Auditing im täglichen Umgang mit dem Kind

Wird das Kind älter, wird es darauf trainiert, zugänglich für die späteren Auditing-Sitzungen zu werden. Dafür wird bei einer Verletzung eines kleineren Kindes Beistand (scientologisch Assist) geleistet. Die eigentliche Aufgabe des Beistandes ist, irgend etwas zu tun, was eine gegenwärtige Beschwerde des Kindes lindert.(Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S. 69f)

Bei der Verletzung eines kleinen Kindes soll nicht gesprochen bzw. getröstet werden, sondern das Kind soll weinen, bis es wieder zu lachen beginnt.

„Man kann vieles tun, um einem Kind zu helfen, das hingefallen ist, sich eine kleinere Schnittwunde oder etwas ähnliches zugezogen hat. Bei kleineren Kindern scheint es manchmal genug zu sein, sie einfach ausweinen zu lassen. Wenn ein Kind verletzt ist, werden sich die meisten Leute dabei ertappen, dass sie – fast bevor es ihnen selbst bewußt ist – beruhigende und tröstende Worte sprechen. Und sie werden gewöhnlich das sagen, was sie schon hundertmal gesagt haben, als das Kind verletzt war. Dies erinnert das Kind an die ganze Kette von früheren Verletzungen. Eltern können einem Kind am meisten helfen, indem sie nichts sagen… Schweigen bedeutet nicht, dass man keine Zuneigung empfindet oder ausdrückt. Man kann den Arm um das Kind legen oder es halten, wenn es das möchte. Wenn nichts gesprochen wird, wird ein kleines Kind oft ungefähr eine Minute lang heftig weinen und dann plötzlich aufhören, lächeln und zu der Sache zurücklaufen, bei der es gerade war. Wenn man dem Kind erlaubt zu weinen, scheint sich die Spannung, die von der Verletzung herstammt, zu lösen, und ein Beistand ist in diesem Fall nicht erforderlich. Tatsächlich ist es oft sehr schwierig, ein Kind zu veranlassen, zu dem Moment der Verletzung zurückzukehren, wenn es die Spannung auf diese Weise freigesetzt hat“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.16)

Grundsätzlich soll also durch das Schweigen verhindert werden, dass bei dem Kind Engramme entstehen bzw. sich ein Lock entwickeln kann. Ein zweites Ereignis, das das Kind an ein Engramm erinnert, wird Secondary genannt. Jedes weitere Ereignis, was das Kind an den Moment des Schmerzes erinnert, wird Lock genannt. Diese drei Umstände bilden Ketten, die aus vielen Bild- und Emotionsinformationen bestehen. In diesen Ketten sind nach Hubbard Energien gespeichert, die dem Menschen in der Gegenwart fehlen.

Bei älteren Kindern – ab fünf Jahren – soll jedoch normalerweise ein Beistand (Assist) geleistet werden aber auch bei jüngeren Kindern, wenn diese schon eine Lock-Kette besitzen.(Vgl. New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.17)Dieser Beistand ähnelt nach meiner Meinung dem Auditing. Ein Beispiel für einen solchen Beistand findet sich in dem Auszug aus dem Scientology Handbuch: Kinder.

„Wenn das Kind nicht mehr benommen ist, fragen Sie es: `Was ist passiert? Wie hast du dir weh getan? Erzähl mir darüber.´ Wenn es beginnt darüber zu erzählen, stellen Sie es auf die Gegenwart um, falls es die Geschichte von sich aus nicht in der Gegenwart erzählt. Versuchen Sie es auf diese Weise:

`Nun – ich stand auf einem großen Felsen und dann bin ich ausgerutscht und hingefallen und…´ (Weinen)

`Tut es weh, wenn du auf dem Felsen stehst?´

`Nein.´

`Was passiert, wenn du auf dem Felsen stehst?´

`Ich rutsche aus…´ (Weinen)

`Was passiert dann?´

`Ich falle auf den Boden.´

`Ist da Gras auf dem Boden?´

`Nein-es ist ganz sandig.´

`Erzähl mir noch einmal darüber.´

Sie können das Kind mehrere Male durch das Geschehnis durchgehen lassen, bis es ihm langweilig wird oder bis es lacht.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.17)

Das Verfahren des Beistandes soll verhindern, das sich Locks und Secondaries bilden.

Hat sich bei dem Kind schon eine Lock-Kette gebildet und diese soll gelöscht werden, dann wird das Verfahren der Erinnerung angewendet. Das Kind soll an andere Gegebenheiten erinnert werden, die es mit der momentanen schmerzhaften Situation in Verbindung bringt und durch diese so lange hindurchgehen, bis das Kind anfängt zu lachen bzw. es ihm wieder langweilig wird. Diese Lock-Kette ist daraufhin, wie bei einem Auditing, gelöscht.

„Das Kind auffordern, sich zu erinnern, kann in Hunderten von Situationen verwendet werden, die sich täglich ereignen: immer wenn das Kind mürrisch oder unglücklich ist und über etwas weint; wenn es sich leicht krank fühlt; wenn es offensichtlich durch etwas restimuliert worden ist; wenn es eine Dramatisation (ein erneutes Abspielen in der Gegenwart von etwas, das in der Vergangenheit geschehen ist) mit angehört hat oder es jemand schwer bestraft oder dem Kind gegenüber etwas dramatisiert hat; wenn es sich zurückgewiesen fühlt – in der Tat jedesmal, wenn ein Kind aus irgendeinem Grund unglücklich oder ängstlich ist oder Sie wissen, dass es ein sehr restimulierendes Erlebnis gehabt hat… Diese Technik kann natürlich erst dann verwendet werden, wenn das Kind ausreichend sprechen gelernt hat, um einen zusammenhängenden Bericht darüber zu geben, was es denkt und fühlt. Wenn sich das Kind unwohl (nicht ernsthaft krank) fühlt, können Sie damit beginnen, indem Sie es fragen, wann es sich früher schon einmal so gefühlt hat. Normalerweise wird sich ein Kind daran erinnern. Wenn Sie dann weitere Fragen darüber stellen, was geschah, was es zu jener Zeit tat, wer gesprochen hat, was gesagt wurde, wie es sich fühlte, dann wird es die Szene anschaulich beschreiben. Wenn das Kind dies tut, lassen Sie es einfach einige Male durch das Geschehnis hindurchgehen… Aber seien Sie nicht allzu mitfühlend. Zeigen Sie Zuneigung und Interesse – ja. Aber Sie dürfen nicht sentimental werden und in jammerndem Ton Sätze wie `Armes Baby, armes kleines Ding!´ sagen. Dies könnte bewirken, daß das Kind die Verletzung oder Verstimmung als wertvoll erachtet, weil sie bewirkt hat, daß es spezielle Aufmerksamkeit und Mitleid erhielt.“(15) Weiter hinten in der Broschüre heißt es dann: „Lassen Sie das Kind sich das Geschehnis einige Male zurückrufen, bis es lacht. Dies wird das Kind von der Restimulation befreien.“(New Era Publications, Kinder: ein Auszug aus dem Scientology-Handbuch, Kopenhagen, 1994, S.22)

Das eigentliche Ziel im Umgang mit Kindern ist also, die Verhütung von Engrammen beim ungeboren Kind, das Durchführen von Assist bzw. Beistand bei leichteren Verletzungen und das Entfernen von Locks mit Hilfe der Erinnerung. Dieses ist eine klare Vorbereitung der Kinder auf das Auditing, bzw. ähneln diese Verfahren schon sehr dem Auditing. Kurt-Helmuth Eimuth sieht in den oben beschriebenem Verfahren sogar eine Praktizierung des Auditings im täglichen Umgang mit dem Kinde, (Vgl.: Eimuth, Kurt-Helmuth, Die Sekten-Kinder, 2. Aufl., Freiburg, Basel, Wien, 1997, S.72f) da hier das Auditing in vereinfachter Weise in jeder Situation mit den Kindern durchgeführt wird. Ein reguläres Auditing soll mit Kindern ab 8 Jahren durchgeführt werden.

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