Sie einen Beitrag leisten und für Sie arbeiten kann.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.10)

Das Fazit, was sich daraus ergibt ist, dass Kinder nur glücklich sein können, wenn sie einen Beitrag leisten, also arbeiten können bzw. dürfen. Wie diese Arbeit in der Praxis Scientologys aussieht wird im folgenden näher beschrieben. U.S. Sonntag berichtet über den Alltag von Kindern in Scientology-Zentren in Kopenhagen, München und England. Dort müssen die Kinder ein ähnliches Programm wie die Erwachsenen absolvieren.

„Die Kinder dort hatten wie ihre Eltern einen festumrissenen Tagesablauf mit einem Punkteprogramm und einer Statistik, die jede Woche, donnerstags, vorgetragen wurde. Neben der Schule vollzogen die Kinder Dienstleistungen in der Organisation. Sie bekleideten Posten, vergleichbar der Registratur, stellten Akten für die Sitzungen bereit und leiteten sie weiter mit den dazugehörigen verwaltenden Schreibarbeiten. Sie waren Meldungsträger von einem Posten zum nächsten, brachten die Leute in die Sitzungen und `routeten´ sie weiter. Sie belegten speziell für diese Arbeiten dieselben Kurse wie die Erwachsenen, die ebenfalls darin u.U. ausgebildet wurden. Ebenfalls belegten sie auch schon Kurse, um Auditor zu werden, manch Zwölfjähriger konnte schon einen Erwachsenen auditieren und dabei u.U. mit allen möglichen Intimitäten, die dieser erzählte, konfrontiert werden. Freizeit gab es nicht.“(Sonntag -Kuntze, U.S.; Ausarbeitung über die Gefahren, die bei dem Kontakt zwischen Scientologen und Kindern entstehen können, Schriftsatz o.J., S:11 zitiert nach: Eimuth, Kurt-Helmuth, die Sekten Kinder, 1997, S. 83)

Dies bedeutet, dass die Kinder neben der Schule, falls sie noch auf eine Regelschule gehen, und der Arbeit für Scientology keine Zeit mehr für kindgerechte Unternehmungen haben.